Text-Bild-Ansicht Band 282

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noch einen Empfängerelektromagnet durchlaufen, so gehen die Antwortströme stets durch je einen Elektromagnet ihrer beiden Empfänger.

(Schluss folgt.)

Mittheilungen aus der Cementtechnik.

Von Dr. Albert Busch.

Obwohl anzunehmen war, dass die Festigkeitsprüfungen von Portland-, Roman- und Schlackencement je nach Raumtheil- oder Gewichtmischungen mit Sand, als auch im reinen Zustande, in Folge der verschiedenen Volumgewichte der drei Cementarten nicht direct mit einander vergleichbare Resultate liefern würden, so bedurfte die Entscheidung dieser Frage doch der experimentellen Bestätigung, welche von der königlichen Prüfungsstation für Baumaterialien in Berlin (Prof. Dr. Böhme) definitiv gegeben wurde. In Folge eines an das preussische Ministerium der öffentlichen Arbeiten gerichteten Antrages des Vereines deutscher Portlandcement-Fabrikanten wurde die königliche Prüfungsstation beauftragt, eine Reihe vergleichender Untersuchungen von Portland-, Roman- und Schlackencement auszuführen, um festzustellen, ob die Untersuchungen nach den preussischen Normen für einheitliche Lieferung und Prüfung von Portlandcement (vom 28. Juli 1887) auch zur Vergleichung von Portlandcement mit anderen Cementen geeignet sei oder nicht. Die Resultate der in den Mittheilungen aus den königlichen technischen Versuchsanstalten (Berlin 1890 Heft V. Verlag von J. Springer) und dem Centralblatt der Bauverwaltung, 1890 539, veröffentlichten Untersuchungen sind folgende:

Je drei Proben von Portland-, Roman- und Schlackencement, theils der königlichen Prüfungsstation; theils aus dem Handel entnommen, wurden auf allgemeine Eigenschaften, Siebfeinheit, Abnutzbarkeit und Zug- und Druckfestigkeit bei verschiedener Erhärtungsart, Erhärtungszeit und verschiedenem Sandzusatz geprüft. Das Litergewicht war im Durchschnitt:

eingerüttelt eingelaufen
bei Portlandcement 1,947 k 1,307 k
Romancement 1,269 k 0,823 k
Schlackencement 1,429 k 0,963 k

Bei der üblichen Mischung von Cement mit Sand (1 : 3) ergibt sich demnach

1 Raumtheil Schlackencement = 1 × 0,963 = 0,963 k
3 Raumtheile Normalsand = 3 × 1,410 = 4,230 k
––––––––––––––––––
Die Masse beträgt also = 5,193 k.

Das Mischungsverhältniss auf Gewichtstheile bezogen ist also 0,963 : 4,230 oder 1 : 4,392.

1 Raumtheil Portlandcement = 1 × 1,307 = 1,307 k
3 Raumtheile Normalsand = 3 × 1,410 = 4,230 k
––––––––––––––––––
Das Gewicht der Masse ist = 5,537 k.

In Gewichtstheilen ergibt sich demnach das Verhältniss 1,307 : 4,230 oder 1 : 3,236.

Zu ähnlichen Ergebnissen führt auch die umgekehrte Rechnung, wenn man die nach Gewichtstheilen festgesetzten Mischungen 1 : 3 unter Berücksichtigung der angeführten Litergewichte in Raumtheile umrechnet. Aus nachstehender Tabelle I geht hervor, dass, wenn man Mischungen von Cementen mit Sand nach Gewichtstheilen und zweitens nach Raumtheilen herstellt, bei Schlackencementen die Zugfestigkeitsabnahme bei Raumtheilmischungen durchschnittlich 43 Proc. der Festigkeit bei Gewichtstheilmischungen gegenüber beträgt; die Druckfestigkeit nimmt bei Raumtheilmischungen um etwa 50 Proc. im Durchschnitt ab.

Bei Portlandcement beträgt diese Verminderung bei Raumtheilmischungen den Gewichtstheilmischungen gegenüber für Zugfestigkeit nur rund 11 Proc. und für Druckfestigkeit etwa 12 Proc; bei Romancement beträgt sie für Zugfestigkeit 54 Proc. und für Druckfestigkeit etwa 62 Proc.

Die Siebproben ergaben Rückstand für ein Sieb mit

Maschen für 1 qc 5000
Proc.
900
Proc.
600
Proc.
324
Proc.
180
Proc.
Für Schlackencemente 13,33 0,73 0,17 0,03
Portlandcemente 24,67 2,83 0,57 0,07
Romancemente 14,0 5,0 2,0 1,5 1,0

Die specifischen Gewichte der ausgeglühten Cementpulver (Tab. I) waren für:

I II III IV V VI VII
2,836 2,841 2,830 3,130 3,164 3,128 2,907

Der Wasseranspruch ist für Schlackencemente ungefähr 35 Proc. höher als für Portlandcemente. Die Abbindezeit schwankte bei ersteren zwischen 5 und 17 Stunden, bei letzteren zwischen 4¾ und 6⅙ Stunden. Die geringste Abnutzung zeigte Portlandcement. Die Normen für Zug-

Tabelle I.

Festigkeiten in Kilo für das Quadratcentimeter Fläche.



Cementmarke

Mischung
in
1 : 3
nach
Zugfestigkeit (Querschnitt 5 qc) Druckfestigkeit (Fläche 50 qc)
Erhärtung Erhärtung
unter Wasser an der Luft unter Wasser an der Luft
7 Tage 28 Tage 7 Tage 28 Tage 7 Tage 28 Tage 7 Tage 28 Tage
Schlackencement I Gew.-Th.
Raum-Th.
9,65
4,61
18,65
11,25
6,30
4,16
8,35
4,55
58,2
28,9
131,0
66,1
63,8
32,7
95,0
41,4
„ II Gew.-Th.
Raum-Th.
16,65
12,30
22,90
15,65
12,95
9,05
14,30
9,50
165,7
100,4
257,4
161,7
155,2
90,9
178,1
104,4
„ III Gew.-Th.
Raum-Th.
14,15
7,00
21,00
12,90
12,25
4,10
18,05
5,05
110,2
47,0
184,8
82,2
99,4
38,7
156,4
59,8
Portlandcement IV Gew.-Th.
Raum-Th.
18,50
15,20
20,90
19,20
18,15
15,90
23,65
20,05
132,6
122,3
200,3
183,0
142,7
135,1
210,3
198,0
„ V Gew.-Th.
Raum-Th.
15,40
12,15
19,90
17,05
16,15
13,20
20,80
19,95
120,3
92,3
188,8
151,6
128,4
90,0
198,0
157,5
„ VI Gew.-Th.
Raum-Th.
14,80
14,30
19,30
18,65
16,65
16,10
21,35
19,65
122,5
108,6
189,0
174,9
131,3
120,7
197,8
188,8
Romancement VII Gew.-Th.
Raum-Th.
2,85
1,30
8,55
3,80
7,80
4,10
14,25
6,60
21,1
8,7
62,5
22,6
37,2
12,5
80,2
34,3

Bemerkung. Die Zahlen sind Mittelwerthe aus je fünf Versuchen.