Text-Bild-Ansicht Band 283

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bemerkt man, dass der innere Theil, d.h. jener, der dem Wellenmittel näher liegt, einen kleineren Hub als der äussere besitzt. Dies im Vereine mit einem grösseren Schlagnasenwinkel und eventuell einer geringeren Concavität bewirkt, dass der innere Theil der Nase einen wesentlich schwächeren Schlag als der äussere gibt. Das Schiebestück b ist daher gewissermaassen eine Vereinigung mehrerer Schlagnasen für verschieden starken Schlag, welche man, indem man je eine von ihnen in dieselbe Entfernung vom Wellenmittel wie die Schlagrolle bringt, jede für sich zur Wirkung bringen kann. –

Textabbildung Bd. 283, S. 49
Der Wechsel (Fig. 5) ist ein einseitiger Fallkastenwechsel für 4 Kästen. Er ist in seiner Bauweise anderen Schweizer Wechselconstructionen ähnlich, jedoch sehr vereinfacht.

Die Wechselkastenstange p ist in Verbindung mit dem Hebel n, der mittels der langen Rolle z auf 4 hintereinander liegenden sectorartigen Stücken f ruht, welche an der Oberseite mit excentrischen Erhöhungen f1 versehen sind. Diese lose um ihren gemeinschaftlichen Drehbolzen beweglichen Sectoren f sind jeder mit einer Platine p1 verbunden. Hebt man eine dieser Platinen empor, so dreht man den betreffenden Sector derart, dass sich dessen excentrische Erhöhung f1 unter die Rolle z des Hebels n drängt und diesen, somit auch die Wechselkastenstange p und den Wechselkasten hebt. Die excentrischen Erhöhungen f1 sind nun nicht alle gleich hoch, sondern besitzen viererlei verschiedene Grosse, so dass dadurch auch 4 verschiedene Höhenlagen des Wechselkastens die Folge sind.

Das vorderste Stück f hat die geringste, nämlich gar keine Erhöhung, und wird folglich, wenn dieser Sector gedreht, bezieh. dessen Platine gehoben wird, Hebel n die tiefste Lage einnehmen. Kasten 1 ist dann gleichzeitig in der Ladenbahn.

Dreht man das 2. Stück f1 so wird bereits die Rolle etwas gehoben und Kasten 2 tritt in richtige Höhe, ebenso bei Bewegung des 3. Stückes der 3. oder bei jener des 4. Sectors der 4. Kasten.

In gehobener Stellung werden die Stücke f fixirt, indem dann Hebel i, veranlasst durch die Feder l, in die Stufe g des betreffenden ausgedrehten Sectors f einschnappt. Die ruhenden Sectoren sind in ihrer Lage ebenfalls durch den Hebel i erhalten, der aber bei ihnen in der Stufe g1 liegt. Zieht man nun irgend eine Platine aus, so dreht sich der betreffende Sector f und drückt dabei zunächst den Hebel i etwas nach abwärts, so dass der früher ausgezogene Sector, der jetzt unthätig gemacht werden soll, seinen Halt verliert und in seine Anfangslage zurückkehrt, veranlasst hierzu durch das Gewicht seiner Platine.

Der neu ausgezogene Sector wird, weit genug gekommen, durch den nach aufwärts in seinen Ausschnitt g schnappenden Hebel i in ausgezogener Stellung, wie besprochen, arretirt. Natürlich wird, wenn auf einen Hebel mit grösserer Erhebung ein solcher mit einer niedrigeren folgt, ein Herabfallen des Wechselkastenhebels und des Wechselkastens die Folge sein, was ein ziemlich unangenehmes Geräusch verursacht.

Das Heben der Platinen p1 geschieht durch ein Messer m, wenn dieselben durch eine volle Stelle in der zur Anwendung gelangenden hölzernen Lochkarte vorgedrängt worden sind.

Die Bewegung des Messers erfolgt, da der Wechsel ein einseitiger ist, also höchstens alle 2 Schuss einmal gewechselt werden soll, von der Antriebswelle des Stuhles aus, welche für 2 Schusseintragungen eine Umdrehung macht.

Auf dieser sitzt nämlich ein Excenter a, welches die Rolle b des Hebels c hinausdrängt, dessen Arm d mit der Stange e verbunden ist. Diese Stange, an ihrem oberen Ende geführt, trägt etwas unterhalb dieses das Messer.

Die Bewegung des Prismas geschieht gleichfalls von der Stuhlantriebswelle aus und zwar durch einen Daumen u, der den Hebelarm t in die Höhe drängt oder sinken lässt, dadurch eine hin- und herschwingende Bewegung des senkrechten Armes desselben Hebels und mithin auch eine solche des mit ihm verbundenen Hebels sr erzeugt. Letzterer trägt das Prisma.

Die Drehung des Prismas geschieht in Folge der oscillirenden Bewegung durch das Schalträdchen w und den fixen Schalthaken x.

Es ist wohl zu beachten, dass eine volle Stelle in der Karte die Bethätigung der Platine zur Folge hat, so dass also jede Karte ausser den beiden zum Festhalten dienenden Löchern immer noch mindestens 3 Löcher und nur höchstens eine volle Stelle besitzt.

Das Zurückdrücken der Platinen in diejenige Position, in welcher sie vom Messer nicht erfasst werden, geschieht in bekannter Weise durch Nadeln und Federn. In dieser Ruhelage bleiben dieselben so lange, bis wieder gewechselt werden soll, so dass die während dieses Stillstandes des Wechselkastens zur Wirkung gelangenden Karten 4, bezieh. mit den zum Festhalten dienenden, 6 Löcher bekommen müssen. –

Am 2 schützigen Lancirstuhle ist ein einfacherer, jedoch beschränkter Wechsel vorhanden. Die Einrichtung dieses besteht in Folgendem:

Beiderseits sind je 2 Hebekästen, gestützt auf eine Wechselkastenstange, die unten mit dem horizontalen Arme je eines Winkelhebels verbunden ist. Der senkrechte Arm dieses trägt am oberen Ende eine Rolle, die an je einem Wechselexcenter anliegt. Diese Excenter stecken auf einer Welle festgeklemmt mittels je 2 Schrauben, welche Welle von der Ladenantriebswelle durch eine Stirnräderübersetzung 1 : 4 Bewegung empfängt. Im Verlaufe