Text-Bild-Ansicht Band 274

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W. Arrol's tragbare Nietmaschine mit Druckwasserbetrieb.

Mit Abbildungen auf Tafel 23.

Die Verbesserungen an dieser Nietmaschine, welche in der Hauptanordnung den älteren Ausführungen gleicht, bestehen nach dem Englischen Patent Nr. 13471 vom 8. September 1888 im Wesentlichen in der Entlastung der Gelenkbolzen und in einer annähernden Geradführung des Druckstückes, welches die Verbindung zwischen Kolben und Druckhebel darstellt.

Der untere Hebel A (Fig. 9 bis 12), an dessen Ende der Cylinderkopf C angegossen ist, wird mittels zweier Schienen D mit dem oberen Druckhebel B derart gelenkig verbunden, daſs die Schienenköpfe von D die kurzen Hebelzapfen von A und B überdeckend, diese übergreifen (Fig. 11), während die entlasteten, quer durchgeführten schwachen Schraubenbolzen S bloſs die seitliche Verbindung herstellen. Dadurch wird die Festigkeit der Verbindungsglieder auſserordentlich erhöht.

Es würde ferner eine Gelenkverbindung des Kraftkolbens E mit dem Hebelende von B in Folge Schieſstellung des Druckstückes F beständig zu Seitendrücken am Kolben E Veranlassung geben. Um diese zu vermeiden und die Gelenkbolzen gleichzeitig von jeder Druckkraft zu entlasten, wird dieses Druckstück F mittels einer Lenkerschiene G möglichst gerade geführt, während das Druckstück F nur mittels seiner äuſseren Kopfflächen die Druckkraft überträgt, indem die schwachen Gelenkbolzen bloſs die Verbindung sicherstellen. Wie aus Fig. 11 ersichtlich ist, sind diese Bolzen an Seitenlappen des Hebels B und des Kolbeneinsatzstückes H einseitig angebracht. Die ganze Vorrichtung wird an einem durch das Loch bei G gesteckten Bolzen an der Krahnkette aufgehangen.1)

[Kleinere Mittheilungen.]

Vorrichtung zum Abdrehen von Walzen am Betriebsorte.

Nach einer Mittheilung in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung, 1889 Bd. 48 Nr. 16 * S. 142, werden in Clausthal die unrund gewordenen Quetschwalzen der Erzwalzwerke in der Maschine lagernd nachgedreht. Zu diesem Behufe bedient man sich eines Quersupportes a (Fig. 20 und 21 Taf. 24) mit stellbarem Stichelgehäuse, welches je nach Bedarf auf den Walzlagerdeckeln nach rechts oder links wirkend aufgeschraubt wird.

Vor dieser Bearbeitung werden selbstverständlich die Lagerschalen passend Angestellt, der parallele Abstand der Walzenwellen durch eingelegte feste Zwischenplatten b und b1 (Fig. 21) sichergestellt und der federnde Andruck der Walzen durch feste Zwischenlagen c und c1 aufgehoben.

Zur Erzielung der erforderlichen Arbeitsgeschwindigkeit beim Abdrehen wird vor dem eigentlichen Triebwerke des Walzwerkes noch ein stark übersetzendes Räderpaar k, l eingeschaltet, dessen Welle von einem Zusatzriemen auf g, h bethätigt wird, welches während des eigentlichen Walzbetriebes abgestellt bezieh. ausgerückt werden muſs.

1)

Ueber Arrol'sche Nietmaschinen vgl. 1886 260 * 113. 1888 269 * 241.