Text-Bild-Ansicht Band 282

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der mittleren Höhe der dritten Durchlassöffnung an gerechnet, mit a, so hat man im Hinblick auf umstehende schematische Figur nach dem Gesetz der communicirenden Rühren für die beschleunigende Druckdifferenz der beiden mit einander communicirenden Luftsäulen den Ausdruck:

p = (a – h')γa + h'.γ4 – [(a – h)γa + h.γ3]

= h(γa – γ3) – h'(γa – γ4)

und demnach für die beschleunigende Differenzdruckhöhe einer Luftsäule von dem specifischen Gewichte γα:

entsprechend einer Geschwindigkeit

Führt man anstatt der specifischen Gewichte die denselben entsprechenden Temperaturen tα, t3, t4 in Rechnung, so erhält man:

In Luftgewichtsmenge ausgedrückt, ergibt sich die Beeinflussung der Saugwirkung der vierten Durchlassöffnung durch diejenige des Abströmungskanales, wenn dieser die grössere Wirkung hervorbringt und wenn seine Oeffnung F2 kleiner ist als die vierte Durchlassöffnung, als:

Ist F2 grösser als die vierte Durchlassöffnung, so tritt diese für F2 in dem Ausdrucke lg° an dessen Stelle.

Die unter der gegenseitigen Wirkung der beiden zusätzlichen Oeffnungen (der dritten und der vierten Oeffnung) und des vollständig geöffneten Abströmungskanales, bei Abschluss der Druckluft in den Raum eindringende Luftgewichtsmenge ist nun ohne weiteres ausdrückbar durch:

wenn F4 die Grösse der vierten (der saugenden) Durchlassöffnung bezeichnet und die dritte Durchlassöffnung F3 ≧ F4 und ≧ F2; ist dagegen F3 < F4 aber > F2, so tritt F3 an die Stelle F4 und ist endlich F3 < F4 und < F2, so tritt auch F3 an die Stelle von F2 (jedoch in dem Ausdrucke lg° nur dann, wenn auch F4 < F2).

Soll nun das Eindringen dieser unerwünschten Luftgewichtsmenge l g durch Einführen von Druckluft verhindert werden, so muss ganz allgemein F1.c1.γ1 ≧ lg, d.h. es muss die Bedingungsgleichung:

erfüllt sein, in welcher c1 diejenige Geschwindigkeit und γ1 diejenige Dichtigkeit bezeichnet, mit welcher die Druckluft unter einem Gegendrucke einströmt, der die Geschwindigkeit

zu vernichten vermag.

Ist beispielsweise h' = 10 m, h = 1 m, t4 = 1° C., t3 = 20° C. und tα = 0° C., so findet man, dass c' = 1,21 m; wenn daher die normale Einströmungsgeschwindigkeit von Druckluft, welche unter constantem Förderdrucke steht, 2,5 m beträgt, so beträgt deren Einströmungsgeschwindigkeit beim Oeffnen von zwei um 1° C. verschieden temperirter Aussenluft ausgesetzten Durchlassöffnungen nur noch c1 = 1,29 m.

Ist ferner die Temperatur, mit welcher die Druckluft in den Raum einströmt t'' = 30° C. und demnach

und ist F4= 4. F2, so findet man als Bedingung für die Verhinderung des Eindringens unerwünschter Aussenluft F1 ≧ 15,3 F2, eine Bedingung, welche gewiss niemals erfüllt ist. Ohne andere Fälle näher zu untersuchen, übersieht man auf Grund der vorstehenden Ermittelungen schon ohne weiteres, dass wenn zwei ungleicher Aussenlufttemperatur ausgesetzte zusätzliche Durchlassöffnungen eines gelüfteten Raumes geöffnet werden, dessen Abströmungskanal saugend oder Druckwirkung zulassend in Betracht kommt, die Möglichkeit, dem Eindringen unerwünschter Luft durch Wahl der Verhältnisse der Lüftungsanlage entgegen zu wirken, nicht besteht. Schliesst man aber den Abströmungskanal oder macht man ihn in geeigneter Weise wirkungslos, so gelten für die Wirkung der beiden zusätzlichen Oeffnungen die gleichen Beziehungen, wie sie bei dem Vorhandensein einer einzigen zusätzlichen Oeffnung in Gemeinschaft mit dem Abströmungskanale platzgreifen.

Glücklicher Weise ist die gegenseitige Wirkung von zwei gleichzeitig geöffneten Thüren eines Raumes; zufolge der zumeist bestehenden baulichen Anordnungen, keine so bedeutende wie die von zwei in einander gegenüberliegenden Wänden befindlichen Fensteröffnungen, weil gleichzeitig geöffnete Thüren nicht unmittelbar ins Freie zu führen pflegen und die Wirkung der einen Thüröffnung durch geeignete Einrichtungen fast vollständig aufgehoben werden kann, so dass man im Allgemeinen bei Drucklüftungsanlagen für Räume, deren Besucher häufig wechseln, nur die Wirkung einer einzigen zusätzlichen Oeffnung zu berücksichtigen hat, wenn die baulichen Verhältnisse nicht die Möglichkeit bieten, auch diese Oeffnung fast oder ganz wirkungslos zu machen.

In welcher Weise dies geschehen kann, lernt man durch Beurtheilung gut ausgeführter baulicher Anordnungen am besten kennen.

Vorrichtung zum Lüften bei gleichzeitiger Anfeuchtung der Frischluft von Schmid und Köchlin.

Mit Abbildungen.

Die Vorrichtung wurde zunächst für die Bedürfnisse einer Spinnerei entworfen, sie erscheint aber für alle Fälle geeignet, in welchen Lüftung und Anfeuchtung der Frischluft zu bewerkstelligen sind. Gleichzeitig lässt sich eine wirksame Erwärmung und Abkühlung der Luft je nach Bedarf erzielen.

Die Einrichtung ist nach Revue industrielle, Nr. 38