Text-Bild-Ansicht Band 282

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welchen ein Theil der Verbrennungsluft durchströmt, um vermöge der strahlenden Hitze der Trennungswand A stark vorerhitzt zu werden. Das durch mehrere Rohranschlüsse herzuströmende Gas- und Luftgemisch strömt in die von der Platte B und der Scheidewand A gebildete Kammer ein, wird beim Durchgang durch die Löcher der Platte B entzündet und von der durch diese Löcher eindringenden Luft genöthigt, theils durch die Löcher der zweiten Platte (G) hindurch und theils direct der durch die wagrechten Kanäle der Scheidewand A herzuströmenden erhitzten Luft entgegen zu strömen und sich innig mit dieser Luft zu vermischen. Es entwickelt sich hierbei in der besagten Kammer zwischen B und A binnen kurzer Zeit eine so hohe Temperatur, dass die Platte B ins Glühen geräth und fortgesetzt in gleichmässiger Rothgluth erscheint. Hierbei soll der Anblick, den diese Platte gewährt, vermöge der vielen Löcher derselben, durch welche das hellweisse Gaslicht des Ofens sichtbar wird, ein dem Auge wohlthuender sein und einen ähnlichen Eindruck hervorrufen wie ein eiserner Ofen, in welchem festes Brennmaterial verbrennt wird.

Figur 8 veranschaulicht einen Füllofen von Zychlinsky in Wittenberg. Derselbe erscheint insofern beachtenswerth, als er die Annehmlichkeiten eines Kachelofens mit denen eines eisernen Ofens verbindet und zugleich den Eindruck eines Kaminofens erweckt.

Derselbe zeigt ebenso wie der oben angeführte schwedische Füllofen einen Luftspaltraum zwischen dem Füllschacht und dem Untertheile, welcher hier eine der Rast eines Kupolofens ähnliche Einengung besitzt, in welcher sich hauptsächlich die Destillation des Brennstoffes vollzieht und in einem sich erweiternden Herde endigt, in welchem die Verbrennung erfolgt. Der konische Destillationsraum und der Verbrennungsherd besitzen beide eine grosse Anzahl von Längsschlitzen, durch welche die Gase seitlich entweichen, um sich unmittelbar vor Eintritt in das dahinter befindliche eiserne Rohr H zu vereinigen, so dass sich in diesem letzteren selbst noch ein Theil der Verbrennung vollzieht.

Oberhalb des konischen Destillationsraumes ist eine breitere Deckplatte C angeordnet, welche die Destillationsgase verhindert den Füllschacht zu umhüllen, so dass in diesem nur ein Vorwärmen des Brennstoffes ohne Destillirung erfolgt.

Da bei diesem Ofen das Anheizen eines besonders kräftigen Luftzuges bedarf, so ist die Einrichtung derart getroffen, dass man die Feuergase während der Anheizzeit unmittelbar in den Rauchkamin einströmen lassen kann. Zu diesem Zweck besitzt das Feuerrohr unmittelbar hinter der Einströmungsstelle der Feuergase einen direct in den Rauchkamin einmündenden Rohr stutzen, welcher für gewöhnlich durch eine Wechselklappe k verdeckt ist, beim Anheizen aber durch Drehen dieser Klappe in wagrechter Lage freigelegt wird; während dabei zugleich die Feuerzüge des Ofens von dem Feuerherde abgeschlossen werden.

Ist die Verbrennung genügend eingeleitet, so ist die Wechselklappe k allmählich wieder auf ihre senkrechte Lage zurück zu drehen; es strömen dann die Feuergase in dem durch ungefiederte Pfeile angedeuteten Zuge durch den Ofen hindurch und am oberen Ende desselben in den Rauchkamin ein, während die Zimmerluft durch den Ofensockel in einen rings um das Rohr H freigelassenen Raum ein und aus der Ofenbekrönung ausströmt, wie es durch die gefiederten Pfeile angedeutet ist.

(Forts. folgt.)

Czeija und Nissl's Morseschreiber für gewöhnliche und für erhabene Farbschrift.

Mit Abbildungen.

