Text-Bild-Ansicht Band 275

Bild:
<< vorherige Seite

Eiweiſskörper sehr verschieden verhalten (Journal für Landwirthschaft, Bd. 37 S. 335).

Versuche über den Einfluſs der Kohlensäure auf die diastatischen Fermente führte W. Ebstein aus (Chemisches Centralblatt, Bd. 11 S. 1025). Zu den Versuchen diente Glycogenlösung und verschiedene thierische Fermente, sowie Diastase. Bei den thierischen Fermenten übte die Kohlensäure einen hemmenden, bei der Diastase dagegen einen günstigen Einfluſs aus.

Morgen.

[Kleinere Mittheilungen.]

Neales' Mikrophon ohne schwingende Platte.

Das für F. W. Neale in Stoke-on-Trent, Staffs, für England unter Nr. 8433 vom 11. Juni 1887 patentirte Mikrophon besteht aus einer der Länge nach aufgeschlitzten wagerecht liegenden Röhre. Die obere Hälfte A derselben ist an der einen Seite mit der unteren Hälfte B durch ein Gelenk o. dgl. verbunden, die auf einer Unterlage E ruht. Die einander gegenüberliegenden Kanten beider Hälften sind mit Kohlenstreifen belegt, die in den Abbildungen durch dicke schwarze Linien angedeutet sind. Die Drähte L und K schalten die beiden Röhrenhälften in einen Stromkreis ein und in letzterem ändert sich die Stromstärke, wenn man in das eine Ende der Röhre hineinspricht, so daſs man die Rede auf einem mit eingeschalteten Telephon hören kann.

Gläserne Dachziegel.

Um die Verwendbarkeit gläserner Dachziegel zu vergröſsern und die aus der ungleichförmigen Dicke derselben entstehende Feuergefährlichkeit zu beseitigen, schlägt „Diamant“ vor, nur blasenfreie oder gerippte Glasziegel zu verwenden. „Um sich aber auch bei Anwendung von gekrümmten oder mit Blasen durchsetzter Ziegel vor Feuersgefahr zu schützen, überziehe man die nach innen gekehrten Flächen, wie dieses für die Fensterscheiben in Pulvermühlen vorgeschrieben ist, mit weiſser Farbe, wodurch dieselben das Aussehen von matt geschliffenem Glas erhalten. Zur Herstellung dieser Farbe reibt man Bleiweiſs in einer Mischung von drei Vierteln Firniſs und einem Viertel Terpentinöl und setzt der Mischung als Trockenmittel gebrannten weiſsen Vitriol und Bleizucker zu. Die Farbe muſs äuſserst dünn angemacht und auf die Glasflächen mit einem breiten Anstrichpinsel so gleichmäſsig als möglich aufgetragen werden.

Wenn das Glas einer Erneuerung des Anstriches bedarf, so muſs der alte Anstrich zuvor durch Anwendung einer starken Lauge beseitigt, oder ein Gemisch aus 2g Salzsäure, 2g weiſsem Vitriol, 1g Kupfervitriol und 1g Gummi arabicum mittels eines Pinsels auf die alten Anstrichflächen getupft werden. Der Lichtdurchlaſs wird durch diesen Anstrich nur mäſsig beeinträchtigt. Der Glasziegel aber gewinnt dadurch an Verwendbarkeit und wird sich die verdiente Werthschätzung in erhöhtem Maſse erwerben.

Erkennung von vegetabilischem Elfenbein.

Das sogen. vegetabilische Elfenbein stammt von der Frucht einer Palmenart ab und wird zu kleineren Drechslerarbeiten statt des echten Elfenbeins häufig verwendet. Um dasselbe zu erkennen, legt man es in concentrirte Schwefelsäure, durch welche es intensiv roth gefärbt wird.

O. Schäffler's Mikrophon mit freischwingender Kammer.

Ist ein Mikrophon nur auf starke Schalleinflüsse berechnet, so wird es für schwache fast unempfindlich und vermag auf weitere Entfernungen nur unvernehmbar zu arbeiten. Spricht das Mikrophon auf schwächere Schallwellen an. so tritt leicht unter der Einwirkung stärkerer Wellen eine absetzende Trennung der Elektroden und dadurch eine akustische Verstümmelung