Text-Bild-Ansicht Band 276

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zur rechten Zeit durch einen Elektromagnet auf das Papier aufgelegt wurde.

Ueber Fortschritte in der Bierbrauerei.

Fernthermometer zur Messung der Temperatur in Malzdarren von Franz Schwackhöfer (Allgemeine Brauer- und Hopfenzeitung, 1890 Bd. 30 S. 216). Der patentirte Apparat besteht aus mehreren an den Unterflächen der Malzdarrhorden zu befestigenden metallenen Hohlkörpern, welche durch ein enges Bleirohr mit einander und mit einem Manometer verbunden sind. Das Letztere dient dazu aus der Spannung der eingeschlossenen Luft die Temperatur zu bestimmen. Der neue Apparat ermöglicht die Temperatur der Blech- oder Drahtgeflechthorden, welche oft um 10° höher als die Lufttemperatur über dem Darrmalz ist, zu messen. Auſserdem zeigt der Apparat die Mitteltemperatur der ganzen Horde an, was sehr wesentlich ist, da selbst bei den besten Heizanlagen an verschiedenen Punkten der Darren Temperaturdifferenzen von 10 bis 20° vorkommen können. Der Apparat ermöglicht auch das direkte Ablesen der Temperaturen am Heizerstande.

Elektrische Erscheinungen in der Malzputzerei (Wochenschrift für Brauerei, 1890 Bd. 7 S. 184, nach einem österreichischen Fachzeitschriften entnommenen Berichte des Leiters der Malzfabrik in Namiescht bei Olmütz). Das Malz hatte einen ziemlich weiten Weg zur und von der Putzmaschine mittels Schnecken zurückzulegen, bevor es an seinen Bestimmungsort im Malzmagazine gelangte. Das Malz ging in ein Magazin, welches ganz dunkel war. Da das Lokal schon ziemlich voll war und das einlaufende Malz bereits bis an das Auslaufrohr hinaufreichte, so muſste eine Arbeiterin das Malz mit der Schaufel nach allen Seiten aus einander werfen. Nach einiger Zeit erklärte die Frau die Arbeit nicht mehr fortsetzen zu wollen, weil sie von unsichtbarer Hand einen wuchtigen Schlag auf den Kopf erhalten habe. Als man sich hierauf in den Keller begab, um der Sache auf den Grund zu gehen, bot sich den Betheiligten folgendes interessante elektrische Schauspiel dar:

Wurden die Hände in das herablaufende warme Malz gesteckt und wieder herausgezogen, so sprühten alle Finger elektrische Funken und brachte man die Fingerspitzen oder besser den Knöchel des Zeigefingers, ähnlich wie an den Conductor einer in Thätigkeit befindlichen Elektrisirmaschine, nahe an die verstaubte Rohrdecke des Lokals oder tupfte man dieselbe, so bemerkte man in Folge dieser Berührung ein ziemlich groſses, weiſses Flämmchen, vernahm ein laut hörbares Knistern und verspürte nicht nur in dem Zeigefinger, sondern in der ganzen Hand einen Ruck oder Schlag ganz ähnlich wie bei einer Elektrisirmaschine.