Text-Bild-Ansicht Band 272

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Ueber Feuerungen mit flüssigen Brennmaterialien; von Ig. Lew, Fabrikdirektor.

(Fortsetzung der Abhandlung S. 364 d. Bd.)

Mit Abbildungen auf Tafel 19.

2) Feuerungen für stationäre Kessel und Schmiedefeuer.

Die zur Verbrennung flüssiger Kohlenwasserstoffe bisher construirten Apparate sind im Allgemeinen ihrem Wesen nach dadurch unterschieden, ob das Brennmaterial in flüssigem, gasförmigem oder dampfförmigem Zustande zur Anwendung gelangt.

Man unterscheidet sonst Apparate für Herdfeuer, Gasfeuer und Staubfeuer.

Eine groſse Anzahl solcher Apparate ist in dieser Zeitschrift bereits besprochen und ich beschränke mich deshalb auf Mittheilung der jetzt hauptsächlich im Gebrauche stehenden:

Pulverisator von Joganson1) in Fig. 1 bis 4 in ⅕ natürlicher Gröſse abgebildet.

Ein Guſseisenrohr A mit an den Enden aufgeschnittenem Gewinde wird durch die eingeschobene Zwischenwand C in zwei Räume getheilt; der obere – für Erdöl – communicirt rechts mit dem in die Muffe B eingeschraubten Oelzuführungsrohre P, der untere communicirt mit dem Dampfrohre Q. Zwei halbkreisförmige Scheiben M und N sind in der Muffe D gelagert und gedichtet und stehen so über einander, daſs ein kleiner Schlitz pp (Fig. 3) frei bleibt, durch welchen Oel und Dampf strömen können.

Diese Forsunka wird so in den Feuerraum gesetzt, daſs der erwähnte Schlitz wagerecht und nicht über ¼ der Rohrlänge A (Fig. 1) in denselben ragt. Man erzielt mittels dieser Construction eine lange Flamme, deren Regulirung aber nur durch die in die Rohre P und Q (Fig. 1) eingeschalteten Ventile möglich ist. Der Dampfverbrauch der Forsunka ist verhältniſsmäſsig hoch.

Der Pulverisator von Lawrow, in Fig. 5 und 6 in 0,4 Gröſse dargestellt, besteht aus den drei Guſseisenrohren I, II und III.

Das Stutzenrohr II hat links den Flansch aa (Fig. 5) und rechts das eingeschnittene Gewinde dd, in welches Knierohr III eingeschraubt ist. II dient für den Dampf-, III für Oelzutritt. Der Querschnitt des Rohres A ist cylindrisch, während das Rohrstück C innerlich runden Querschnitt, äuſserlich die aus Fig. 6 ersichtliche Form besitzt. Rohr I mit Boden PP ist, wie aus Fig. 5 ersichtlich, mit dem Flansch aa verschraubt, in dasselbe ragt die Mündung des Rohres C. Diese Forsunka ist einfach, bequem und billig.

1)

Vgl. Naphtaheizung der Dampfkessel von Besson, Gorny Journal, 1887 Nr. 1 (russisch).