Text-Bild-Ansicht Band 266

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zwischen den einzelnen Wagen ist natürlich nicht erforderlich. Für jeden Zug (mit 36 Lampen) sind etwa 2000 Watt oder 2 bis 3e erforderlich. Ein Wagen in jedem Zuge ist mit einer Stahldrahtbürste ausgerüstet, welche die Mittelschiene rein erhält, so daſs der Contact gut bleibt. Die Bürste würde selbst einen besseren Contact geben als die Rollen, allein sie würde sich zu stark abnutzen. Die Isolirung der Mittelschiene ist keineswegs vollkommen; der Verlust beträgt etwa 3 Ampère und mag mit von dem Anlegen des verbrauchten Dampfes an die Mittelschiene herrühren. In den ersten 4 Monaten des Betriebes sind 2 Züge beständig gelaufen, da sie nur 1 Tag in jeder Woche behufs der Reinigung weggenommen wurden. (Vgl. Engineering, 1887 Bd. 44 * S. 339: Electrical Engineer, 1887 Bd. 6 * S. 438.)

Beleuchtungsanlage in Luzern mit Inductoren von Zipernowski und Deri.

Mit Abbildungen.

Zur elektrischen Beleuchtung des Schweizerhofes und des Luzernerhofes in Luzern haben Ganz und Compagnie in Budapest Inductoren (Transformatoren) von Zipernowski und Deri benutzt, deren Patent sie übernommen haben. Nach Genie civil, 1887 Bd. 11 * S. 439 wird die Elektricität aus einer Entfernung von nahezu 5km herbeigeleitet. Es stehen nämlich in Thorenberg 2 Turbinen von je 300e und treiben 2 Wechselstrom-Dynamomaschinen, die bei 250 Umläufen jede einen Strom von 35 bis 38 Ampère und 1800 Volt liefern, also jede 1800 Glühlampen zu 10 Kerzen bei 35 Volt-Ampère speisen können. Nur eine Maschine wird gebraucht, die andere steht in Vorrath.

Von Thorenberg nach Luzern führen in der Luft vier nicht isolirte Drähte von 6mm Dicke aus elektrolytischem Kupfer.

In Thorenberg selbst liefert ein kleiner Inductor den Strom für 15 Glühlampen zur Erleuchtung der Centralstation.

2400m davon beleuchtet ein Inductor von 1400 Volt-Ampère, der für 40 Lampen ausreicht, die Mühle von Troller und Compagnie.

Noch 2200m weiter entfernt liegen die beiden Gasthöfe Schweizerhof und Luzernerhof, die zusammen 7 Inductoren von 7000 Volt-Ampère besitzen, deren jeder 200 Glühlampen von 10 Kerzen speisen kann.

Auch einige andere Gasthöfe wünschen noch Anschluſsleitungen zur Lieferung elektrischen Lichtes.

Die Inductoren von Zipernowski und Deri (vgl. Enuma, 1884 251 * 22. Gaulard und Gibbs, 1883 248 258. 1884 251 431. Hottenroth, 1884 252 459) lassen die Verwendung von primären Strömen von 1800 bis 2000 Volt Spannung zu und fordern daher nur verhältniſsmäſsig dünne und billige Leiter. Die Inductoren aber liefern in die Häuser nur secundäre