Text-Bild-Ansicht Band 276

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säurefreies, raffinirtes Rüböl, das zu dem Zwecke sorgfältig aufzubewahren ist, auf der Maschine probirt. Die Reibungscoeffizienten müssen innerhalb der Fehlergrenzen unter gleichen Versuchsbedingungen die gleichen werden. Ist dies nicht der Fall, so muſs man die Maschine unter mittlerem Druck (etwa p = 50 bis 70k/qc) so lange einlaufen lassen (zuweilen tagelang), bis sie den guten Zustand wieder erlangt hat.

Um sich während des Versuches von dem guten Zustande der Maschine zu überzeugen, braucht man das Pendel nur anzustoſsen. Es muſs dann auch bei den höchsten Drucken p dem Stoſse so leicht folgen, als ob es an einer Uhrfeder aufgehängt wäre, und muſs nach mehreren Schwingungen von ganz regelmäſsig abnehmenden Ausschlägen genau wieder in die alte Lage zurückkehren.

Wegen der weiteren Einzelheiten der Versuchsausführung und der Beurtheilung der Ergebnisse verweisen wir auf die in der Quelle angezogenen Schriftstücke.

Da die erste Prüfung und Untersuchung der Maschine eine sehr sorgfältige sein muſs, so sei hier darauf hingewiesen, daſs diese auf Antrag durch die Versuchsanstalt bewirkt werden kann.

Die Constructionen der Schützenwechsel an den neuesten mechanischen Webstühlen; von Otto Hallensieben.

(Schluſs des Berichtes S. 168 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Es ist nicht zu bestreiten, daſs der Hartmann'sche Schützenwechsel sehr viel Aehnlichkeit mit demjenigen des Schönherr'schen Kurbelbukskinstuhles hat. Wie aus der Zeichnung desselben (Fig. 5) ersichtlich ist, hat auch der Hartmann'sche Wechsel die mit den Excentern verbundenen Platinen, welch letztere gleichfalls an beiden Seiten mit entgegengesetzt stehenden Nasen versehen sind. Nur sind diese Platinen Hegend angeordnet und zur Verschiebung derselben werden, anstatt der Schieber, zwei entgegengesetzt schwingende Hebel a und b verwendet. Die Bewegung des einen dieser Hebel b erfolgt direkt von der Kurbelwelle C aus durch ein Excenter, welches auf die Rolle des mit dem Hebel verbundenen Schiebers e wirkt. Mit letzterem ist ein zweiarmiger Hebel dd1 verbolzt, dessen unterer Arm mittels der Zugstange f die entgegengesetzte Schwingung des Hebels a erzeugt.1)

Die Hebel a und b sind mit Nasen versehen, welche, je nachdem die Platinen gg1 niedergelassen, oder nach oben gezogen sind die untere oder obere Nase dieser Platinen fassen und dieselben nach links oder

1)

Nach Mittheilungen aus den Königl. techn. Versuchsanstalten, 8. Jahrg. Heft 1, mit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Herrn Prof. Martens.