Text-Bild-Ansicht Band 269

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als das Rad 1, d.h. das Achsenstück S1 wird eine Umdrehung in 58 Secunden machen. Ebenso kann bei dem Räderpaare 3, 4 die Hemmung der Scheibe d1 eine Geschwindigkeitsverminderung des Achsenstückes S2 bezüglich S1 hervorbringen. In die Ränder beider Scheiben sind sehr feine Zähne geschnitten und ihre Hemmung wird in der in Fig. 1 veranschaulichten Weise durch den an die Armatur eines Elektromagnetes l befestigten Kamm k bewerkstelligt.

Es erübrigt jetzt nur noch die Beschreibung des Mechanismus, welcher die Beschleunigung oder Verzögerung der Teleskopbewegung regelt. Auf der Minutenspindel der von einer Feder getriebenen controlirenden Uhr sitzt nämlich eine Hemmung W (Fig. 2 und 3 Taf. 11), deren sogen. Stiftengang ebenso wenig, wie die Schwingungen des Normalpendels P durch irgend eine Abweichung im Gange der Aequatorialuhr beeinfluſst wird. An der nämlichen Spindel ist hinter dieser Hemmung eine Ebonitscheibe EE (Fig. 1 und 2) befestigt, welche ihre Bewegung von der Aequatorialuhr empfängt. Diese Scheibe enthält zwei isolirte Ringe b b1, welche mit zwei in der Nähe des Scheibenrandes eingelassenen Platinplättchen β β1 in metallischer Verbindung stehen. Zwischen dem Hemmungsrade und der Ebonitscheibe sitzt lose an der Spindel ein Hebel A (Fig. 1), dessen Ende eine zwischen den Platinplättchen β β1 gleitende Platinbrücke B trägt, welche in ihrer Mittellage auf einem in die Ebonitscheibe eingelassenen Bergkrystallstücke ruht. Das andere Ende dieses Hebels bildet eine Gabel, zwischen deren Zinken ein an dem Hemmungsrade befestigter Stift hineinragt. Der Spielraum dieses Stiftes innerhalb der Gabel läſst sich mittels Stellschrauben regeln.

Die isolirten Ringe stehen mit den oben beschriebenen beschleunigenden und verlangsamenden Organen mittels feiner auf ihnen schleifender Platindrähte o o1 in elektrischer Verbindung. Die Wirkungsweise der ganzen Anordnung ist folgende: Das von der Controluhr getriebene Hemmungsrad W hat, den Schwingungen des Pendels P entsprechend, eine intermittirende, die von der Aquatorialuhr getriebene Ebonitscheibe E aber eine stetige Bewegung. Wenn daher Hemmungsrad und Scheibe in gleicher Zeit eine ganze Umdrehung machen, so wird der Stift des ersteren beständig innerhalb der Gabel des von der Ebonitscheibe vermöge der Reibung mitgenommenen Hebels A schwingen. Die Gabelstifte sind so eingestellt, daſs sie diese Schwingungen so lange gestatten, als der Gang der Aequatorial- und Controluhr gleichförmig bleibt. Geht jedoch die Aequatorialuhr bezüglich des Normalpendels nach oder vor, so kommt der besagte Stift des Hemmungsrades mit einem der Gabelstifte in Berührung und bewirkt eine Verschiebung des Hebels A auf der Spindel, wodurch die Brücke B mit einem der Platinplättchen β oder β1 in Berührung kommt und einen elektrischen Strom entsendet, welcher je nach Umständen die beschleunigende oder verzögernde Vorrichtung