Text-Bild-Ansicht Band 271

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Der Betrieb von Werkzeugmaschinen mittels Druckwassers.

Mit Abbildungen auf Tafel 22.

In der Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins, 1888 Bd. 40 Nr. 3 *S. 126, ist von H. Schemfil eine vergleichende Studie des Druckwasserbetriebes von Arbeitsmaschinen im Verhältnisse zum unmittelbaren und zum mittelbaren Dampfbetriebe mittels Wellenleitungen auf Grund der Untersuchungen von Marc Berrier-Fontaine in Toulon veröffentlicht, welche sich auf die Werkmaschinenanlage des dortigen See-Arsenales bezieht.

Bei dieser Anlage speichern zwei Accumulatoren von je 355mm Durchmesser, 6m Hub, 989qc,8 Kolbenquerschnitt und 104t,4 Maximalbelastung je eine Arbeit von 626000mk, insgesammt das Doppelte, also 1252000mk oder 1252mt auf.

Bei gleichzeitiger Thätigkeit sämmtlicher Werkmaschinen beträgt die Fallhöhe beider Kolben 1m,54, die Arbeitsabgabe demnach annähernd den vierten Theil der Gesammtarbeit, d. i. 321830mk oder 322mt.

Die Arbeitsbedingungen sind 1l,83 Wasserverbrauch secundlich oder 110t in der Minute, gleich 6cbm,61 in einer Stunde für die Werkmaschinen, während die wirkliche Leistungsfähigkeit der Preſspumpen 3l,0 secundlich bei einer maximalen Arbeitsleistung von 2460mk/sec. oder N = 33 hei einer wirklichen Dampfleistung von 50 ist.1) (S. Tab. S. 440.)

Die Arbeitsleistung der einzelnen Werkmaschinen mit Druckwasserbetrieb wurde mittels eines entsprechend abgeänderten Richard'schen Indicators ermittelt, dessen verkleinerter und mit Lederstulpringen abgedichteter Kolben auf die gewöhnlichen Federn wirkte, wodurch Pressungen von 150 bis 200at gemessen werden konnten.

Durch das plötzliche Stehenbleiben des niedergehenden belasteten Accumulatorkolbens wird in Folge der vernichteten lebendigen Kraft der Belastungsgewichte eine Bewegungspressung im Leitungswasser hervorgerufen, welche jene des Ruhestandes je nach der Geschwindigkeit der Niedergangsbewegung weit übersteigt. So kann z.B. bei einem statischen Drucke von 100k/qc die augenblickliche Bewegungspressung bis auf 180k/qc gesteigert werden.

Der aus den beigegebenen Diagrammen (Fig. 13 bis 23) ersichtliche Arbeitsvorgang erklärt sich aus der Eigenart der einzelnen Werk-Maschinen; doch dürfte eine eingehendere Beleuchtung eines Falles nicht unerwünscht sein.

Wird das Einlaſsventil einer Lochmaschine (Fig. 17 für 30mm-Blech) geöffnet, so nähert sich in vollständig gleichförmiger Bewegung der

1)

Die auf den Kolben übertragene Arbeitsleistung wurde in der Weise bestimmt, daſs der Verlust an mechanischer Arbeit gleich dem dritten Theile der durch den Dampfmotor erzeugten Arbeit eingesetzt worden ist.