Text-Bild-Ansicht Band 270

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und Kochsalz in Lösung bleiben. Die so erhaltene Flüssigkeit ist nach der Trennung vom ausgeschiedenen Salmiak direkt wieder zur Carbonisation fertig, wie aus folgendem Beispiele ersichtlich ist:

Die Endlauge von der Carbonisation enthielt:

9,4 Proc. NaCl
19,8 NH4Cl

Dieselbe Lauge ergab nach der Behandlung mit NaCl und (NH4)2CO3:

23,1 Proc. NaCl
5,9 NH4Cl
18,5 (NH4)2CO3.

Wie man sieht, ist die Zusammensetzung dieser Lösung derart, daſs sie ohne Weiteres in den Prozeſs wieder eingeführt werden kann.

[Kleinere Mittheilungen.]

Macintyre's Drahtverbindung für elektrische Leitungen.

In Amerika ist nach dem Londoner Electrician, 1888 Bd. 21 * S. 85, eine Drahtverbindung für elektrische Leiter eingeführt worden, bei welcher keine Löthung angewendet wird. Die Verbindung wird mittels einer Muffe hergestellt, die aus zwei auf ihrer ganzen Länge mit einander verbundenen Kupferröhren besteht; die Weite jeder Röhre entspricht genau der Drahtdicke. Nachdem die Enden der beiden Drähte in die Doppelröhre eingesteckt worden sind, wird die Röhre mit Kraft einige Male um ihre Achse herumgedreht, so daſs die Drähte in den innigsten Contact gebracht werden. Wird das Verfahren auf sehr dünne Drähte angewendet, so werden die Röhren durch ein besonderes Werkzeug zusammengepreſst, wodurch es unnöthig wird, sie zusammenzudrehen.

Elektrischer Untiefenanzeiger.

Nach dem Elektrotechnischen Anzeiger, 1888 * S. 491, haben sich ferner zwei Mexikaner, Pedro Vigil und Juan N. Revuettos, eine Vorrichtung patentiren lassen, durch welche Schiffe benachrichtigt werden, daſs sie sich in seichtem Fahrwasser befinden. Die Vorrichtung besteht aus einem flaschenartigen Metallgefäſse mit einem geschlossenen engen Glascylinder im Inneren. In das obere und in das untere Ende des zur Hälfte mit Quecksilber gefüllten Glases sind Leitungsdrähte eingeführt; die beiden Leitungsdrähte führen mittels eines Kabels zu einer elektrischen Batterie auf dem Schiffe, in deren Stromkreis eine Klingel eingeschlossen ist. So lange nun das Metallgefäſs unter dem Schiffe aufrecht schwimmt, füllt das Quecksilber nur die untere Hälfte des Glases, berührt also auch nur den unteren Leitungsdraht. Sobald aber die Metallflasche auf eine Untiefe stöſst, legt sie sich auf die Seite, so daſs das Quecksilber auch mit dem oberen Leitungsdrahte in Berührung kommt. Hiermit ist der Stromkreis der Batterie auf dem Schiffe geschlossen und die Klingel ertönt (1888 270 382).

Ueber den im Koks enthaltenen Schwefel und dessen Bestimmung.

Von den verschiedenen Methoden zur Untersuchung der Koks auf deren Reinheit, welche letztere für die Technik in vieler Hinsicht von Wichtigkeit ist, besitzt die Bestimmung des Schwefelgehaltes besondere Bedeutung. Die zahlreichen Analysen, die aus verschiedenen Hütten vorliegen, welche dieselbe Steinkohle verarbeiteten, ergaben oft Verschiedenheiten im Schwefelgehalte des Koks (0,2 – 1,8 Proc. E. Muck, Stahl und Eisen, 1888 S. 468), die allein auf die angewandten Untersuchungsmethoden zurückzuführen waren. L. Blum ist daher dieser Frage näher getreten (Zeitschrift für analytische Chemie, 1888 Bd. 27 S. 445) und hat gezeigt, daſs alle Methoden auf nassem Wege keine zuverlässigen Resultate liefern. Sowohl durch Behandlung mit Salpetersäure (nach Croßley) wie durch Oxydation mit Kaliumchlorat oder Brom in Salzsäure