Text-Bild-Ansicht Band 268

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wird, worauf sich das Santonin, ebenso wie früher beim Ausfallen mit Salzsäure, in aus groſsen gelb gefärbten Blättchen bestehenden dicken Krusten an den Wänden des Fällbottichs absetzt.

Die Reaction, welche erkennen läſst, wann zum Extract genug Schwefelsäure zugesetzt ist, ist nicht so scharf und deutlich in die Augen springend als beim Verfahren mit Salzsäure, und stellte sich hierdurch das Bedürfniſs nach einer leicht und sicher zu machenden Controlanalyse heraus, welche zu finden Kossakoffsky ebenfalls gelang. Das Verfahren der Ausfällung des Santonins aus Kalkextracten des Zitwersamens mit Soda und Schwefelsäure wurde schon im Juni 1885 Herrn Prof. Knapp in Braunschweig vom Direktor der Santoninfabrik in Tschimkent zur Begutachtung mitgetheilt (vgl. C.O. Cech 1884 253 474 und 254 316).

Chemische Fabrik Iwanoff und Sawinkoff, Tschimkent, Ruſsland.

Die Handelspeptone und deren Werthbestimmung.

Seit die Industrie sich der Herstellung der Verdauungspräparate zugewandt hat, kommen derartige Fabrikate unter verschiedenen Namen und, je nach der befolgten Methode und Sorgfalt der Herstellung, von verschiedener Zusammensetzung in den Handel. Sowohl für den Arzt, wie für den Analytiker ist es von gröſster Wichtigkeit, daſs diese Präparate, die so verschiedene Wirksamkeit besitzen – je nachdem die Lösung des Fleisches, Albumins oder Caseïns mit Magensaft (Pepsin) oder mit Pancreassaft (Pancreatin, Trypsin) erhalten worden ist – auch eine richtige Bezeichnung erhalten. Nach Kühne und Chittenden enthalten die durch sogen. Peptonverdauung erhaltenen Präparate des Handels fast gar kein Pepton (Zeitschrift für Biologie, Bd. 19 S. 159, Bd. 20 S. 11).

J. König hat sich in Folge dessen näher mit der Werthbestimmung dieser Präparate befaſst (Revue int. des fals. d. denrées alimentaires, 1888 Bd. 1 S. 12). Derselbe schlägt vor, für die durch Peptonverdauung erhaltenen Präparate den Namen Fleischalbuminosen einzuführen und die durch Pancreasverdauung hergestellten Fabrikate als Fleischpeptone zu bezeichnen. Nicht zu verwechseln hiermit sind die sogen. Fleischsolutionen, welche jetzt ebenfalls im Groſsen hergestellt und durch Maceration des Fleisches mit verdünnter Salzsäure erhalten werden.

Von den Albuminen unterscheiden sich die Producte der Pepsinverdauung – die Hemialbuminosen – durch ihre Löslichkeit in siedendem Wasser, in siedenden, schwachen Salzlösungen (selbst bei schwachem Ansäuern) durch unveränderte Löslichkeit nach dem Ausfällen mit Alkohol; von den eigentlichen Peptonen unterscheiden sie sich durch mangelhafte Dialyse, durch Abscheidung mittels Kochsalz, Kochsalz mit Essigsäure,