Text-Bild-Ansicht Band 271

Bild:
<< vorherige Seite

im Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, 1888 S. 506, mitgetheilt. Danach sind die von dem Thompson'schen Calorimeter gelieferten Werthe im Allgemeinen um 15 Proc. kleiner, als die des Calorimeters von Favre und Silbermann, wonach also die anzubringende Correction zu beurtheilen ist. Folgende Tabelle enthält eine Zusammenstellung der mit beiden Calorimetern ermittelten Verbrennungswärmen verschiedener Steinkohlensorten, wobei die eben erwähnte Correction bereits berücksichtigt ist.


Steinkohlen
Calorimeter Unterschied
für Thompson's
Apparat
Favre und
Silbermann

Thompson
Ronchamp 1885 9130 9069 – 0,66 Proc.
„ 1867 9163 9237 + 0,80 „
Creusot 1868 9622 9521 – 1,05 „
Saarbrück 1868 8457 8554 + 1,13 „
„ 1868 8462 8433 – 0,34 „
Blanzi 1869 9111 9011 – 1,09 „
Ruhr 1886 9111 9128 + 1,80 „

Man sieht, daſs die Resultate ziemlich gut übereinstimmen; denn die positiven und negativen Unterschiede übersteigen kaum den Betrag von 1 Proc. Scheurer-Kestner hat übrigens seine Versuche mit beiden Calorimetern noch über 20 Steinkohlensorten, fette und magere, ausgedehnt, wobei er im Thompson'schen Calorimeter 17 derselben mit einer oxydirenden Mischung von 16g, die übrigen 3 mit einer solchen von 17g verbrannte. Bei einigen dieser Versuche stieg der Unterschied zwischen den Verbrennungswärmen beider Calorimeter bis auf 3 und sogar 3½ Proc.

Als Endergebniſs vorstehender Versuche kann man annehmen, daſs das Thompson'sche Calorimeter Praktikern, die sich mit annähernden Werthen begnügen, seine Dienste leistet, und daſs bei solchen, die mit ihm umzugehen wissen, das Fehlermaximum 4 Proc. nicht überschreitet.

Neuerungen im Metallhüttenwesen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 109 d. Bd.)

Unter dem Titel „Ueber die Verhüttung der Kupfer-, Blei- und Silbererze mit besonderer Berücksichtigung der Erze und Metallhüttenbetriebe des Siegerlandes“ findet sich in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1887 Nr. 36, 37, 39, 40, 42 und 44, eine Beschreibung des Verfahrens auf der Rothenbacher Hütte bei Musen und der Kunster Hütte bei Struthütten, sowie eine allgemeine Darstellung der Gewinnungsweisen von Blei, Silber und Kupfer.

Auf der Rotherbacher Hütte findet eine gemeinschaftliche Verarbeitung