Text-Bild-Ansicht Band 274

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zieht man in einem Extractionsapparat am besten in einem groſsen Soxhlet'schen mit Chloroform aus, was leicht und rasch von statten geht. Hierauf schüttet man ihn auf ein Sieb, wo das Chloroform rasch abdunstet, zerblättert ihn mit zwei Federzangen und pinselt das Lupulin durch. Das Absieben der Lupulinhülsen geht ungemein leicht und rasch vor sich, so daſs man gar keine Blattstückchen in dieselben bekommt. Es fallen aber leicht Narben hinein. Diese kann man jedoch einfach durch wiederholtes Absieben entfernen. Die erhaltenen reinen Lupulinhülsen werden nun gewogen und aus ihrem Gewicht mit Hilfe der früher erhaltenen Zahl das ursprüngliche Lupulingewicht berechnet. Das Verfahren ist bedeutend genauer als das ursprüngliche Haberlandt'sche und liefert Zahlen, die einen besseren Einblick in die Zusammensetzung des Hopfens gestatten, als dies bei Anwendung des Haberlandt'schen möglich ist. Die Lupulindrüsen sind nämlich bei den verschiedenen Hopfensorten sehr verschieden zusammengesetzt. Zwei Beispiele dienen zur Erläuterung des Mitgetheilten:

Hopfen
A B
Bestimmt nach Haberlandt: In 100 Th. Hopfen Lupulin 8,00 6,74

Bestimmt nach Reinitzer:

In 100 Th. Hopfen
Lupulin
Lupulinhülsen
Lupulininhalt
12,15
3,11
9,09
10,55
3,37
7,18
In 100 Th. Lupulin Hülsen
Inhalt
25,60
74,40
31,97
68,03

(Schluſs folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Spanndorn für das Legen von Rohrleitungen.

Um beim Legen der Rohrleitung die Dichtung der Muffen mit Genauigkeit bewirken zu können, und während des Einbringens und Befestigens des Dichtungsmateriales die richtige Lage der Röhrenden zu sichern, hat sich Thomas Shelton in Mc Keesport, Pa. (Amerikanisches Patent Nr. 413737 vom 16. Juni 1887), einen Spanndorn patentiren lassen, bei welchem ein Ring aus elastischem Material vom Innern der Röhren aus vor die Stoſsstelle gepreſst wird. Das Anstellen des Ringes geschieht entweder dadurch, daſs zwei mit einem conisch geformten, umlaufenden Stege versehene Einfassungsscheiben einander mittels entgegengesetzten Schraubengewindes genähert werden, wodurch die unter dem elastischen Ring fassenden conischen Stege denselben nach auſsen treiben, oder durch Andrehen mittels eines mit Knaggen versehenen Rades, in der Weise, wie es bei Drehbankdornen üblich ist.

Bei engen Röhren ist der Stelldorn mit Rohr und Hülse zum Einbringen vom Rohrende aus versehen, und kann das Anstellen vom Rohrende aus bewerkstelligt werden. Bei befahrbaren Röhren ist die Anstellung nahe der Scheibe und ist, um die Verschiebung des Spanndornes im Rohre zu erleichtern, derselbe mit Fahrrollen versehen.

Zahngestänge für Gebirgsbahnen.

Nach dem Amerikanischen Patente Nr. 413827 vom 8. Mai 1889 will E. Ludwig in Bern Zahngestänge für Gebirgsbahnen dadurch herstellen, daſs er in die obere Fläche von Zorés Eisen Verzahnungen einwalzt. Es soll dies mittels Walzen geschehen, welche ähnlich construirt sind wie Zahnräder. Die obere derselben hat die genaue zu erzielende Zahnform herzustellen, die untere ist dazu bestimmt, das Material einzupressen und die innere, nicht genau vorgeschriebene