Text-Bild-Ansicht Band 282

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Die Anfangsspannung beträgt in diesen Fällen 2,8 bezieh. 2,9 at und die Gegenspannung ist in beiden Fällen gleich gross, nämlich 0,2 at über der atmosphärischen Linie.

Eine Verbiegung der Bleche findet nicht statt. Im Allgemeinen sei bemerkt, dass eine bisher 1½jährige Arbeitsdauer solcher Kühlkästen durchaus keine Verletzung irgend welcher Art aufweist; ebenso wenig zeigte sich bisher ein Verrosten der aus verzinktem Eisenbleche bestehenden Kühlkästen. Bei den Oberflächencondensatoren der Dampfschiffe verwendet man gleichfalls mit Vortheil verzinktes Eisenblech (in Röhrenform), welches ganz rein erhalten bleibt. Die Ursache des Nichtröstens der Bleche mag dadurch erklärt werden, dass die Oberfläche derselben mit einer sehr feinen Haut von Oel oder Fett, das mit dem Dampfe hineinkommt, bedeckt und so vor Verrosten geschützt wird. Falls sich an den Kühlflächen ja ein Hervordringen von Wassertropfen an irgend welchen Stellen der Ueberfalzungen zeigen sollte, so ist dies gänzlich ohne Belang, und kann ein Zulöthen in Folge des leichten Herausnehmens der Kästen auch während des Betriebes binnen weniger Minuten vorgenommen werden.

Nach diesen Erörterungen kommt der Vortragende zu dem Schlusse, dass mit Rücksicht auf die neueste Anwendung seines Luftcondensators bei der Prokopischacht-Fördermaschine, welcher den an ihn gestellten Forderungen in jeder Hinsicht entspricht, nunmehr die Anwendbarkeit seiner Construction bei noch so grossen Maschinen, bei jeder Art von Betrieb und zu jeder Jahreszeit mit voller Sicherheit erwiesen ist, da schwierigere Verhältnisse im Dampfmaschinenbetriebe, als bei der genannten Maschine, überhaupt nicht vorkommen, und fasst derselbe nach den bisherigen Erfahrungen die Leistung seines Condensators in folgender Weise zusammen:

Es wird durch diesen Condensator eine ununterbrochen fliessende Quelle von destillirtem, heissem und ölfreiem Wasser eröffnet, auf gänzlich selbsthätigem Wege, ohne Beaufsichtigung, ohne Bedienung und ohne Betriebskosten zu verursachen, und kommt ferner die Menge des so gewonnenen Wassers der für die Dampfkesselspeisung nöthigen so nahe, dass nur geringe Procente Ersatzwasser für Verluste durch Undichtheiten der Kesselventile, Stopfbüchsen u.s.w. nöthig werden.

Die Telegraphie auf der elektrischen Ausstellung in Frankfurt.

(Schluss des Berichtes S. 110 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Im Anhange hierzu mag einiger Telegraphen kurz gedacht werden, welche nicht zu den elektrischen zu zählen sind, sondern zu den optischen; weil sie sich des Lichtes – und zwar des elektrischen Lichtes – zur Beförderung der Signale bedienen. Der erste derselben ist der Nachtsignalapparat für Schiffe von Gustav Conz in Hamburg (D. R. P. Kl. 74 Nr. 44338 vom 18. Januar 1887); derselbe befindet sich in der Mainausstellung und gibt die Signale von Schiff zu Schiff, bezieh. zwischen Schiff und Küste durch Vermittelung einer Anzahl über einander hängender Lampen. Aehnliche Apparate haben auch Emanuel Berg in Berlin und in der Halle für Eisenbahnwesen Siemens und Halske in Charlottenburg ausgestellt.

Mehrere Firmen, darunter auch Siemens und Halske, hatten ferner Wächtercontrolapparate von verschiedener Einrichtung ausgestellt. Ueber den von Fern vgl. 1875 218 526. 1877 226 427; auf den von Wagner in Wiesbaden vorgeführten gedenken wir später zurückzukommen.

