Text-Bild-Ansicht Band 283

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Der Lichtbogen ist nach der Elektrotechnischen Rundschau, Jahrg. 9 * S. 7, in einen luftverdünnten Glasbehälter eingeschlossen, wodurch die Kohlen so langsam verzehrt werden, dass man fast an keine Erneuerung derselben zu denken braucht.

Textabbildung Bd. 283, S. 182
Fig. 1 zeigt die ganze Lampe und Fig. 2 gibt in einem vergrösserten Maasstabe ein Bild der Kohlenstücke sowie der Stromzuführungen. Der Glasbehälter A ist luftleer gepumpt, nachdem die Stromzuführungsdrähte B und B1 eingeschmolzen sind. Letztere sind mit ihren in den Glasbehälter hineinragenden Enden an zwei Fassungen angebracht, an welchen mittels Schrauben b, b1 auch die Stromzuführungen befestigt sind. Diese Fassungen tragen zwei Kohlenstücke D und D1, das innere Stück ist ein cylindrischer Stab, an seinem oberen Ende D2 kopfförmig verbreitert und liegt auf dem oberen Theil des zweiten, einen hohlen Cylinder bildenden Kohlenstücks. Der Raum E zwischen beiden Kohlenstücken ist mit Asbest ausgefüllt. An dem Umfange der Berührungsflächen beider Kohlen bildet sich der Lichtbogen, welcher von genügender Grösse ist, um ein beträchtliches Licht zu geben. Die Lampe ist für Ströme hoher Spannung (d.h. für Reihenschaltung) sehr gut verwendbar und kann ohne weiteres zugleich mit anderen Bogenlampen in den Stromkreis eingeschaltet werden.

Zur Fabrikation des Fluoresceїns.

Von Dr. Otto Mühlhäuser.

Mit Abbildungen.

In einer früheren Abhandlung1) habe ich mitgetheilt, in welcher Weise man im Grossen die Darstellung des Fluoresceїns betreiben kann, und gab zwei Verfahren an, mittels derer man den Grundstoff der Eosine fabrikatorisch gewinnen kann. Die Einrichtung des Fluoresceinbetriebes habe ich damals nicht gegeben, weshalb ich an dieser Stelle darauf zurückkomme. Wie bekannt, kann man das Fluoresceїn durch längeres Erhitzen von Phtalsäure und Resorcin auf 180° mit oder ohne Chlorzink erzeugen und reinigt man die erhaltene Schmelze durch Auflösen in Natron, Ausfällen des Filtrats mit Salzsäure und Trocknen des sorgfältig ausgewaschenen Niederschlags.

Zur Ausführung dieser Operationen sind folgende Apparate im Gebrauch:

1) Zur Erzeugung der Schmelze dient ein in einem Ofen eingemauerter, aus Fettbad b und Schmelzkessel a bestehender Doppelkessel A (vgl. Fig. 1 und 3).

2) Das Auflösen der Schmelze geschieht in dem etwas in die Erde eingelassenen Apparate B. Derselbe besteht aus Kessel mit Deckel. Der Deckel ist mit Schrauben am Kessel befestigt und mit einem Kautschukringe abgedichtet. Der Deckel hat eine grosse Arbeitsöffnung, ein Rohr b, welches mit der Luftpumpe in Verbindung steht, und ein Rohr b1 zum Ausdrücken des Kesselinhaltes nach C. Ueber dem Mannloche des Kessels befindet sich ein Wasserhahn zur Speisung des Kessels mit Wasser und ein mit Bayonetverschluss versehenes Dampfventil, zum Ansetzen eines Kochrohrs, das in den Kessel führt, um den Inhalt desselben kochen zu können.

3) Ein Kastenfilter C2) zum Filtriren der alkalischen Fluoresceїnlösung.

4) Eine Holzbütte D zur Aufnahme des Filtrats und zur Ausfällung des Fluoresceїns dienend.

Textabbildung Bd. 283, S. 182
5) Ein Kastenfilter E zur Filtration des Inhaltes von D.

6) Ein Trockenapparat F zum Trocknen des Fluoresceїns.

1)

Vgl. O. Mühlhäuser, Fabrikation der Rosine, D. p. J. 1887 263 S. 49.

2)

Vgl. O. Mühlhäuser, Die Technik der Rosanilinfarbstoffe-Erschienen 1889 bei der J. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachf.