Text-Bild-Ansicht Band 282

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Textabbildung Bd. 282, S. 194
Textabbildung Bd. 282, S. 194
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Da nun bei der vorliegenden Vorrichtung das Vliess nicht in seiner ganzen Breite durch die Vorrichtung geführt wird, sondern mittels einer geeigneten Vorrichtung so weit zusammengezogen ist, dass es ein Band von 15 bis 20 cm Breite bildet, so ist das Band auch dicker als die Kletten. Es ist daher nicht möglich, wie in dem Hauptpatent, die Kletten allein zu erfassen, während die Wollfasern selbst unberührt bleiben; mit den Kletten werden vielmehr die Wollfasern selbst ergriffen. Ein Zerreissen der Kletten im Vliess, ohne gleichzeitig die Wollfasern zu zerreissen, ist aber trotzdem möglich, da die Wollfasern sehr elastisch sind und, ohne Schaden zu nehmen, so viel gedehnt werden können, dass eine gleichzeitig erfasste Klette zerreisst. Um nun ein derartiges Fassen und Strecken des Vliesses auf kurze Strecken zu ermöglichen, müssen der Abstand der Schienen von einander, die Grösse der Berührungsflächen und die Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Walzen in einem ganz bestimmten Verhältniss zu einander stehen.

In dem vorliegenden Falle verhalten sich die Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Walzen A und B wie 1 : 2. Die Länge der Berührungsfläche αβ (Fig. 3), auf welcher die Riffelwalze B die hintere Schiene c1 berührt, ist gleich 3 mm. Der Abstand αγ der beiden Schienen c und c1 von einander beträgt ebenfalls 3 mm, während der Abstand der Riffeln δε von einander 9 mm beträgt. In Folge dieser Verhältnisse gestaltet sich nun die Arbeitsweise folgendermaassen: Während sich die Riffel δ von α nach β bewegt, gibt die Walze A, welche nur die halbe Umfangsgeschwindigkeit besitzt, wie die Riffelwalze B, 1,5 mm Vliess heraus, so dass, wenn die Riffel in β angekommen ist, und hier die Berührungsfläche verlässt, 4,5 mm auf 6 mm gestreckt sind. Wenn die Riffel δ in β angekommen ist, befindet sich die nächste Riffel ε noch 6 mm von α entfernt. Während die Riffel die Entfernung zurücklegt, gibt die Walze A weitere 3 mm heraus, worauf dieses Stück wieder von der Riffelwalze erfasst und, da während des Verstreckens noch 1,5 mm hinzukommen, von 4,5 auf 6 mm verstreckt wird. Das Vliess wird also gewissermaassen in lauter kleine Abschnitte von 3 mm Länge zerlegt, die im Verhältniss von 45 : 60 gestreckt werden. Diese Verstreckung genügt aber, um die Kletten zu zerreissen, während die elastischen Wollfasern diese Streckung vertragen, ohne zu zerreissen oder Schaden zu nehmen.

Das Zusammenfassen des vom Peigneur kommenden Vliesses geschieht mittels eines Trichters und einer Streichschiene. Nachdem das Band die Walzen durchlaufen hat, wird es durch einen Trichter zusammengefasst und dann aufgewickelt. Die Belastung der Walzen erfolgt im vorliegenden Falle bezüglich der unteren durch Gewichte, während zum Einstellen der oberen Walze ein Keil dient.

Fromholt's Maschinen für Steinbearbeitung mittels Diamantwerkzeuge.

Mit Abbildungen.

Zur Ergänzung des Berichtes Bd. 221 * 121 mögen noch einige Maschinen für Steinbearbeitung angeführt werden, welche in der Revue générale de mécanique appliquée 1891 Bd. 1. Nr. 1 und 2 S. 1 und 13 beschrieben und von Fromholt, Blancart and Co. in Paris gebaut sind.

Mittlere Kreissäge mit seitlichem Fräsewerk.
(Fig. 1 bis 7.)

Aehnlich der bereits früher beschriebenen kleinen Kreissäge von Fromholt (vergl. 1891 281 * 123 * 124) ist auch diese Maschine in ihren Schaltungstheilen ausgeführt. Mit dem 4 mm starken, 780 mm grossen diamantbesetzten Kreisblatt, welches mit 500 minutlichen Umläufen bezieh. 20,4 m-Sec. Geschwindigkeit arbeitet, können Platten von 300 mm und 20 bis 30 mm Stärke geschnitten werden.