Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

7) Bestimmung des Schmelz- bezieh. Erstarrungspunktes von Hartparaffinen.

Obgleich der Schmelzpunkt des Paraffins 1 bis 1,5° C. höher liegt als der Erstarrungspunkt, so wird doch bei der Bestimmung des Schmelzpunktes der Erstarrungspunkt an Stelle des ersteren angenommen. Derselbe wird nach einer Methode bestimmt, welche den Namen „English test“ führt. Ein Reagenscylinder von etwa 2,5 cm lichter Weite wird etwa mit einer 5 cm hohen Schicht geschmolzenen Paraffins beschickt, ein Glasthermometer eingetaucht und das Paraffin unter Umrühren erkalten gelassen. Wenn die Masse anfängt zu erstarren, liest man die Temperatur ab.

II. Entflammungspunkt von schwerem Mineralöl.

8) Bestimmung des Entflammungspunktes von schwerem Mineralöl.

Nachdem von der Regierung der Apparat von Abel zur Bestimmung des Entflammungspunktes der Brennöle officiell eingeführt war, wurde auch der Entflammungspunkt der Schmieröle allgemein mit diesem Apparate bestimmt. Bei Benutzung des Abel'schen Apparates ist darauf zu sehen, dass das Oel allmählich erwärmt wird, so dass, um dasselbe auf 100° C. zu erwärmen, etwa 15 Minuten gebraucht werden. In Streitigkeitsfällen ist der Pensky-Marten'sche Apparat zur Controle zu verwenden.

III. Viscosität der Mineralöle,

9) Bestimmung der Viscosität.

Die Viscosität der Mineralöle wird mittels des von Boverton und Redwood construirten Viscosimeters (Beschreibung Journ. of Soc. of Chem. Ind., 5 127) bestimmt. Der Apparat muss geaicht sein. Die Resultate werden ausgedrückt in Minuten und Secunden, welche 50 cc Oel brauchen bei 21° C. um die Röhre des Apparates, zu passiren.

IV. Erstarrungspunkt der Mineralöle.

10) Bestimmung des Erstarrungspunktes.

Dieselbe wird folgendermassen ausgeführt: In eine Reagensröhre von etwa 3 cm lichter Weite wird das zu untersuchende Mineralöl in einer Höhe von etwa 5 cm eingetragen und in einer Kältemischung bedeutend unter die Temperatur abgekühlt, bei welcher festes Paraffin zuerst sich zeigt unter stetem Umrühren mit dem Glasthermometer. Der Reagenscylinder wird dann aus der Kältemischung entfernt und mit dem Thermometer gerührt, bis die letzte Spur festen Paraffins verschwindet. Der Versuch wird mit derselben Probe wiederholt, bis man übereinstimmende Resultate bekommt. Der Punkt, bei welchem die letzte Spur festen Paraffins verschwindet, gilt als Erstarrungspunkt des Mineralöles.

B.

[Kleinere Mittheilungen.]

Heizungs- und Luftungsversuche mit eisernen Mantelöfen

verschiedener Systeme sind im Hygienischen Institute der Universität Berlin unter der Leitung des Directors, Geheimen Medicinalraths Dr. Koch, neuerdings angestellt worden, welche zu folgenden Ergebnissen geführt haben. Zur Prüfung der Lüftungswirkung wurde den Oefen, welche in Bezug auf die Mantel weite grosse Verschiedenheiten zeigten, die Aussenluft durch Kanäle von unten zugeführt. Die vorgenommenen Geschwindigkeits- und Wärmemessungen haben ergeben, dass die Lüftungswirkung sehr wesentlich von dem richtigen Grössenverhältniss des Mantels zum Ofen abhängt. Die beste Wirkung wurde im allgemeinen mit weitmanteligen Oefen erzielt, was dadurch erklärt werden kann, dass in einem engen Mantelraum die Geschwindigkeit der durchstreichenden Luft und folglich auch die geförderte Luftmenge verhältnissmässig gering ist. In gleichem Maasse ungünstig wirkt ein übermässig weiter Mantel, da bei diesem nur die der Ofenwandung zunächst liegende, höher erwärmte Luftsäule nach oben steigt, während am Umfange des Mantels ein kälterer, entgegengesetzter Luftstrom von oben nach unten entsteht, welcher sich dem Heizkörper zuwendet und nach erfolgter Erwärmung aufwärts in das Zimmer zurückströmt. Auf diese Weise wird ein Umlauf der Zimmerluft innerhalb des Mantelraumes erzeugt, welcher zwar zur Beheizung des Zimmers beiträgt, aber den Eintritt frischer Luft beeinträchtigt. Im allgemeinen hat es sich als zweckmässig erwiesen, dem Mantel etwa den doppelten Durchmesser des Ofens zu geben; jedenfalls soll der Abstand des Mantels vom Heizkörper nie weniger als 10 cm betragen und bei grossen Oefen nicht über 30 bis 40 cm hinausgehen. Durch die Versuche wurde bestätigt, dass die Beschaffenheit des Zuleitungskanals von wesentlichem Einfluss auf den Lüftungserfolg ist, und der Kanalquerschnitt mindestens gleich dem Querschnitt des Luftraumes im Mantel sein muss. Eine grosse Längenausdehnung und ein mehrfaches Knicken des Kanals hemmt die Luftbewegung so wesentlich, dass selbst bei gut construirten Mantelöfen der Luftwechsel erheblich verringert wird. Dagegen zeigte sich eine einmalige kurze Einengung des Kanals ohne erheblichen Einfluss auf die durchströmende Luftmenge. Die Lüftungswirkung wird selbstverständlich auch bei den in Rede stehenden Mantelöfen wesentlich gesteigert, wenn für die Abführung der Luft besondere Kanäle von ausreichender Weite hergestellt werden. (Thonindustriezeitung, 1891 S. 619.)

