Text-Bild-Ansicht Band 282

Bild:
<< vorherige Seite

Reis benutzte Platte aus Pergament oder einem andern geeigneten Stoff. Dagegen tritt (entgegen der gesetzlichen Vorschrift) in der endgültigen der Begriff zusammengesetztes Mikrophon („compound microphone“) auf und wird als ein solches mit 3, 4 und mehr Stiften und 6, 8 und mehr sich berührenden Flächen erklärt, und während die Abbildungen bloss die bekannten Mikrophone Crossley's zeigen, wird der Patentanspruch ganz allgemein auf Mikrophone mit 3, 4 und mehr Stiften und 6, 8 und mehr Flächen gestellt. Nun sagt aber Hughes schon in seinem Vortrage vom 8. Juni: „eine Mannesstimme braucht 4 Flächen von Fichtenkohle, 6 von Weidenkohle, 8 von Buchsbaumkohle und 10 von Gaskohle“ und in einem andern Vortrage (vgl. Nature vom 16. Mai 1878): „die Wirkung verbesserte sich bei Anordnung der Nägel im Viereck, bei Benutzung von 10 oder 20 Nägeln.“F. J. M. Page endlich spricht in Nature vom 30. Mai 1878 von drei Stücken Gaskohle, welche im Stromkreise mit einer Daniell-Batterie und der primären Rolle eines Inductors liegen. Dies vernichtet Crossley's Anspruch, und die mangelnde Uebereinstimmung zwischen der vorläufigen und endgültigen Beschreibung macht ihn selbst bei der von ihm gewühlten eigenen und ganz verdienstlichen Anordnung bedeutungslos; überdies kann ein wirksames Mikrophon mit schon 2 Stiften und 4 Flächen hergestellt werden, worauf Crossley keinen Anspruch erheben kann. Er hat aber Anspruch aufs Lachen, denn die unschuldige United Telephone Company zahlte ihm 17500 Pf. St. dafür!

Während nun Bennett die Mikrophone nach Edison (Nr. 2909), Blake, Hughes, Crossley, Blyth, Berliner (Nr. 1786 von 1884) für frei von Patentschutz ansieht, meint er, dass die Benutzung von Mikrophonen nach Marr, Moseley, Berthon wahrscheinlich würde gegenüber Hunnings vertheidigt werden müssen, da sie als blosse Abänderungen zum Zweck eines Eingriffs gehalten werden können. Dagegen dürfen nicht benutzt werden:

bis 17. September 1892 gepulverte Kohle mit metallischer oder mit Metall belegter Platte;

bis 21. Januar 1893 Blake's Festhalten der Platte mittels Federn, dessen Form der Stellschraube und dessen Anordnung von zwei Contacten auf getrennten Federn (Anspruch 1, 3, 4).

Unsere Quelle bildet endlich ein wirksames Mikrophon ab, das vom 30. Juli an gesetzlich benutzt werden kann. In ihm drückt eine Feder einen Kohlencontact gegen einen an der Platte sitzenden Kohlenblock; die Feder sitzt an einem um seine Axe drehbaren Stücke, durch das eine mit seiner Spitze sich aus Gehäuse anlegende Stellschraube geht, so dass mittels der letztern der Druck der Contactstücke auf einander regulirt werden kann. Die Platte wird an ihrem Rande von einem Kautschukringe umfasst und durch zwei kreisbogenförmige Messingklammern im Gehäuse festgehalten.

Der Roheisenerzprocess im basischen Martinofen.

Von Dr. Leo.

(Fortsetzung des Berichtes S. 13 d. Bd.)

Nach Verlauf von 1 Stunde sind die Ziegel schwammig geworden und ihr Volumen hat sich auf die Hälfte vermindert; nach 1½ Stunden, vom Anfange des Chargirens an gerechnet, setzt man auf den teigig gewordenen und grossentheils geschmolzenen Schwamm der Erzkohlenziegel die noch fehlenden 800 k Stahlschrott und 1 Stunde später wird Probe genommen.

