Text-Bild-Ansicht Band 281

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50 Ampère, was 29,5 entspricht; theilweise steigt die Spannung im Maschinenhause auf 440 Volt. Der 3,5 t schwere und für 35 berechnete Motor zieht einen Zug von 18 bis 23 Wagen mit etwa 60 t Gewicht auf einer 656 m langen Bahn. Schlesinger hat auch eine Kohlenschrämmaschine entworfen.

Eine von der Osgood Dredge Company gebaute elektrische Grabmaschine (excavator) wird nach dem Engineering News vom 20. September 1890 * S. 250 von der Bennett Amalgamator Company in Denver, Col., in Verbindung mit deren Amalgamatoren in den Gold führenden Kiesgruben benutzt. Die 100 -Dynamo wird mit Wasserkraft getrieben; die Elektricität wird 2 km weit nach den Gruben geleitet und treibt da einen Bagger, ein Förderband, den Amalgamator, zwei Pumpen und speist eine elektrische Lichtanlage. Der Bagger wird von einem festliegenden 25 -Motor und einem 15 fahrbaren Motor in Gang gesetzt. Dazu ist der das Förderband und den Amalgamator mittels Riemen treibende 25 -Motor auf dem Wagen aufgestellt; das Förderband ist an der einen Seite des Baggers aufgestellt, der Amalgamator mit dem Bagger gekuppelt. Die Maschine arbeitet sehr gut und elastisch, daher ohne die sonst bei Grabmaschinen gewöhnlichen Brüche.

Eine neue elektrische Locomotive für Bergwerke baut die Thomson- Van Depoele Electric Mining Company in Boston in verschiedener Grösse. Die eine, in dem Engineering and Mining Journal vom 7. Februar 1891 beschriebene ist auf 60 berechnet, von oben bis zu den Schienen 1 m hoch. Sie wird für Spurweiten von 0,9 bis 1,44 m gebaut. Die zur Leitung des Ganges dienenden Hilfsmittel sind sämmtlich an dem einen Ende der Locomotive angebracht und bei der den Ausblick nicht hindernden geringen Höhe braucht der Lenker bei Umkehrung der Fahrtrichtung seinen Platz nicht zu verändern. An jedem Ende sind zwei elektrische Lampen mit parabolischem Spiegel angebracht und beleuchten die Strecke weithin. Der den Strom der Leitung entnehmende Läufer hat die Doppelellenbogenform erhalten, die sich dei früheren Anlagen als so passend für Bergwerke erwiesen hat; derselbe passt sich innerhalb angemessener Grenzen der wechselnden Höhe des oberirdischen Leiters an. Die Eisenblechdecke bildet eine ganz wasserdichte Schutzhülle gegen fallendes Gestein u. dgl.

Neue Verfahren und Apparate in der Zuckerfabrikation.

(Schluss des Berichtes S. 18 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Eine Neuerung an Centrifugen mit Schälrohren zum Zweck ihrer Benutzung als Deckcentrifugen für Zucker u. dgl.

wurde im Deutschen Reiche vom 17. März 1889 ab für R. Fölsche (Halle a. S.) patentirt (Nr. 55037).

Die in bekannter Weise zur Trennung specifisch verschieden schwerer Flüssigkeiten eingerichtete Centrifugentrommel 2 wird mit einer Siebtrommel 1 im Inneren, unterhalb, oberhalb oder seitlich von der ringförmigen Separationsscheibe 7 versehen, wodurch sich die in Fig. 8 und 9 dargestellten drei Ausführungsformen ergeben.

In diese Trommel wird die auszuwaschende feste Substanz, z.B. Zuckerfüllmasse, gegeben und durch Einführung von Wasch- oder Deckflüssigkeit entweder vom äusseren Umfang der Trommel oder von der Mitte derselben her ausgewaschen.

Die zum Auswaschen benutzte Flüssigkeit wird entweder durch das verschiebbare Schälrohr 6 oder durch das verschiebbare Schälrohr 4 abgezogen, und zwar derart, dass die ganze Füllmasse mit Deckflüssigkeit durchtränkt erhalten bleiben kann.

Diese Einrichtung gestattet, die in der Centrifugentrommel befindliche feste oder breiige Füllmasse, vor oder nach dem Entfernen der der Füllmasse anhaftenden Mutterlauge oder Maischflüssigkeit, mit Auswaschflüssigkeit nach Bedarf mehr oder weniger oder auch vollständig zu durchtränken.

Textabbildung Bd. 281, S. 42
Auf diese Weise kommen sämmtliche Theilchen der Füllmasse sicher mit der Waschflüssigkeit in Berührung, und das Auswaschen lässt sich unter Anwendung von möglichst wenig Waschflüssigkeit bis zur grössten Vollkommenheit treiben.

Wird die Waschflüssigkeit während dieses Vorganges specifisch schwerer, so ist sie durch das Schälrohr 4 abzuziehen; wird sie umgekehrt leichter, so ist sie durch das Schälrohr 6 abzuziehen. Durch diese Einrichtung wird erzielt, dass entsprechend dem specifischen Gewicht stets die schlechteste Auswaschflüssigkeit aus der Trommel entfernt wird. Selbstverständlich lässt sich dieses Auswaschen in einer Batterie von Centrifugen im Gegenstrom ausführen, so dass die Centrifuge mit dem schon am besten ausgewaschenen Zucker die reine Auswaschflüssigkeit erhält, welche beim Abziehen dann der Centrifuge mit dem weniger gut gedeckten Zucker, und so fort bis zur schlechtesten Centrifuge, zugeführt wird.

Nach dem Fertigwaschen kann die noch in der Trommel befindliche reine Waschflüssigkeit durch das Schälrohr 4 oder durch die Ablassvorrichtung 3 aus der Trommel entfernt und so die Füllmasse trocken geschleudert werden.

Patentanspruch:

An einer Centrifuge mit geschlossener Trommel 2, Siebtrommel 1 und Schälrohren 4 oder 6 die Anordnung einer einen Fangraum abgrenzenden Trennscheibe 7.