Text-Bild-Ansicht Band 282

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bei E eingetragen wird, worauf sie durch den von der Pumpe P erzeugten Umlauf der Waschflüssigkeit vorwärts bewegt wird. Auf diesem Wege bis zum Austrittsende E1 wird die Wolle ferner einer Bearbeitung durch abwechselnd auf und ab steigende Tröge t ausgesetzt, welche Tröge am Boden gelocht sind und lose Deckel besitzen. Durch die absteigenden Tröge wird demgemäss die darunter befindliche Wollpartie zusammengedrückt und so der gelöste Schmutz ausgepresst, während gleichzeitig die Waschlauge durch den gelochten Boden in die Tröge eindringt, unter Entweichen der Luft durch den losen Deckel. Bewegen sich dann die Tröge in ihre obere Stellung, so geben sie die Wolle wieder frei, dieselbe quillt wieder auf und wird gleichzeitig von der aus dem Boden des Troges ausfliessenden Waschlauge übergossen, so dass sowohl hierdurch wie durch die mitgerissene Luft eine weitere Ausspülung des gelösten Fettes, Schmutzes u.s.w. herbeigeführt wird.

Textabbildung Bd. 282, S. 7
Einer derartigen Bearbeitung wird die Wolle im vorliegenden Falle fünfmal unterworfen, wodurch sie zwar genügend gereinigt werden, wohl aber durch die entstehende Wirbelbewegung der Waschlauge auch leicht verwirrt und verfilzt werden dürfte. Am Austrittsende E1 wird die Wolle dann mit Waschlauge zur guten Ausquetschung reichlich gesättigt, den Quetschwalzen R und dem Lattentuche B in bekannter Weise übergeben.

Die Waschlauge fliesst dabei in den unteren Trog A ab, setzt sich hier in den durch die Wände pp1 gebildeten Abtheilungen ab und wird von der Pumpe wieder in den oberen Trog befördert.

Die Abmessungen der Maschine sind nach Text. Manuf. folgende: Der obere Trog ist etwa 4,25 m lang, 0,6 m breit und 0,35 m tief, während die Tauchtröge 0,5 m lang, 0,59 m breit und 0,2 m hoch sind. Der untere Trog A ist 3,3 m lang, 1 m breit und 0,67 m tief, während die Quetschwalzen R 0,76 m breit sind und 0,3 m Durchmesser haben. Die zu einer vollständigen Waschanlage gehörigen drei bezieh. vier Maschinen bedürfen demnach eines Raumes von etwa 16 bis 17 m bezieh. von 22 bis 23 m Länge bei etwa 1,67 m Breite.

Ueber Vorspinnkrempeln zur Herstellung geflammter Garne.

Mit Abbildungen.

Zur Herstellung geflammter Garne sind die Vorspinnkrempeln mit Einrichtungen versehen worden, durch welche das Vliess auf der Krempel mit Fasern oder mit Vliessen, Vliesstreifen, Bändern oder Vorgarnfäden von verschiedener Farbe und verschiedenem Material belegt wird.

Ernst Gessner in Aue, Sachsen, stellt unter Verwendung der Krempel (D. R. P. Kl. 76 Nr. 2274)1) geflammte (plattirte) Garne dadurch her, dass das Fasermaterial auf der Krempel mit andersfarbigen und anderen Materialien versehen wird, welche in zertheiltem Zustande oder in Form von Vliessen, Vliesstheilen, Bändern oder Vorgarn continuirlich oder periodisch auf das Fasermaterial der Krempel aufgetragen werden.

Die Vorrichtung zum wechselweisen Einführen verschiedenfarbiger Fasermaterialien in die Krempel zur Erzeugung geflammter Garne von Felix Hellemann in Gummersbach, Rheinprovinz (D. R. P. Kl. 76 Nr. 24025. Fig. 1) bewirkt dieses wechselweise Einführen durch periodische Bewegung zweier Paare Krempelspeisewalzen, welche durch ein Getriebe in Umdrehung versetzt werden, das aus Schaltwerken und Kreisexcentern mit verstellbarem Hub besteht.

Der Antrieb der Speisewalzenpaare ab und a1b1, welchen durch ihre Zuführtische verschiedenfarbiges Material zugeführt wird, erfolgt durch die abwechselnde Bewegung der Sperrklinken cc1, welche die Sperräder dd1 und damit auch die mit diesen durch Zahnradübersetzung verbundenen Speisewalzen periodisch drehen. Die Bewegung der Sperrklinken wird von den auf der Achse der Kammwalze sitzenden Excentern ee1 abgeleitet, deren Schubstangen mit den Schwingen ff1, welche auf den Achsen der Sperrräder sitzen, gelenkig verbunden sind; um die Gelenkbolzen sind zugleich die Sperrklinken beweglich. Dadurch, dass die Excenter mit ihren Excentricitäten gegen ihre gemeinschaftliche Achse entgegengesetzt angeordnet sind, dreht immer die eine der Sperrklinken ihr Rad, während die andere auf ihrem Rade zurückgleitet, ohne dasselbe mitzunehmen. Besondere Sperrklinken gg1 verhindern ein Rückwärtsdrehen der Sperräder. Durch Veränderung der Excentricität jedes Excenters lässt sich die Grösse der Materialzuführung durch die Speise walzen vergrössern oder verkleinern, dadurch können die Längen, mit welchen die Farben auf dem Garne wechseln, beliebig geändert werden.

Textabbildung Bd. 282, S. 7
Zur Anfertigung geflammter und gesprenkelter Faserblinder werden auf der Walzenkrempel von Franklin Prosser in Mystic Bridge, Staat Connecticut, und William Rogers

1)

Vgl. 1880 238 42.