Bücher-Anzeigen.

Ueber Gebirgsbahnen von A. Schneider. Quedlinburg. Chr. Friedr. Vieweg's Buchhandlung. 29 S. 1 M. Röll, Encyclopädie des gesammten Eisenbahnwesens. III. Band mit 288 Holzschnitten, 9 Tafeln, 1 Karte. Wien. C. Gerold's Sohn.

Der vorliegende Band, der sich seinen Vorgängern würdig anschliesst, geht von „Deutsche Localbahn“ bis „Fahrgeschwindigkeit“. Um die Wichtigkeit des vorliegenden Bandes hervorzuheben, führen wir nur einige Schlagwörter an: Dienst, Drehbank, -gestelle, -brücken, Eisenbahnbrücken, Eisen und Stahl, Fahrgeschwindigkeit.

Aus einer Mittheilung der Verlagshandlung geht hervor, dass dieselbe eine Heftausgabe der Eisenbahnencyclopädie beabsichtigt, um das Werk auch den kleineren Beamten zugänglich zu machen. Wir werden nach Erscheinen der ersten Hefte auf dies lobenswerthe Unternehmen näher zurückkommen.

Leitfaden der Elektromaschinentechnik mit besonderer Berücksichtigung der elektrischen Beleuchtung für Vorträge, sowie zum Selbstunterrichte von J. Pechan. Reichenberg. J. Fritsche's Verlag. 202 S. 3,60 M.

Die Absicht des Verfassers, „eine rasche Orientirung“ über die einschlägigen Fundamentalgesetze der Elektrotechnik im Allgemeinen, insoweit dieselben das hierbei in Betracht kommende Gebiet der durch Dynamomaschinen erzeugten Ströme, also das Gebiet der Elektromaschinentechnik betreffen, zu liefern und eine kurze, leicht fassliche Darstellung der Einrichtung, Wirkungsweise, Eigenschaften und Handhabung der Maschinen, Messapparate, Lampen und Leitungen, ohne weitschweifige Beschreibungen und schwer fassliche theoretische Erörterungen zu geben, ist in vorliegendem Werke glücklich durchgeführt werden. Auf die einschlägigen Berechnungen, sowie auf Deutlichkeit der Abbildungen ist grosse Sorgfalt verwendet. Zur Einführung in die Elektrotechnik, auch bei Selbstunterricht, erscheint das Werkchen recht geeignet.

Die Elektricität und ihre Anwendungen zur Beleuchtung, Kraftübertragung, Metallurgie, Telegraphie und Telephonie. Für weitere Kreise dargestellt von Dr. L. Graetz, Docent an der Universität München. Mit 364 Abbildungen. 3. Auflage. Stuttgart. J. Engelhörn 1891. Preis 7 M.

Bei der steigenden Bedeutung der Elektricität für das praktische Leben tritt auch an den Laien die Notwendigkeit heran, sich mit dem Gebiete der Elektrotechnik bekannt zu machen, will er überhaupt den Fortschritten der Zeit mit Verständniss folgen. Eins der besten Hilfsmittel zu diesem Zwecke ist in vorliegendem Werke geboten, welches die Hauptlehren der Theorie und eine gut gewählte Reihe von Ausführungen elektrotechnischer Maschinen und Anlagen enthält. Der Stoff erstreckt sich über alle wichtigen Gebiete, doch ist Beleuchtung, Kraftübertragung und Telephonie, als von hervorragender Verwendung, ausführlicher behandelt. Wir können das Werk allen denjenigen empfehlen, welche sich für Elektrotechnik interessiren.

Kurzes Handbuch der Maschinenkunde von E. v. Hoyer. 2. Lieferung. München. Th. Ackermann's Verlag. S. 97 bis 192. 2,40 M. (Vgl. 1890 278 576.)

Inhalt: Haltungsausrüstung, Verschlussorgane, Klappen, Ventile, Schieber, flüssige und dauernde Verschlüsse, Stopfbüchsen und Kolben, Flüssigkeitsstandzeiger, Dampftrockner, Druckmesser und -regier, Flüssigkeitsmesser, Kraftübertragung und -vertheilung, Wellen, Riemen, Zahnräder, Schutz gegen Unfälle.