Auch elektrische Schlösser1) und Thüröffner (vgl. 1890 277 * 527) waren in der Ausstellung vielfach zu sehen; so bei Abler, Haas und Angerstein in Berlin, L. Müller in Mainz und Bingen, Popper in Miskolcz2), Zellweger und Ehrenberg in Uster, Stöcker und Comp. in Leipzig-Plagwitz, Aug. Zander in Frankfurt a. M., C. und E. Fein in Stuttgart (vgl. 1879 232 * 42). In denselben wird durch die Elektricität theils einer Feder die Möglichkeit beschafft, den Riegel aus dem Schlosse wirklich zurückzuziehen, theils nur eine Sperrung vor dem Riegel beseitigt, so dass dann der Einlass Begehrende die Thüre zu öffnen vermag. In den Hausthüraufzügen von Zellweger und Ehrenberg gibt der elektrische Strom einen Hebel frei, worauf eine Feder den Riegel zurückschiebt; beim Oeffnen der Thür schiebt ein an eine Rolle anstossender Anschlag den Riegel wieder vor und der Hebel fängt sich wieder. Im Anschluss daran wären die elektrische Einbruchsicherung mit Feueralarm von E. Berg in Berlin und die elektrische diebessichere Kassette des Geldschrankfabrikanten B. H. Löffler in Frankfurt a. M. zu erwähnen.

Sehr gross ist die Zahl der ausgestellten Wasserstandszeiger und sehr mannigfaltig ihre Einrichtung. Unter denselben waren der von Fein (vgl. 1877 226 427. 1881 239 * 283), der von Czeija (1884 253 390), der patentirte von Heller (vgl. 1889 274 * 419) u.a. Leider kann nicht von allen ausgestellten behauptet werden, dass in ihnen für die erforderliche Zuverlässigkeit gesorgt sei, insofern nicht bei allen es streng verhütet ist, dass das Contactwerk auch gelegentlich einmal zur unrechten Zeit Contact macht und die Stromsendung nach dem Empfänger hin veranlasst, z.B. etwa dann schon, wenn der Wasserstand sich in einem gewissen Sinne um einen bestimmten, jedoch noch unter dem zu markirenden liegenden Betrag ändert und dann rasch wieder zurück geht. Der neue Fluthmesser von Siemens und Halske, welcher in der Mainausstellung betriebsmässig eingeschaltet steht, lässt sich als eine Fortbildung der in den Jahren 1880 bis 1883 von derselben Firma gebauten (vgl. 1881 240 * 113. 1882 244 * 293 und 1884 251 * 404) Wasserstandszeiger und Fluthmesser auffassen. Der mit dem Wasserspiegel auf und nieder gehende Schwimmer des ausgestellten Fluthmessers dreht zwei mit entsprechenden Vorsprüngen versehene Räder auf gemeinschaftlicher Achse in der einen oder in der anderen Richtung und veranlasst dadurch Stromsendungen; bei der einen Stellung der Räder ist die Leitung stromfrei, bei der zweiten wird der einfache Strom in sie gesendet, bei der dritten ein Strom von grösserer, z.B. doppelter, Stärke. Je nach der Drehrichtung der Räder folgen die Stromstärken in verschiedener Weise aufeinander: bei der einen in der Folge 0, 1, 2, 0, 1, 2, 0,... bei der anderen in der Folge 0, 2, 1, 0, 2, 1, 0,... Diese Ströme durchlaufen nun bloss zwei Relais, von denen das erste schon auf Ströme von der Stärke 1 entspricht, während das zweite seinen Anker erst bei der Stromstärke 2 anzuziehen

1)

Nicht aber solche, welche dem von Hübner und Busse (vgl. 1890 275 * 408) an die Seite zu stellen wären.

2)

Vgl. D. R. P. Kl. 68 Nr. 56379.