Text-Bild-Ansicht Band 282

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der Reinigung auf 8 bis 9 fr., also pro Stück auf 0,028 fr., d. i. weniger als 3 Centimes, während das Klopfen mit der Hand für Teppich oder Kissen etwa 40 Centimes beträgt, weil es zwei Personen für gewöhnlich nicht möglich ist, mehr als zwei Stück pro Stunde zu reinigen.

Textabbildung Bd. 282, S. 216
Zum Schlusse dieser Arbeit mögen noch einige Worte über die Verwendung des aus den Teppichen und Kissen entfernten Staubes gesagt sein. Derselbe wird, sofern er nicht in den Maschinen zu Boden sinkt, durch die Ventilatoren in sogenannte Staubfilter getrieben, welche verschiedener Construction sein können. Aus diesen Staubsammlern wird er dann von Zeit zu Zeit entfernt und mit dem in den Maschinen angesammelten vereinigt, um den Landwirthen als Düngemittel zu dienen, als welches er in Folge der ihm beigemischten grossen Mengen von Fasertheilchen und organischen Bestandtheilen sehr gesucht ist.

Allen's Schmiedepresse.

Mit Abbildungen.

M. D. Allen in Sheffield hat wie Stahl und Eisen Nr. 11 vom November 1891 aus einem Vortrage des Erbauers, gehalten auf der Versammlung des Iron and Steel Institute vom 7. October l. J. mittheilt, eine Schmiedepresse erläutert, welche mehrere bemerkenswerthe Eigenthümlichkeiten zeigt.

Die Allen'sche Presse soll möglichst unabhängig von der Geschicklichkeit des Arbeiters gemacht werden und durch ihre Einrichtung soll die parallele Bewegung der arbeitenden Stücke möglichst gesichert sein. Die Druckpumpe und der Presscylinder stehen in directer und ständiger Druckwasserverbindung. Es sind weder Zwischenventile vorhanden, noch hat die Pumpe irgend ein Klappenventil; letztere drückt einfach das Wasser ihres Cylinders direct in den Presscylinder und nimmt dasselbe beim Rücklauf wieder auf; somit hebt und senkt der Presskolben sich gleichzeitig mit jedem Hub der Pumpe.

Kopf- und Bodentheile des Rahmens AA (Fig. 1) bestehen je aus zwei Gussstücken, welche durch Bolzen und Stahlbänder zusammengehalten werden. Die Säulen BB sind hohl, haben oben und unten ringförmige Ansätze, welche in entsprechende Nuthen der Rahmen passen. Der Presscylinder D wird durch den oberen Rahmen, der Ambossblock durch den unteren Rahmen gehalten. Um die Cylinder sind zur Verstärkung Stahlschrumpfbänder gezogen. Der Presskolben E ist oben mit einem starken Schaft versehen, der durch den oberen Cylinderdeckel geht und zur Führung dient.

F ist ein Dampfcylinder mit Kolben, dessen Stange mittels des Kreuzkopfes G, der zur Verhütung unbeabsichtigter Drehungen in Führungen geht, an dem Schaft des letzteren befestigt ist.

Die beiden Kolben HH der Druckpumpe arbeiten in den entgegengesetzten Enden des offenen Pumpenstiefels I. Beide Druckkolben werden durch das dreifache Kurbelsystem J bewegt, wobei die mittlere Kurbel dem der Kurbelwelle nächstgelegenen Kolben, und die beiden seitlichen Kurbeln dem weitergelegenen Kolben Bewegung verleihen. Da die mittlere Kurbel unter 180° gegen die beiden seitlichen versetzt ist, so sind alle einseitige Spannungen zwischen Kurbelwelle und Pumpe vermieden.

Die erwähnte offene Verbindung zwischen dem Pump- und dem Presscylinder wird durch die Röhre K bewirkt, und muss der Presskolben bei jeder Umdrehung der Kurbel eine auf- und abwärts gehende Bewegung machen, wobei die Aufwärtsbewegung durch den Dampfkolben bewirkt wird, denn dieser hebt den Presskolben beim Rückhub und drückt das Wasser in die Pumpe so schnell zurück, als deren nunmehr aus einander laufende Kolben dies gestatten. So lange also die Menge des Presswassers unverändert bleibt, wird der Presskolben in derselben Entfernung vom Amboss auf und ab gehen und kann er alsdann nur Arbeit, die dieser Dimension genau entspricht, verrichten. Um die verschiedenen Anforderungen der unter der Hand befindlichen Arbeit zu erfüllen, muss daher der Presskolben in entsprechender Weise gehoben bezieh. gesenkt werden, und ist zu diesem Behuf Druckwasser mit einer Pressung von 17,6 at verfügbar, die genügt, um nach Eintritt des Wassers in den Presscylinder den Druck im Dampfcylinder zu überwinden und den Dampf in den Kessel zurückzudrücken. Hierdurch kann der Presskolben auf jede beliebige Entfernung heruntergelassen werden, während er andererseits durch die Dampfkraft wieder gehoben wird, sobald man Druckwasser ausströmen lässt.

Das Ventil, das zum schnellen Zu- und Austritt des Wassers benutzt wird, besteht nach Fig. 2 aus einem cylindrischen Gehäuse mit einem, hohlen, an zwei Enden in Lederdichtung arbeitenden Kolben, der an beiden Seiten mit sehr dünnen, eingesägten Längsschlitzen versehen ist. Der Zu- oder Austritt des Wassers erfolgt durch die Schlitze, indem der Ventilkörper in der Längenrichtung fortbewegt wird, bis diese die Lederdichtung überschritten haben; die eine Schlitzreihe ist für den Wassereinlass, die andere für den Auslass, L ist das durchbohrte und mit den Lederdichtungen versehene Gehäuse, M ist der Eintritt, N der Austritt und O der Anschlusskanal an die Röhre K. Der Ventilkörper hat im Gehäuse einiges Spiel und ist leicht seitlich bewegbar. Er ist hohl und in der Mitte durch eine Scheidewand getrennt, so dass auf jeder