Text-Bild-Ansicht Band 283

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ob die Wahl des Amylacetats als Brennstoff eine günstige war.

Die drei im gleichen Jahr bezogenen Proben Amylacetat ergaben, die erste zu 1 angenommen, die Leuchtkraft 1,0; 1,012; 1,004. Verf. prüfte auch die einzelnen Fractionen auf ihre Leuchtkraft und fand dieselbe bis 135° zu 0,987 und höher bis 150 bis 180° zu 1,061 ansteigend. Jedenfalls zeigen die Versuche, dass das Amylacetat, von Kahlbaum bezogen, keine reine Substanz ist, sondern Bestandtheile von verschiedener Leuchtkraft enthält. Amylacetatproben von Schering und von Kahlbaum bezogen, wichen stark in der fractionirten Destillation von andern ab. (Journal für Gasbeleuchtung, 1891 Bd. 34 S. 513.)

(Fortsetzung folgt.)

Zur Fabrikation des alkohollöslichen Eosins (Aethyl-Eosin).

Von Dr. Otto Mühlhäuser.

Mit Abbildungen.

In einer früheren Abhandlung1) habe ich ein Verfahren angegeben, nach welchem man im Grossen Tetrabrom-Aethylfluorescem darstellen kann. Nach diesem Verfahren entsteht das spritlösliche Eosin durch Einwirkung von Brom auf eine heisse Lösung von Fluorescein in Spiritus. Man führt die Bromirung und Aetherifikation des Fluoresceins in einer einzigen Operation aus und bedient sich dazu eines Apparates, wie er in Fig. 1 bis 4 dargestellt ist. Der Apparat besteht im Wesentlichen aus einem Doppelkessel AA1 und einem Kühler B. Der emaillirte Kessel A besitzt ein emaillirtes Rührwerk a mit abnehmbarer und zerlegbarer Welle f, ferner einen Deckel C mit Stutzen b und c, Mannloch d, einen Stutzen e, der der Rührwelle Eintritt gestattet, und einen Manometer h. Der Aussenkessel A1 ist mit der Dampf- und Wasserleitung durch g verbunden. Der Abdampf aus A1 entweicht durch i. Die Bleisehlange des Kühlers B steht mit dem Kessel A durch den Kupferbogen k mit Messinghahn l in Verbindung. Auf dem Kühlfass B befindet sich eine gläserne Hahnflasche D, aus welcher man das Brom durch die Glasröhre m durch Messinghahn n dem Kessel A zuführt. Unter der Mündung der Schlange steht der Steinzeugkrug E.

Textabbildung Bd. 283, S. 210
Will man arbeiten, so chargirt man den Kessel A erst mit der nöthigen Menge Spiritus. Dann setzt man das Rührwerk des Kessels in Gang, streut das Fluorescein mit einer Schaufel allmählich ein, schliesst das Mannloch und bringt den Kesselinhalt ins Sieden, was man daran merkt, dass der Kupferbogen k sich heiss anfühlt. Kocht der Alkohol, so lässt man das Brom aus D durch m in den

1)

Vgl. O. Mühlhäuser, D. p. J. 1887 263 49 und 99.