Text-Bild-Ansicht Band 284

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kann, bei welcher der Feuermelder in Thätigkeit treten soll. Die Schraube C1 ist leitend mit der Platte E und der Brücke F verbunden und deshalb wird der von C und C1 nach der elektrischen Klingel oder nach mehreren elektrischen Klingeln führende Stromkreis geschlossen, sobald die in der Büchse H eingeschlossene Luft sich soweit ausdehnt, dass die Spitze J die Platte E in Berührung mit der Schraube D bringt.

Perret's elektrischer Aufzug mit einfacher Uebersetzung.

Textabbildung Bd. 284, S. 191
Bei dem hier abgebildeten elektrischen Dockaufzuge, welcher kürzlich von der Electron Manufacturing Company in Brooklyn, N. Y., eingeführt worden ist, hat die bloss einmalige Uebersetzung Anwendung gefunden, welche bereits bei Strassenbahnmotoren angewendet worden ist. Der Motor ist ein 15pferd. vierpoliger Motor von Perret; derselbe macht nach dem Engineering and Mining Journal, 1891 * S. 699, in der Minute 450 Umdrehungen und sein Getriebe greift in ein 965-mm-Rad auf der Aufzugwelle ein. Die Trommel hat 305 mm Durchmesser, so dass die Geschwindigkeit des Aufzugseiles etwas über 60 m in der Minute ist. Der Motor hat Nebenschlusswickelung. Durch Niederdrücken des Handhebels wird die Trommel gegen eine mit dem Räderwerke umlaufende Reibungsvorrichtung gedrängt und hebt nun die Last, deren Geschwindigkeit mit dem Druck auf den Hebel wechselt. Um die Last herabzulassen, wird der Fusshebel niedergedrückt und der Handhebel gehoben.

T. A. Edison's Aenderung an elektrischen Glühlampen.

Textabbildung Bd. 284, S. 191
In jüngster Zeit hat sich T. A. Edison in Llewellyn Park, N. Y., Nordamerika, eine Anordnung an Glühlampen patentiren lassen (in England vom 6. October 1890 Nr. 15792), durch welche der Verbrauch von Platin für die Stromzuleitung vermindert werden soll. Er verwendet da kurze Platindrahtstücke (4) von wesentlich geringerem Querschnitt als seither. An dieselben schliessen sich dickere Kupferdrähte (5) an, welche den Glühfaden (6) tragen und ihm den Strom zuführen. Auf der anderen Seite schliessen sich an die Platindrähte die Leiter (7) an, welche nach den Stromzuleitern führen. Die Platindrähte liegen ihrer ganzen Länge nach im Glas eingeschlossen, ebenso ein Theil der Leiter (5) und (7); diese Drähte werden in die Glasröhre gelegt, das Ende der Röhre erhitzt und auf die Drähte niedergedrückt, so dass es einen flachen Verschluss bildet.

Elektrolytische Goldscheidung nach Moebius.

Ueber eine elektrolytische Goldscheideanlage zu Pinos Altos, Chihuahara, berichtet G. W. Maynard. Dieselbe besitzt eine Leistungsfähigkeit von 100 bis 125 k in der Stunde. Die Anlage besteht aus einem Kasten von 3,6 m Länge, 0,6 m Breite und 0,5 m Tiefe, welcher in 7 Zellen getheilt und mittels Gummi gedichtet ist. In jeder Zelle befinden sich 4 Kathoden von Feinsilber und 6 Anoden von dem zu scheidenden güldischen Silber, letztere von Säcken umgeben, welche die bei der Lösung des Silbers abfallenden und zurückbleibenden Metalle, Gold, die Platinmetalle, Antimon, Blei (als Superoxyd) u.s.w. aufnehmen. Das sich baumförmig ausscheidende Silber wird durch ununterbrochen bewegte Bürsten und Abkratzer von den Kathoden entfernt, was für den Erfolg der Arbeit unumgänglich ist. Der gesammte Inhalt der Zellen, mit Ausnahme der Flüssigkeit, kann mittels eines Flaschenzuges gehoben werden, wodurch die Reinigung wesentlich erleichtert wird. Als Elektrolyt dient eine mit Salpetersäure angesäuerte Lösung von Kupfer- und Silbernitrat. Das Kupfer der Anoden geht in Lösung, wird aber nicht mitgefällt und reichert sich daher in dem Elektrolyten an, welcher deshalb von Zeit zu Zeit erneuert werden muss. Die verbrauchte Lösung kann regenerirt werden, doch hat es sich zu Pinos Altos zweckmässiger gezeigt, sie bei der Amalgamation zu verwenden. Der Process arbeitet sehr befriedigend, da keine Metall- und Säureverluste vorkommen, keine nachtheiligen Gase auftreten, wenig Arbeitslöhne und geringe Maschinenkraft erforderlich sind. Das gewonnene Silber hat nach dem Umschmelzen einen Feingehalt von 999 bis 1000 Tausendtheile. Das Gold wird durch Umschmelzen von Blei und anderen Unreinigkeiten befreit. Der elektrische Strom hat 170 Ampère Stärke und ungefähr 8 Volt Spannung.

