Text-Bild-Ansicht Band 282

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derselben aber geöffnet sind, macht sich der besagte Luftzug oft noch sehr empfindlich bemerkbar.

Man hat der Wirksamkeit desselben für mehrere Stellen dadurch entgegen zu wirken gesucht, dass man an einigen Stellen des Locales vorspringende hölzerne Schutzwände von 1,8m Höhe anbrachte, diese haben aber begreiflicherweise nur bewirkt, dass die Richtung des Luftzuges etwas abgelenkt wurde und dafür andere Plätze dem Zuge ausgesetzt wurden, die zuvor von Zug frei waren.

Uebrigens kann eine Schutz wand bei sehr kalter Aussentemperatur und hoher Raumtemperatur mit Sicherheit kaum, im Winkelbetrag von 45° zur senkrechten Richtung von ihrer oberen Kante an gerechnet, die dahinter befindlichen Personen vor Luftzug schützen, weil ein dagegen stossender kalter Luftstrom nach allen Richtungen abströmt und daher auch ein Theil desselben an der Schutzwand in die Höhe streicht und auf der anderen Seite derselben wieder niederfällt, wenn er sich nicht inzwischen bis zur Raumtemperatur erwärmt hat oder unmittelbar über der Schutzwand eine sehr kräftige Absaugewirkung vorherrscht.

Deshalb kann auch ein nicht überdeckter Vorbau vor der Zugangsthüre, selbst dann, wenn niemals eine zweite Thüre desselben geöffnet wird, bevor die vorhergehende geschlossen ist, nur eine sehr beschränkte Schutzwirkung gegen Zugluft ausüben.

Um zu verhindern, dass beim Oeffnen der Thüren T2 und T3 ein unzulässiger Luftzug im Locale entstehe und zugleich zu bewirken, dass dessen Lüftung stets eine gute sei, müsste die Lüftungseinrichtung wesentlich umgeändert werden und zwar würde man am zweckmässigten innerhalb des Vorbaues einen Ventilator anordnen, von diesem ab ein kurzes Saugrohr nach abwärts führen und eine in demselben vorgesehene Drosselklappe derart mit den Thüren T2 und T3 verbinden, dass dieselben den Luftzutritt zu dem besagten Saugrohre plötzlich freigibt, sobald die zweite dieser beiden Thüren geöffnet wird, ohne dass die zuerst geöffnete zuvor geschlossen ist. Ferner müsste der Vorbau selbst etwas über die Mündung des besagten Saugrohres hinaus erhöht, am besten aber oben geschlossen oder bis zur Raumdecke selbst hochgeführt werden. Weiterhin würde ein zweites Saugrohr mit einer einzigen, möglichst schwachen Krümmung längs des ganzen Locales bis zu dem dunklen Nebenraum hin längs der Decke zu verlegen sein und dessen Querschnitt von dem Ventilatorgehäuse an fortwährend gleichmässig abzunehmen haben, während dasselbe zugleich mit einer grossen Anzahl kleinerer Zuströmungsöffnungen in gleichen Abständen von einander zu versehen wäre, die einer Verschlussvorrichtung nicht bedürfen. Ferner würde ein kurzes Saugrohr unmittelbar nach dem Büffet hinzuführen und dort mit einer einzigen Oeffnung zu versehen sein, während die Küche und der dunkle Nebenraum des Gastlocales je für sich allein zu lüften sein würden und der für den letzteren Raum vorzusehende kleine Ventilator einen Saugrohrausläufer nach dem Damenaborte hin erhalten würde. Das Abzugsrohr des über dem Zugangsvorbau anzuordnenden grossen Ventilators würde auf kürzestem Wege entweder nach dem Hofe hin zu verlegen sein, wenn es nicht angängig ist, in der Strassenmauer einen Durchzug anzubringen. –

Damit bei der erläuterten Anordnung das an der Decke verlegte Saugrohr nicht zu kostspielig und auch nicht unschön werde, würde man dasselbe in Holz auszuführen und möglichst flach sowie dem äusseren Ansehen nach in rechteckigen Abstufungen, im Inneren aber durch eine eingelegte Theilwand in gleichmässiger Erweiterung zu formen und zugleich für möglichste Glätte seines Luftführungsraumes zu sorgen haben.

Noch ist zu bemerken, dass der für den dunklen Nebenraume anzuordnende Ventilator auch einen Theil des mittleren Localraumes mit lüften und dem entsprechend die Zuleitung zu dem grossen über dem Thürvorbau anzuordnenden Ventilator etwas kürzer gehalten werden könnte.

Würde die Anlage in solcher Weise ausgeführt werden, so würde zwar beim Oeffnen der beiden Thüren T2 und T3 immer noch etwas kühle Luft in das Local eindringen, aber nicht mehr unangenehm berührend und nicht mehr als wenn bei der vorhandenen Einrichtung beide Luftabführungsvorrichtungen vollständig abgeschlossen werden, weil der über dem Thürvorbau anzuordnende Ventilator nur aus seiner nächsten Nähe Luft ansaugen würde.

Endlich fehlt aber bei der beschriebenen Anlage noch ein im Allgemeinen wichtiger Bestandtheil einer guten Lüftungsanlage, nämlich eine Zuleitung frischer Luft.

Deshalb würde neben der Absaugeleitung ebenfalls an der Decke des Locales eine Frischluftzuleitung von gleicher Art wie die Saugeleitung zweckmässig sein; dabei könnte dieselbe aber geringere Dimensionen erhalten, weil bei der Sommerlüftung die Fenster F1 und F2 mit benutzt und zudem auch der über dem Thürvorbau anzuordnende Ventilator im entgegengesetzten Richtungsinn in Betrieb gesetzt werden könnte.

(Forts. folgt.)

Schnellpresse für Blechdruck.

Mit Abbildungen.

Das Bedrucken von Blechen wird vorwiegend in der Art der Abziehbilder vorgenommen, indem auf der Steindruckpresse ein Abdruck auf Umdruckpapier hergestellt und dieser auf das Blech übertragen wird, worauf man dann zum Schütze einen Lacküberzug folgen lässt. Bei einfacheren Sachen benutzt man wohl auch den verschiedenen Farben entsprechende Schablonen. Diese Verfahren eignen sich indess nicht für Massenherstellung und erscheint hierzu eine Maschine für directen Druck zweckmässiger. Diesem Bedürfnisse folgend hat die Schnellpressenfabrik Frankenthal, Albert und Co., in Frankenthal die nebengezeichnete Schnellpresse für Blechdruck construirt, die in Deutschland durch Patent Nr. 50493 geschützt ist.

Die Maschine ist eine entsprechend ausgebildete Steindruckschnellpresse, derart, dass der gewöhnliche Druckcylinder in bekannter Weise als Uebertragungscylinder dient, während die Rolle des Druckcylinders ein federnd an den Uebertragungscylinder angepresster zweiter Cylinder übernimmt. Dementsprechend ist in den nebenstehenden Figuren (Papierzeitung) b der gewöhnliche Druckcylinder der Schnellpresse, unter dem der Stein wie sonst hin- und hergeführt wird. Der Cylinder ist aber jetzt mit einer präparirten Kautschukschicht überzogen, welche das Bild vom Steine abnimmt und auf die zwischen beiden Cylindern hindurchgeleitete Blechplatte überträgt. Damit das