Text-Bild-Ansicht Band 282

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL.

Jahrg. 72, Bd. 282, Heft 10. Stuttgart, 4. December 1891.

Textabbildung Bd. 282, Hefttitelillustration
Jährlich erscheinen 52 Hefte à 24 Seiten in Quart. Abonnementspreis vierteljährlich M. 9.–. direct franco unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich M. 10.30, und für das Ausland M. 10.95. Redaktionelle Sendungen u. Mittheilungen sind zu richten: „An die Redaktion des Polytechn. Journals“, alles die Expedition u. Anzeigen Betreffende an die „J. G Cotta'sche Buchhdlg. Nachf.“, beide in Stuttgart.

Ueber das Reinigen der Teppiche und Kissen.

Von H. Glafey, Ingenieur, Berlin.

Mit Abbildungen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 189 d. Bd.)

Fig. 13 gibt eine Maschine zum Reinigen von Teppichen wieder, welche Gegenstand des englischen Patents 525 aus dem Jahre 1887 ist und von Edw. Hammerton herrührt. Das wesentliche Neue an derselben, den bekannten ähnlichen Einrichtungen gegenüber, besteht darin, dass der über ein aus Riemen gebildetes endloses Transporttuch geleitete Teppich vor seiner Bearbeitung durch die Schlagstäbe mit Wasser benetzt wird. Der Teppich läuft hierbei, wie die Fig. erkennen lässt, in der Richtung des Pfeiles in die Maschine ein und gelangt mit Hilfe der Zuführwalze a auf den Tisch b, welcher perforirt und feststehend oder auch, wie bereits erwähnt, aus endlosen Riemen gebildet sein kann. Auf diesen Tisch wird nun der Teppich zunächst durch den Zerstäuber c eingesprengt und dann durch die Klopfstäbe d bearbeitet. Die unterhalb der letzteren vorgesehene Bürste e entfernt den durch die Schläger gelösten Staub und ein Windflügel saugt denselben, soweit er nicht zu Boden sinkt, ab.

Textabbildung Bd. 282, S. 209
Textabbildung Bd. 282, S. 209
Wir kommen nun zu denjenigen Teppichreinigungsmaschinen, bei welchem die Schlagstäbe durch elastische Klopfwerkzeuge ersetzt sind, die in Folge der Wirkung der Centrifügalkraft gegen den zu reinigenden Teppich geworfen werden.

Fig. 14 veranschaulicht eine Maschine von W. Arthur in Philadelphia, welche Gegenstand des englischen Patents 165 aus dem Jahre 1881 ist. Der zu behandelnde Teppich a wird bei derselben in Richtung der Pfeile über den Tisch b in das cylindrische Gehäuse f geleitet, in welchem die Welle e rotirt und dadurch die an ihr befestigten Klopfwerkzeuge d aus Leder, Kautschuk oder dergl. gegen den über den Tisch e laufenden Teppich schleudert. Unmittelbar an der Einlaufstelle des letzteren befinden sich unterhalb des durchbrochenen, also etwas elastischen Tisches c die Dampfleitungsrohre g, welche ebenso, wie die auf den Tisch gelagerten den Teppich tragenden gleichartigen Rohre e dem Zwecke dienen sollen, den Staub u. dergl. vollständig zu trocknen und etwa im Teppich befindliche Insekten zu vernichten. Der schwere Staub fällt nach unten durch den Tisch und der Flugstaub wird abgezogen, während der dem Arbeitsstück noch anhaftende durch die rotirende Bürste h entfernt wird, über welche die Walzen i den Teppich ziehen.

Textabbildung Bd. 282, S. 209
Die an der rotirenden Schlagwelle befestigten einzelnen Leder oder dergl. zeigen nach kurzer Benutzung das Bestreben, sich zu drehen und an ihren Enden zu krümmen. Die Folge davon ist eine unregelmässige und ungenügende Bearbeitung des Arbeitsstückes.

Sidney Simmons hat deshalb im englischen Patente 7031 aus dem Jahre 1884 vorgeschlagen, die Klopfwerkzeuge aus kurzen Ketten zu bilden, welche in Folge ihres Gewichts ein richtiges Aufschlagen ermöglichen.

Ein weiterer Vorschlag geht dahin, die elastischen Schlag Werkzeuge an ihren Enden zu beschweren und zwar rührt dieselbe von F. A. Herbertz in Köln a. Rh. her. Die Maschine besteht, wie die Fig. 16 und 17 erkennen lassen, aus einem kastenförmigen Gestell, auf welchem eine Vierkanntachse A gelagert. Diese Achse besitzt eine Reihe gegen einander versetzter Schläger S aus biegsamem Material, z.B. Leder, welche an ihren freien Enden durch eingenähtes Metall beschwert sind. Ferner befindet sich in dem Gestelle ein schräg angeordneter Rahmen B, welcher herausgenommen werden kann und mit einem starken Tuche (Segeltuch oder Leder) überzogen ist. Auf dem Gestelle ist eine Haube H angebracht, die mit Schieber F und Abzugsrohr K für den Staub versehen ist.