Text-Bild-Ansicht Band 269

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ausgezeichnet sein. Bei der Dampfdestillation oder im Vacuum können sie leichter theilweise ohne Zersetzung destilliren, wie über direktem Feuer und werden daher im ersteren Falle in gröſserer Menge im Destillate anwesend sein. – Der Grad der Viscosität wäre demnach von einem gröſseren oder geringeren Gehalte der Oele an Isoparaffinen abhängig. Auch ist die Reinigung solcher Oele wegen eines geringeren Antheiles der Zersetzungsproducte einfacher gemacht.

Zum Schlusse macht Zaloziecki darauf aufmerksam, daſs alle diese Ausführungen und Darlegungen in erster Linie das galizische Erdöl betreffen, daſs dieselben jedoch nach der groſsen Analogie desselben mit dem amerikanischen auch für letzteres vollständig oder theilweise gültig sein dürften. Wie sich das russische Oel, speciell das von Baku, welches durch Zusammensetzung und Eigenschaften von den beiden ersten unterschieden ist, allen hier erörterten Fragen gegenüber verhalten wird, können erst weitere Untersuchungen entscheiden. Daſs es feste Kohlenwasserstoffe, wenn auch in sehr geringer Menge enthält, ist erwiesen, aber ob dieselben der Sumpfgasreihe angehören, wie beim galizischen oder amerikanischen, oder feste Repräsentanten der im Bakuer Oele ermittelten hydrogenisirten aromatischen Kohlenwasserstoffe (Naphtene) sind, ist unbekannt. F. Beilstein und E. Wiegand (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1883 S. 1547) haben im kaukasischen Ozokerite einen festen Kohlenwasserstoff Leken isolirt, dem etwas geänderte Eigenschaften zukommen.

[Kleinere Mittheilungen.]

Ein gefährliches Feuerzeug.

Unter dem Namen „Briquet“ wird (anscheinend aus Wien) ein neues Feuerzeug in den Handel gebracht. Dasselbe kann als eine verschlechterte Auflage der allenthalben verbotenen „mexikanischen Irrlichter“ betrachtet werden, da der Zündstoff in beiden Fällen fast der gleiche ist.

Textabbildung Bd. 269, S. 572

Das Feuerzeug besteht, wie nebenstehende Abbildung zeigt, aus zwei mit einander verbundenen Röhren aus Metall. Die eine dient zur Aufnahme der Lunte, welche mittels eines Hakens, der an einer mit Kugel versehenen Kette befestigt ist, herausgezogen werden kann. Die andere wird unten durch einen Bajonettverschluſs, oben durch einen Deckel verschlossen, dessen Mitte mit einem zur Durchführung der Nadel dienenden Loche versehen ist. Sie enthält einen kleinen Glascylinder mit dem Zündstoffe. Als solcher dient eine bei gewöhnlicher Temperatur halbflüssige Kalium-Natrium-Legirung. Mit der Nadel, welche während der Nichtbenutzung in der Legirung steckt und deshalb mit einem Verschluſsdeckel versehen ist, der gleichzeitig als Handgriff dient, befördert man beim Gebrauche des Feuerzeuges durch Herausziehen der Nadel etwas Zündmasse mit heraus. Die ursprünglich silberglänzende Masse wird an der Luft durch äuſserliche Oxydation sofort grau. Die Oxydschicht schützt das darunter befindliche Metall vor augenblicklicher weiterer Oxydation. Streicht man nun rasch mit der Nadel über die Lunte, so wird die Oxydschicht weggewischt, und es kommt eine verhältniſsmäſsig gröſsere Fläche blanken Metalles auf ein und derselben Stelle der Lunte in Berührung mit der Luft, aus welcher das Metall begierig Sauerstoff aufnimmt. Dabei wird eine solche Wärmemenge frei, daſs sich die Lunte entzündet und dann fortglimmt, Die Eigenschaft