Der Stahl lässt sich schmieden; er wird zur Scheibe von etwa 8 cm Durchmesser bei 6 mm Dicke gedrückt und in kaltem Wasser aus Rothglut gehärtet. Man constatirt durch Bruch sehr feines Korn. Man nimmt Schlacke, die glasartig und von hellgrüner Farbe ist, wie beim Hochofen im normalen Gange, und einige Kügelchen weiches Metall enthält: Granalien, wie sie Converterschlacken beim Bessemerbetriebe enthalten.

Nach Verlauf von 3 Stunden, vom Beginne des Chargirens an gerechnet, trägt man 50 k Stückerz von Elba ein, die man auf die Mitte des Bades wirft.

Dies ist verfrüht solange das Bad einen gewissen Hitzegrad noch nicht angenommen hat; anderenfalls wirkt das Erz auf den Kohlenstoff des Bades nicht ein und es wird kalt.

Unmittelbar nach Zusatz des Erzes färbt sich die Schlacke schwarz.

3 Stunden 10 Minuten nach Chargenbeginn zweite Probe: das Bad ist nahezu entkohlt; 10 Minuten später werden nochmals 30 k Erze eingeworfen und wird drittmals Probe genommen; 10 Minuten darauf kocht das Bad nicht mehr; man nimmt die letzte Probe, die sehr weich ist und sich nicht mehr härten lässt; man schlägt sie kalt ohne 'Bruch zusammen; das Bad ist völlig entkohlt.

3 Stunden 40 Minuten nach Anfang der Arbeit werden 25 k Ferrosilicium mit 14 Proc. Silicium und 25 k 40procentiges Ferromangan und 5 Minuten darauf noch 30 k Ferromangan mit 72 Proc. Mangan gegeben und wird zum Abstich geschritten. Die Schlackenmenge ist ziemlich gross. Es wurden fünf Blöcke zu 407 k gegossen, sämmtlich fehlerfrei und gut. Der Stahl stand vollkommen ruhig in den Coquillen.

In der Pfanne verblieb eine Kappe, 49 k schwer, was natürlich ist und genugsam durch die kleine Charge erklärt wird; eine 12tonnige Charge genügt kaum, die Pfanne soweit zu erwärmen, dass Schalenbildung in ihr ausgeschlossen bleibt.

Es waren zwei Proben vom Gusse genommen und zu Stäbchen mit 15 mm Seite ausgeschmiedet worden; sie fielen scharfkantig aus und Hessen sich kalt zusammenschlagen ohne Bruch; das Metall war zäh und vollkommen walzbar.

Die gegossenen fünf Blöcke wurden auf helle Gelbglut gebracht und zu fünf durchaus guten Vignolschienen im Metergewichte von 36 k ausgewalzt. Von zweien derselben wurden drei 2 m lange Stücke genommen, die man der Rammprobe unterwarf, bei der der Bär 600 k wog und aus einer Höhe von 8 m herabfiel. Die Entfernung der Unterstützungen von einander maass 1,10 m. Die Probestücke zeigten nach drei Schlägen und dreimaligem Zurückbiegen an den Schlagstellen keinerlei Risse oder Sprünge, ebenso wenig nahe den Unterstützungen. Diese Proben waren ungleich strenger, als die von den Bahnen vorgeschriebenen.

Eine Zerreissprobe an einem Schienenkopfstücke aus dieser Charge, auf 16 mm abgedreht und 160 mm lang, ergab als Widerstandscoefficienten 56 k auf den Quadratmillimeter, als Verlängerung 20,10 und als Contraction 41 Proc; der Stahl Hess in keiner Beziehung zu wünschen; die Analyse wies in ihm nach:

Kohlenstoff 0,252
Silicium 0,250
Phosphor 0,060
Schwefel 0,100
Mangan 1,090

Der Gehalt an Silicium ist hoch; er sollte normal 0,12 nicht übersteigen; er ist durch die Menge des zugesetzten Siliciums allein bedingt und hat nichts zu bedeuten. Im Ganzen wurden dem Bade im Ferrosilicium 3,50 k Silicium zugesetzt, während die Analyse 5,16 k gefunden hat.

Der Schwefel im Stahl ist grösstentheils der Kohle in den Erzkohlenziegeln zuzuschreiben; eine längere Lagerung der Ziegel würde durch die Berührung derselben mit Luft und Feuchtigkeit bewirkt haben, dass sich das Bisulfat