Text-Bild-Ansicht Band 282

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL.

Jahrg. 72, Bd. 282, Heft 4. Stuttgart, 23. October 1891.

Textabbildung Bd. 282, Hefttitelillustration
Jährlich erscheinen 52 Hefte à 24 Seiten in Quart. Abonnementspreis vierteljährlich M. 9.–. direct franco unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich M. 10.30, und für das Ausland M. 10.95. Redaktionelle Sendungen u. Mittheilungen sind zu richten: „An die Redaktion des Polytechn. Journals“, alles die Expedition u. Anzeigen Betreffende an die „J. G Cotta'sche Buchhdlg. Nachf.“, beide in Stuttgart.

Neue Erdölmaschinen.

(Patentklasse 46. Fortsetzung des Berichtes S. 49 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Behufs Kühlung des Arbeitscylinders und Verdampfung des flüssigen Brennstoffs wird von A. E. Tavernier und E. Casper in London (* D. R. P. Nr. 53914 vom 8. September 1889) die in Fig. 8 dargestellte Einrichtung vorgeschlagen.

Textabbildung Bd. 282, S. 73
Die Maschine ruht auf dem Gestell A. An den Cylinder B mit Kolben M schliessen die beiden Explosionskammern CC1 an. Zwischen der doppelten Wandung des Cylinders befindet sich der Hohlraum N. Die Kolbenstange E ist durch eine mit Asbestpackung versehene Stopfbüchse D gedichtet. Der Kreuzkopf F gleitet in dem Schlitten G, welcher auf dem Tisch H angebracht ist. Der Kreuzkopf F ist mit zwei zu beiden Seiten des Cylinders nach rückwärts gerichteten Pleuelstangen K verbunden, welche auf die beiden Kurbeln J der Welle I wirken. Letztere trägt das Schwungrad und die Antriebsscheibe. An den Gehäusen der Explosionskammern CC1 sitzen je zwei Ventilgehäuse PP1 bezieh. P2P3. Fig. 9 veranschaulicht einen Senkrechtschnitt durch die Explosionskammer C mit den beiden Ventilgehäusen P und P1. Die Einrichtung der Kammer C1 und der daran befindlichen Ventilgehäuse P2 und P3 ist genau dieselbe. Die Ventilgehäuse sind mit den Explosionskammern aus je einem Stück gegossen. In den cylindrischen Gehäusen P und P1 sitzen zwei Cylinder W bezieh. W1, welche den Sitz für die Ventile l bilden. Die Ventile sind mittels Kugelgelenkes 2, 3 mit den Spindeln R bezieh. R1 verbunden, welche sich in Stegen 7 führen. In dem Cylinder W sitzt eine Feder 5, welche sich einerseits gegen den bezüglichen Quersteg 7 und andererseits gegen eine verstellbare Platte 6 stützt, die an der Spindel R festgeklemmt wird. Die Feder 5 drückt die Platte 6 mit der Spindel R beständig nach unten und hält hierdurch das Ventil l geschlossen. Auf dem unteren Ende der Spindel R sind Plattenpaare S befestigt, zwischen welchen eine Frictionsrolle T1 gelagert ist. Die Spindel R ist mittels der Stopfbüchse Q abgedichtet.

An dem Cylinder W1 fehlt diese Stopfbüchse, auch ist die Feder 5 durch eine auf dem äusseren Ende der Spindel R1 sitzende Feder 11 ersetzt.

Das Oeffnen der Ventile erfolgt durch Daumenscheiben T, welche auf der wagerecht gelagerten Welle U sitzen und auf die Frictionsrollen T1 einwirken. Die Welle U wird durch eine schräg gelagerte Welle in Umdrehung versetzt, welche an beiden Enden Kegelräder trägt, von denen das eine mit einem auf der Welle I sitzenden Kegelrad in Eingriff steht, während das zweite in ein auf der Welle U sitzendes Kegelrad eingreift.

Der Cylinder P dient zum Auspuffen der Gase, während die Einführung der Explosionsgemische in den Cylinder B durch den Cylinder P1 erfolgt.

Die Einrichtung der Ventilgehäuse P2P3 entspricht vollständig derjenigen der Ventilgehäuse P und P1 und das Oeffnen der Ventile erfolgt ebenfalls mittels Daumenscheiben T1, welche auf einer zweiten Welle U Sitzen, die von der ersten Welle U in Drehung versetzt wird. In den Cylindern P und P2 sind Oeffnungen vorgesehen, welche durch Rohranschlüsse mit den Auspuffrohren in Verbindung stehen. Die Cylinder P1 und P3 sind mit Rohrstutzen versehen, welche mit je einem Schieberregulator ausgestattet sind. Durch Rohre, welche sich an die Oeffnung anschliessen und mit je einem Absperrbahn verseher sind, stehen die Rohrstutzen mit einem kleinen Carburator in Verbindung, welcher innerhalb des Maschinengestelles A angeordnet ist. Der Regulator V regelt die Geschwindigkeit der Maschine.

Das zum Betriebe der Maschine dienende Erdöl befindet sich in einem besonderen, ausserhalb der Maschine angeordneten Behälter. Eine von der Maschine betriebene Pumpe saugt das Erdöl an und drückt es durch ein Rohr ununterbrochen nach dem Hohlraum N in der Doppelwandung des Cylinders. Die Pumpe lässt sich so einstellen, dass sie genau die für den jeweiligen Betrieb erforderliche Menge fördert.