Text-Bild-Ansicht Band 272

Bild:
<< vorherige Seite

wird die gleichmäſsig vertheilte entpolarisirende Masse besser ausgenutzt und es läſst sich leichter ein luftdichter Kautschukverschluſs anbringen, der die Verdunstung und das Auskrystallisiren der Salze verhindert. In der einen Form der neuen Zelle ist auſser dem Zinkstabe im Inneren auch noch ein auſserer Hohlcylinder von Zink vorhanden. Die elektromotorische Kraft des jetzigen Elementes ist 1,5; der Widerstand je nach der Gröſse anfänglich 0,8 bis 0,65 Ohm, nach einigen Tagen aber nur die Hälfte; die Zelle mit Zinkstab und Zinkhohlcylinder hat im Anfange nur 0,18, nach einigen Tagen mir 0,09 Ohm Widerstand.

Masurkewitz's Differential-Telephon.

Bei dem Telephon von Jos. Masurkewitz in Berlin (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 43870 vom 10. Juli 1887) werden verhältniſsmäſsig beträchtliche Schwankungen in der Stärke eines Batteriestromes dadurch hervorgebracht, daſs auſser dem durch die primäre Rolle eines Inductors, dessen secundäre Rolle in dem nach dem empfangenden Telephon laufenden Stromkreise liegt, führenden Stromkreise noch ein zweiter Stromkreis vorhanden ist und die schwingende Platte durch Verschiebung eines Graphitstäbchens innerhalb eines Quecksilbergefäſses den Widerstand in beiden Kreisen gleichzeitig, aber im entgegengesetzten Sinne ändert.

Colberg's Quecksilber-Telephon.

Paul Colberg in Berlin stellt (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 44563 vom 17. December 1887) sein Telephon so her, daſs er einen an einem Ständer verstellbaren Kasten bis nahe an den oberen Rand mit Kohle füllt, in welcher in der Mitte eine Vertiefung gebildet ist, die mit Quecksilberamalgam gefüllt wird. Letzteres wird durch eine Kohlenscheibe bedeckt, worauf die zwischen zwei Ringen eingeklemmte schwingende Platte aufliegt. Die elastische und gut leitende Masse (Quecksilber oder Quecksilberamalgam) zwischen den Mikrophoncontacten soll die Empfindlichkeit der letzteren erhöhen.

Mönnich's elektrische Mittheilung von Beobachtungen in die Ferne.

In dem Centralblatt für Elektrotechnik, 1888 * S. 920 (vgl. auch Electrician, 1889 Bd. 22 * S. 438) wird eine von Dr. Paul Mönnich in Rostock angegebene und in mehreren Staaten patentirte Anordnung besprochen, durch welche in einer ganz neuen Weise Beobachtungen und Ablesungen, die mit irgend einem Instrumente gemacht werden können, auf elektrischem Wege in die Ferne flach einem anderen Orte mitgetheilt werden können. An dem letzteren Orte und an dem Beobachtungsorte, an dem das Instrument aufgestellt ist, befinden sich zwei gleiche Drahtrollen, die nebst einem Selbstunterbrecher in den Strompreis einer galvanischen Batterie eingeschaltet sind. Innerhalb jeder Rolle ist eine zweite Rolle drehbar angebracht, die mit einem über einer Scala spielenden Zeiger verbunden ist; diese beiden inneren Rollen sind – aber in entgegengesetztem Sinne – durch eine zweite Stromleitung mit einander verbunden, die auch ein Telephon in sich enthält. An dem Beobachtungsorte Wird die innere Rolle durch das Instrument, dessen Angaben aus der Ferne abgelesen werden sollen, bei jeder Aenderung gedreht, und wenn dann der ferne Beobachter auch seine innere Rolle dreht, bis im Telephon das Arbeiten des Selbstunterbrechers nicht mehr hörbar ist, der erste Stromkreis also in beiden Rollenpaaren gleich stark und entgegengesetzt inducirend wirkt, dann kann der Beobachter überzeugt sein, daſs seine innere Rolle in ihrer Stellung gegen die äuſsere der Stellung der inneren Rolle am Instrumente genau entspricht.

Telephonischer Rufapparat der Western Electric Company.

Die Möglichkeit, zwei Theilnehmer eines städtischen Telephonnetzes in eine und dieselbe Leitung hinter einander zu schalten (vgl. 1883 248 * 331), Schafft die Western Electric Company in Chicago, III., nach ihrem englischen patente Nr. 12325 vom 12. September 1887 unter Anwendung eines eigenartigen Rufapparates in der dem Vermittelungsamte am nächsten liegenden Sprechstelle. Im Inneren einer Drahtrolle ist ein Stabmagnet so aufgehängt