Text-Bild-Ansicht Band 276

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die Senkrechte fallen und die Bewegungsrichtung des Schiebers in der Wagerechten liegen. Da sich die Ausführungsfehler nicht summiren, sondern zum Theil ausgleichen werden, so darf man annehmen, daſs das Ergebniſs bis auf 0mm,5 also α = 0,5/9,375.10 oder nahezu fünf Einheiten der dritten Dezimalen von α sicher sein wird.

Mit der unmittelbar auf einander folgenden Ablesung des Druckes (n) am Manometer, der Thermometerangaben und der Gröſse von α ist eigentlich das Versuchsergebniſs erhalten. Diese Ablesungen müſsten aber während eines gröſseren Zeitraumes in bestimmten Zwischenräumen wiederholt werden und das würde den Beobachter fortwährend an die Maschine fesseln und ihn bald ermüden. Es ist deshalb eine selbsthätige Aufzeichnung der Versuchsergebnisse vorgesehen, und kann die Mitbeschaffung des Schreibapparates nach den in der Versuchsanstalt gemachten Erfahrungen dringend empfohlen werden.

Der Schreibapparat ist in Fig. 1 bis 5 nur angedeutet und wollen wir hier auf denselben, als nebensächlichen Theil, nicht näher eingehen, vielmehr Interessenten auf die Quelle verweisen.

Da es nothwendig ist, die Versuche stets genau unter den gleichen Bedingungen auszuführen, so hat man für die Versuche zunächst sich eine bestimmte Stufenleiter für die Drucksteigerung und für die gleichzeitig inne zu haltenden Lagerschalenwärmen zu bilden und nach Einstellung des Druckes die Wasserzufuhr so zu regeln, daſs die beiden Thermometer die gewünschte Wärme anzeigen. Die Angaben des letzteren werden um ein Geringes von einander abweichen, der Unterschied ist aber nahezu gleichbleibend, weil die Reibungsarbeit oder die Wärmeabgabe in beiden Schalen wohl nur selten genau gleich sein wird. Um es den Interessenten zu ermöglichen, ihre Versuche genau auszuführen, wie es in der Versuchsanstalt geschieht, seien hier die dort benutzten Druck- und Wärmestufen mitgetheilt. Es wird bei 200 Umdrehungen des Zapfens in der Minute oder nahezu 1m/Sec. Umfangsgeschwindigkeit:

10 25 40 53 66 80 93 106 119 132 145 158 at
t = 23,5 26,8 30,0 33,2 36,8 40,7 45,0 49,5 55,0 61,4 68,0

worin f die reibende Fläche der Lagerschalen in Quadratcentimetern bedeutet. Nach Erreichung der richtigen Versuchswärme läſst man die Maschine etwa noch 5 Minuten laufen. Der Pendelausschlag wird während dieser Zeit noch um ein Geringes abnehmen; es ist aber praktisch nicht wohl möglich, bis zum Eintritt des Beharrungszustandes zu warten, weil man hierdurch viel Zeit verlieren würde, ohne wesentlich andere Ergebnisse zu erzielen.

Die Controle darüber, ob die Maschine ihre Schuldigkeit thut, ist dadurch zu führen, daſs man von Zeit zu Zeit ein reines, möglichst