Text-Bild-Ansicht Band 275

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W. H. Warren's Fräse- und Stoſsmaschine.

Mit dieser, den Bohr- und Stemmmaschinen für Holzbearbeitung nachgebildeten Maschine soll die Bearbeitung kleiner Werkstücke aus Eisen mit einmaligem Aufspannen angestrebt werden. Zu diesem Behufe ist nach American Machinist, 1888 Bd. 11 Nr. 32 * S. 3, auf einem Ständer neben einer Nuthstoſsmaschine noch eine selbständig betriebene Fräsespindel, welche auch als Bohrspindel benützt werden kann, angeordnet.

Der die Fräsespindel lagernde Schlitten ist durch ein hängendes Gegengewicht entlastet, während die Spindelverstellung beim Bohrbetriebe durch eine mittels Kurbel bethätigte Schraubenspindel durch Hand ermöglicht wird. Der als Kreuzsupport vollständig ausgebildete Aufspanntisch hat 260 zu 180mm Verschiebung, der Stoſsschlitten 100mm Hub und die Bohr- oder Fräsespindel 130mm Senkrechtverstellung.

Diese kleine vereinigte Bohr-, Fräse- und Stoſsmaschine kann unter Umständen einige Vortheile gewähren (vgl. Fräsemaschinen 1887 265 482).

Sprague's elektrische Eisenbahn.

Um eine nach jeder Richtung erprobte Art elektrischer Eisenbahnen einzuführen und die Erfahrungen zu benutzen, welche in den Vereinigten Staaten von Nordamerika auf diesem in Deutschland noch wenig beachteten Gebiete gemacht sind, hat die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft in Berlin mit Frank Sprague (vgl. 1888 270 336; 1889 271 240, 273 544, 586) und der nach ihm benannten Sprague Electric Railway und Motor Company in New York Vereinbarungen getroffen, welche sie in den Stand setzt, elektrische Bahnen in gleicher Vollendung auszuführen. Durch das getroffene Uebereinkommen hat die Gesellschaft sich auſser werthvollen Patenten und dem Rechte der ausschlieſslichen Benutzung zukünftiger Erfindungen in Deutschland, Oesterreich, Ruſsland und anderen Ländern, zugleich die unmittelbare Verwerthung der auch im amerikanischen Betriebe gewonnenen Erfahrungen gesichert. Wie bedeutend diese jetzt schon sind, geht daraus hervor, daſs die im engen Zusammenhange mit der General Electric Company in New York (einer Vereinigung der amerikanischen Edison-Gesellschaften) stehende Unternehmung schon jetzt nach ihrer Art in den Vereinigten Staaten 59 verschiedene Bahnen von im Ganzen 725km Länge gebaut und mit 477 Motorwagen ausgerüstet hat. Die erste elektrische Bahn dieser Art auf dem Continent wird gegenwärtig von einer hervorragenden italienischen Pferdebahngesellschaft zwischen Florenz und Fiesole angelegt.

Wie entwickelungsfähig die Anwendung der elektrischen Kraft sich auf dem gesammten Gebiete des Transportwesens erweist, lassen die Umwälzungen erkennen, die sich gerade jetzt in Amerika vollziehen, wo die Elektricität, wenn sie bisher auch noch nicht in den Fernverkehr eingedrungen ist, doch im lokalen Verkehre schon jetzt festen Boden gewonnen hat und vor Allem mit dem Betriebe durch Zugthiere in erfolgreichen Wettbewerb getreten ist.

Die Vorzüge des elektrischen Betriebes auf diesem Gebiete sind folgende: In Folge der gröſseren zulässigen Fahrgeschwindigkeit und des rascheren Anfahrens und Anhaltens wird einestheils mit einer geringeren Wagenzahl der Verkehr bewältigt und hierdurch bei gleichen Kosten die Leistung erhöht, anderntheils erspart das Publikum nicht unwesentlich an Zeit; bei Schneefällen kann der Betrieb noch aufrecht erhalten werden, wenn er bei thierischer