Text-Bild-Ansicht Band 282

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u.a. eine Dreifach-Expansionsmaschine, wozu er sich vermöge seiner hohen Dampfspannung besonders eignet; ausgeführt ist er in der Kesselschmiede von Ew. Berninghaus in Duisburg.

Die Dampfkesselanlage der Actiengesellschaft H. Paucksch, Landsberg a. d. Warthe, besteht aus drei gleich grossen Patent-Cornwallkesseln; jeder derselben ist 10 m lang, hat 2,1 m Durchmesser und zwei Feuerrohre, die vorn 0,8 m Durchmesser haben; die Heizfläche eines jeden Kessels beträgt 80 qm, und der Dampf wird mit 8 at Ueberdruck geliefert. (Vgl. 1889 274 121.)

Jedes der Flammrohre besteht aus 16 Schüssen, von welchen die drei ersten, je 1116 mm lang und 800 mm weit, ein Stück eines gewöhnlichen glatten Rohres bilden. Die folgenden Schüsse sind 500 mm lang. Die lichte Weite des vierten Schusses ist 750 mm, während die folgenden abwechselnd 650 mm und 750 mm Weite haben. Die nach aussen gekehrten Börtelungen haben oben breitere Ränder und sind so mit den versteifenden Ringen vernietet, dass die Schüsse unten in einer Flucht liegen, während sie oben sichelförmige Stirnflächen, die Verbreiterung der Börtelungen, dem Gasstrom entgegenstellen. Diese Anordnung hat den Zweck, die Heizgase während ihres Durchganges durch die Flammrohre in stark wirbelnde Bewegung zu versetzen. Versuche von Prof. Lewicki in Dresden haben eine Verdampfung von über 30 k für 1 qm Heizfläche ergeben.

Die drei combinirten Kessel in der Ausstellung liefern den Dampf für die grosse 600pferdige Maschine, welche in der Mitte der grossen Maschinenhalle ebenfalls von der Actiengesellschaft H. Paucksch ausgestellt ist; zwei Kessel genügen für diese Leistung, der dritte bildet die Reserve.

Mit Absteif-Kühlrohren versehener Kraftsammelkessel für Druckwasser und Luft oder Gas.

Von Hugo Diekmann.

Mit Abbildung.

Um bei Kraftsammlern für Druckwasser und Luft oder Gas ohne Gewichte und ohne besondere Abdichtungen den Druck sehr hoch steigern zu dürfen, ohne durch die Drucksteigerung ein Erhitzen der Luft o. dgl. bis zu einem Grade zu veranlassen, dass ein Undichtwerden des Kessels eintritt, werden nach vorliegender Erfindung Kühlrohre angewendet, welche die Decke mit dem Boden des Kraftsammlers verbinden und obere Seitenöffnungen haben, die der über dem Wasser sich ansammelnden Luft Eintritt in das Rohrinnere gestatten. Diese Kühlrohre bilden einerseits eine wirksame Versteifung, bei welcher man mit massig starken Decken und Boden wänden ausreicht, andererseits vermehren sie die Kühlfläche für die durch starke Pressung sich erhitzende Luft derart, dass die Gefahr einer aus einer Erhitzung entstehenden Undichtigkeit des Kessels vermieden ist. Durch eine entsprechende Anzahl solcher Rohre muss sich der Grad der Absteifung und die Grösse der Kühlfläche innerhalb praktischer Grenzen beliebig erhöhen. Anliegende Zeichnung zeigt einige Beispiele eines solchen Kraftsammelkessels mit Absteif-Kühlrohren. (Vgl. 1891 280 * 289.)

In dem aus Schmiedeeisen luft- und wasserdicht hergestellten Kessel A sind innere Rohre L angeordnet, welche die Decke mit dem Boden verbinden, ebenfalls luft- und wasserdicht sind und eine oder mehrere obere Seitenöffnungen O haben, durch welche das Innere des Rohres mit dem Inneren des Kessels in Verbindung steht.

Textabbildung Bd. 282, S. 5
Die Zeichnung zeigt einen solchen Kraftsammelkessel in Verbindung mit einem hydraulischen Hebekrahn. Eine Presspumpe PP, welche so eingerichtet ist, dass sie Luft oder auch Wasser in den Kessel A einpumpen kann, steht mit diesem durch das Druckrohr D in Verbindung, und das Druckrohr D1 führt zur hydraulischen Maschine in den Druckcylinder des Hebekrahns. Durch ein Sicherheitsventil S mit einem den höchst zulässigen Druck anzeigenden Manometer kann bei Eintreten dieses Druckes das Dampfventil V der Presspumpe PP geschlossen werden, um diese zum Stillstand zu bringen. Die Presspumpe entnimmt durch das Saugrohr S1 aus dem Behälter R ihr Betriebswasser und lässt dasselbe nach dem Verbrauch durch das Rohr R1 in den Behälter zurückfliessen. In dem Kessel A ist der niedrigste Wasserstand bei N stets über dem Druckrohre D und D1, der höchste Wasserstand bei H soll die Oeffnung O in dem Kühlrohre nicht erreichen. W ist ein Wasserstandszeiger.

Zuerst wird in den Kessel A soviel Wasser eingepumpt, bis der niedrigste Wasserstand erreicht ist. Nach Absperrung der Wasserzuführung presst man mittels derselben Pumpe Luft in den Kessel A bis zu irgend einer Spannung, z.B. bis zu 20 at. Die eingepresste Luft geht dabei durch das Wasser, so dass eine Abkühlung derselben eintritt. Nach Erreichung dieser Spannung wird das Luftzuführungsrohr abgesperrt und nun wieder Wasser so lange eingepumpt, bis der höchste Wasserstand bei H erreicht ist, wobei der Theil der Luft, der durch die Oeffnungen O in die Luftrohre L getrieben wird; in diesen gekühlt und weiter verdichtet wird. Ist der höchste Wasserstand und damit der höchste Druck erreicht, so hebt sich das Sicherheitsventil S und stellt das Dampfventil V ab, so dass die Presspumpe PP aufhört zu