Text-Bild-Ansicht Band 267

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derselben auf. Ebenso bietet nach seiner Ansicht die Benutzung anderer mineralischer Säuren nicht die Gewähr eines sicheren Erfolges. Rempel ist der Ansicht, daſs es überflüssig ist, die Milchsäure durch anorganische Säuren zu ersetzen, da man genug Mittel an der Hand hat, um das Milchsäureferment aus den Maischen zu verbannen, ohne die bewährte Milchsäure selbst zu beseitigen. Dieses sei möglich in Verbindung mit noch anderen Vortheilen durch die Anwendung seines Verfahrens der Hefebereitung (vgl. 1887 265 410).1)

Ueber den Stichstoffgehalt und die Hefeausbeute macht O. Durst in der Zeitschrift für Spiritusindustrie, Bd. 10 S. 157, Mittheilungen, aus denen hervorgeht, daſs die Hefeausbeute entschieden abhängig ist von der Qualität des Rohmateriales, insbesondere von dem Stickstoffgehalt desselben; je Stickstoff reicher der Roggen ist, desto höher ist die Ausbeute und desto gährkräftiger ist auch die Hefe. Verfasser hat ferner gefunden, daſs Stickstoffgehalt und Korngröſse des Roggens in einem bestimmten Verhältniſs zu einander stehen, indem im Allgemeinen ein kleinkörniger Roggen an Protein reicher ist als ein groſskörniger. In einer weiteren Arbeit (dieselbe Zeitschrift S. 177) über den Stickstoffgehalt der Preſshefemaischen und dessen Ausnutzung begründet der Verfasser seine Ansicht von der Abhängigkeit der Ausbeute vom Proteingehalt des Rohmateriales noch näher.

(Fortsetzung folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Smiles' Lochausschneider.

Um kreisrunde Mannlöcher, Luken u. dgl. in Schiffswänden an Ort einzuschneiden, wird nach Industries vom 13. Januar 1888 * S. 36 eine Vorrichtung gebraucht, die im Wesentlichen aus einem Mittelbolzen A (Fig. 15 und 15 Taf. 25) besteht, welcher in ein kleineres Rund- oder Ovalloch der Blechwand fest eingesteckt oder durch eine Gegenmutter angezogen und durch Stellschrauben C seiner Flansche in richtiger Lage eingestellt wird. Auf diesem Mittelbolzen dreht sich frei ein gut verripptes, aber leichtes sechsarmiges Stirnrad, an dessen einem Arm ein Stichelgehäuse mittels einer Druckschraube in beliebigem Abstand vom Radmittel fest einzustellen ist. Der Vorschub des Schneidstahles wird mittels Sternrädchens erreicht, welches bei einmaliger Umdrehung des Hauptrades an den Bolzen F anschlägt. Dieser, sowie das Kurbeltriebwerk sind an einer Hängeschiene angeordnet, durch deren obere Oese E das Tragseil gezogen wird.

Löthen mit trockenem Chlorblei.

Im Polytechnischen Notizblatt, 1887 Bd. 42 S. 248, wird Chlorblei zum Löthen empfohlen. Die Löthbahn des erhitzten Kolbens wird mit trockenem Chlorblei bestreut und, nachdem dasselbe zum Schmelzen gebracht ist, das Loth, wie bei dem seitherigen Verfahren, aufgenommen und auf die zu verbindende Fuge übertragen. Es gelingt auf diese Weise leicht, Blei, Zink, Kupfer, Messing, Eisen mit oder ohne Anwendung von Löthwasser mit Blei zu löthen. Das Chlorblei eignet sich auch, um Metallüberzüge auf trockenem Wege durch Aufschmelzen eines Metalles auf das andere herzustellen, indem die zu übersehenden Gegenstände entweder nach einander oder gleichzeitig mit geschmolzenem

1)

Ueber die Wirkung der Milchsäure vgl. auch unser Referat über die Untersuchungen von Hayduck (1887 266 566).