Zur Ergänzung des auf S. 12 über die Morse-Farbschreiber in der Frankfurter Ausstellung Gesagten mögen hier noch zwei dort ebenfalls ausgestellte derartige Telegraphen von Czeija und Nissl in Wien besprochen werden. Der erste derselben stammt schon aus dem Jahre 1886 (vgl. Zeitschrift für Elektrotechnik, 1886 * S. 562), schliesst sich in Grösse und Anordnung den in Oesterreich-Ungarn besonders im Eisenbahndienste gebräuchlichen Stiftschreibern möglichst an, damit die Stiftschreiber leicht und billig in Farbschreiber umgewandelt werden könnten; dabei wurde eine thunlichst reine und deutliche Schrift angestrebt und zugleich die Anordnung jener der Klopfer ähnlich gewählt, damit das Anschlagen lauter und deshalb das Lesen nach dem Gehör erleichtert würde. Der zweite ist zwar ebenfalls so angeordnet, dass die vorhandenen Stiftschreiber leicht in Farbschreiber umgewandelt werden können, doch liefert er eine erhaben über die Fläche des Papierstreifens vortretende farbige Schrift, weil ja die farblose erhabene Schrift die Augen sehr anstrengt.

1. Den älteren für Czeija und Nissl patentirten Farbschreiber zeigt Fig. 1. Sein Elektromagnet E, Fig. 2 und 3, ist, abweichend von dem des Stiftschreibers, mit gegen das Laufwerk hin stehenden, durch eine Messingplatte M verbundenen Polschuhen p versehen. Seitlich an diesen Polschuhen, sind ausserdem noch mit Schraube und Stift die wagerecht auslaufenden Messingarme A befestigt, welche als Lager für die Ankerwelle W zu dienen haben. Der Farbschreiber könnte nun zwar – in ähnlicher Weise wie schon ein 1873 in Wien von Siemens und Halske ausgestellter Morse – durch blosses Versetzen des Ankers d an dem Ankerhebel sowohl bei Arbeitsstrom-, wie bei Ruhestrombetrieb benutzt werden, müsste jedoch dabei in dem einen Falle ohne Abreissfeder arbeiten. Deshalb geben Czeija und Nissl dem Ankerhebel für jeden der beiden Fälle eine etwas abgeänderte Form.

Bei dem Farbschreiber für Ruhestrombetrieb besteht nach Fig. 1 und 2 der an der Mitte der Ankerwelle W mittels Stellschraube befestigte Ankerhebel aus einem nach oben hin abgebogenen Messinghebel x; dieser erstreckt sich über die Polschuhe hin bis zu dem Ständer L, welcher die zur Regulirung der Hubhöhe dienenden Schrauben trägt, und ist in der Nähe der Ankerwelle W unten und oben eingekerbt, so dass sich in die Kerben der hufeisenförmige Anker a aus weichem Eisen bequem einsetzen lässt. Hier kommt der Anker in die obere Kerbe zu liegen und wird mittels Schraube befestigt. In den Ankerhebel ist von unten ein Stift eingeschraubt; die in letzteren eingehängte, mittels der Mutter am Ständer stellbare Abreissfeder reisst den Anker bei Unterbrechung des Stromes ab. Würde der Anker in die untere Einkerbung eingesetzt, wobei derselbe unter die Polschuhe zu liegen kommt und der Ankerhebel sich durch sein Uebergewicht auf die untere Stellschraube im Ständer L auflegt, so würde der Morse für den Arbeitsbetrieb geeignet sein; die Abreissfeder könnte aber hierbei nur zur theilweisen Ausgleichung des Uebergewichtes benutzt werden und die Regulirung müsste durch Begrenzung der Hubhöhe und entsprechende Einstellung des Schreibhebels beschafft werden.

Bei dem auf Arbeitsstrombetrieb eingerichteten Farbschreiber (Fig. 3) gleicht der Ankerhebel dem eben beschriebenen, ist jedoch nach rückwärts gegen die Gestellplatte hin verlängert und an dieser Verlängerung behufs theilweiser Ausgleichung mit einem Uebergewichte K versehen. Die Regulirfeder wird unmittelbar an dem Vordertheile des Hebels x befestigt und steht hier nicht unmittelbar mit der Regulirvorrichtung, sondern mit dem vorderen Arme des Gabelhebels Q in Verbindung und erst an dem rückwärtigen Arme desselben greift die von L herkommende Regulirstange an. Der Ständer des Gabelhebels ist an die Gestellplatte des Apparates angeschraubt. Der Anker wird in die untere Einkerbung des Ankerhebels eingesetzt. Dieser Farbschreiber kann durch einfaches Versetzen des Ankers in die obere Kerbe und unter Aushaken der Abreissfeder im Nothfalle auch in Ruhestromlinien verwendet werden, weil das Uebergewicht K des Ankerhebels den vorderen Arm desselben an die obere Stellschraube anzudrücken bestrebt ist.