Die Kosten der Betriebsanlagen sind massig; die Kathoden haben einen Silberwerth von etwa 4000 M., die ganze Anlage einschliesslich der Kathoden einen solchen von rund 25000 M. – In Anwendung kam der Moebius-Process zuerst in Kansas City; wird ferner in Pittsburg ausgeführt und kommt zu St. Louis nächstens in Betrieb. (Nach Eng. and Mining Journal, 1891 51 556, durch Chemiker-Zeitung; Repertorium, 1891 Bd. 15 S. 204.)

G. Binswanger's Umschalter mit Gelenk für elektrische Beleuchtung.

Die General Electric Company liefert nach dem Telegraphic Journal, 1891 Bd. 29 * S. 533, seit kurzem einen für G. Binsmenger patentirten zuverlässigen Umschalter für elektrische Beleuchtungsanlagen. Unter einer Kapsel liegt bei ihm der Contactstab wagerecht, wenn er Contact zwischen den Contactstücken oder Bürsten macht; er dreht sich um eine Achse, welche an einem auf der Grundplatte befestigten Träger angebracht ist; von unten wirkt eine Spiralfeder auf ihn und strebt ihn nach oben zu drehen. Oben bildet der Träger ein Kugellager, worin der Umschalthebel ruht; letzterer ist zweiarmig und seine beiden Arme laufen von der Kugel aus unter etwa 140° gegen einander; der nach oben gerichtete endet in einen Griff, der untere ist mit einer kurzen Gelenkstange verbunden, deren zweites Ende in gleicher Weise in einem Gelenk mit dem Contactstabe verbunden ist. Wenn der Contactstab Contact macht, liegt der untere Arm des Umschalthebels genau in der Verlängerung der jetzt normal zum Contactstabe stehenden Gelenkstange und der Contactstab ist festgehalten, weil die Feder in derselben Richtung wirkt. Wird der Griff zur Seite geschoben, so bewegt sich der untere Arm des Umschalthebels mit in der Richtung nach der Achse des Contactstabes hin, nimmt auch die Gelenkstange mit, welche dadurch in eine schräge Lage kommt und den Contactstab nach oben dreht.

Gerichtliche Entscheidung über die Zulässigkeit der Benutzung einer den Telephonbetrieb störenden Erdleitung für elektrische Strassenbahnen.

Am 2. Juni 1891 hat nach dem New Yorker Electrical Engineer, 1891 Bd. 11 S. 664, der Obergerichtshof zu Ohio unter Verwerfung der Entscheidung des unteren Gerichtes in der Klage der City and Suburban Telegraph Co. gegen die Cincinnati Incline Plane Railroad Co., welcher sie die Benutzung der Erdleitung verwehren wollte, weil sie selber das erste Recht auf die Benutzung der Erdleitung habe, dahin entschieden, dass die Strasse in erster Linie für das grosse Publicum da sei und diesem zum Fortkommen und zum Fortschaffen von Gütern zur Verfügung stehen müsse; daher dürfe eine dem förderliche Kraftanlage nicht durch eine untergeordnete Benutzungsweise der Strasse behindert werden, wenn sie mit dieser Benutzungsweise in Wechselwirkung trete.

Phenerythen, der Farbstoff der rothen Carbolsäure.

Die Frage nach der Ursache des Rothwerdens des reinen Phenols ist schon mehrfach erörtert worden, ohne jedoch befriedigende Erfolge zu erzielen. Nach einer Arbeit von E. Fabini scheint nunmehr die Frage so ziemlich gelöst zu sein, indem es Fabini gelang, aus reinem ungefärbtem Phenol einen rothen Farbstoff darzustellen. Verf. löst 20 g reines Phenol in 60 cc Ammoniak, gibt 2 g Cuprisulfat hinzu, erhitzt bis zum Eintreten der Reaction und verjagt sodann das überschüssige Ammoniak. Es hinterbleibt auf der wässerigen Flüssigkeit eine dunkelbraunrothe ölige Schicht, während sich gleichzeitig Kupfer ausscheidet, das durch einige Tropfen Schwefelsäure in Lösung gebracht wird. Die ölige Schicht wird abgehoben und gewaschen; die hinterbleibende Masse erstarrt harzartig. Diese zieht man mit starkem Alkohol aus und giesst den filtrirten Auszug in viel