Text-Bild-Ansicht Band 284

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mit einem Schraubenzieher anziehen kann. Endlich sind die Verbindungen auf der Vorderseite des Kastenbodens montirt, wodurch die Gefahr einer Störung durch Feuchtigkeit oder Nebenschluss auf der Rückwand beseitigt ist. Die eine der Verbindungen ist, wie Fig. 3 sehen lässt, durch einen Blechstreifen hergestellt.

Die Fig. 5 zeigt einen eisernen Wecker, Modell 1892, bei dessen Herstellung die Absicht verfolgt worden ist, dass man ohne Beeinträchtigung des guten Arbeitens den Wecker sowohl im Freien, als in feuchten Räumen dauernd aufhängen könne; sind dergleichen Apparate auf Holzplatten montirt, so versagen sie da bald vollständig den Dienst. Zu dem genannten Zwecke sind alle vorhandenen leitenden Theile isolirt auf der Vorderseite der Eisenplatte montirt worden und der gusseiserne Glockenkasten ist in folgender Weise gegen äussere Einflüsse geschützt: auf der eisernen Rückwand befindet sich ein niedriger Rand, auf welchem der eiserne Deckel in bequemer Weise wasserdicht aufgesetzt werden kann. Es geschieht dies durch Vermittelung einer mit Talg getränkten Schnur, die durch das Aufschrauben in eine Rinne am Rande der Zarge so fest eingedrückt werden kann, dass ein zuverlässig wasserdichter Verschluss erzielt wird. Ferner sind die Zuleitungsklemmen am unteren Theile des Kastens angebracht, und zwar sind dort zwei Oeffnungen zur Einführung der Drähte vorhanden. Im Uebrigen besitzen diese Wecker auch alle Verbesserungen, welche in der obenbezeichneten Glocke für Hausbetrieb angewendet worden sind. Die eisernen Wecker, welche in Grössen von 12 bis 24 cm Glockendurchmesser gefertigt werden, lassen sich insbesondere auch für den Eisenbahndienst empfehlen und in Fabrikgeschäften vortheilhaft verwenden.

Bemerkungen zu der Abhandlung von Kast und Seidner „Zur Bildung des Erdwachses“.1)

Von R. Zaloziecki.

Durch die Zuvorkommenheit der Herren H. Kast und S. Seidner war ich in die Lage versetzt, von ihrer interessanten Beobachtung noch vor der Publication Kenntniss zu bekommen, und bei dem Interesse, welches ich dem Gegenstande ihrer Mittheilung entgegenbringe, sei es mir gestattet, mit einigen Worten darauf einzugehen.

Kast und Seidner haben aus dem Erdöle zweifellos einen erdwachsartigen Körper isolirt und dadurch den Zusammenhang zwischen den beiden Substanzen festgestellt. Obwohl dies nicht besonders hervorgehoben ist, glaube ich doch annehmen zu können, dass die Ausscheidung dieses „amorphes Paraffin“ genannten Körpers aus einem ohne Destillation dargestellten Rohölpräparat geschehen ist, denn, falls die Cylinderöle ein Destillationsproduct der Oelrückstände wären, müsste an Stelle von amorphem, kristallinisches Paraffin auftreten. Es drängt sich mir die Vermuthung auf, die fragliche Substanz sei in den Cylinderölen bezieh. in den Rohölen fertig gebildet. Ursprünglich in Lösung in den dicken Oelen, konnte sie sich freiwillig beim längeren Lagern oder durch Erwärmen in kürzerer Zeit ausscheiden; besonders da ja durch den letzteren Vorgang immerhin, wenn auch geringe Aenderungen physikalischer Eigenschaften eintreten können. Die Thatsache an und für sich spricht meiner Meinung nach ebenso gut für die Bildung des Erdwachses aus Erdöl wie umgekehrt; denn vergegenwärtigen wir uns einmal den umgekehrten Vorgang und setzen wir Erdwachs einem allmählichen Bituminisationsvorgange aus, d.h. der fortschreitenden Verflüssigung durch die von mir seinerzeit zu Hilfe genommenen Factoren, so lässt sich demselben ohne weiteres eine Grenze setzen, ja in der Mehrzahl der Fälle ist diese Annahme sogar geboten. Eine solche nicht vollständig durchgreifende Veränderung wird schliesslich an dem Vorhandensein eines nicht zersetzten Restes, im vorliegenden Falle eines verschieden grossen Antheiles der Zersetzung entgangenen Erdwachses, welches in der Hauptmasse der verflüssigten (event. vergasten) Zersetzungsproducte sich gelöst erhält, zu erkennen sein. Dass man dieses nicht umgewandelte Erdwachs durch geeignete Behandlungsweise zur Ausscheidung und zum Nachweise bringen kann, haben die Untersuchungen von H. Kast und S. Seidner dargethan.

Es ist mir auch gelungen, direct aus dem Erdöle einen festen Körper zu isoliren, mit dem Erdwachs analogen Eigenschaften, und zwar aus dem gelben Rohöl von Klentschany, spec. Gew. 0,795 bei 20° C. Durch Fällung mit Amyläthylalkoholgemisch in der Kälte erhielt ich eine Substanz, welche vollständig mit der von den Verfassern beschriebenen übereinstimmte, denn sie war gleichfalls von dunkelgelber Farbe, wachsartiger Consistenz, undeutlich strahligem Gefüge, zwischen den Fingern knetbar, hatte das spec. Gew. 0,897 und 56° C. Schmelzpunkt und stellte demnach eine weichere Gattung amorphes Paraffin, Oelwachs oder, wie ich es zur Unterscheidung von krystallinischem bei der Destillation sich bildenden (Pyroparaffin) nenne, Protoparaffin dar. Ich bin eher geneigt, solche aus den Rohölen oder deren Producten ohne Destillation erhaltene wachsartige Substanzen als nicht zersetzten Rückstand, denn als ein Verdickungsproduct aufzufassen; will jedoch nicht abstreiten, dass durch ein entsprechendes künstliches Verfahren, event. auch natürliches Eindicken Erdwachs rückgebildet werden kann.

Ich bin mir bewusst und habe das auch bereits hervorgehoben, dass meine Bituminisationstheorie einer Einschränkung bedarf, speciell was die charakteristischen Bildungsstadien anbetrifft, indem das Auftreten der erdwachsartigen Vermittelungsstufe von ganz besonderen und nicht immer vorhandenen Bedingungen abhängen wird. Mit H. Kast und S. Seidner stimme ich vollständig darin überein, dass ein definitives Urtheil über den Bildungsvorgang noch eingehender Untersuchungen des chemischen Charakters des Erdwachses erheischt, muss aber der Schwierigkeiten solcher Arbeiten gedenken, welche zu einer eingehenden Beschäftigung mit diesem Gegenstande nicht besonders einladen.

Es ist jedoch die Lösung der Aufgabe auf indirectem Wege nicht ausgeschlossen und dürfte sich die Untersuchung der Gase der Erdwachslager am besten zu diesem Zwecke eignen. Da es mir verhältnissmässig leicht ist, die Untersuchung der fraglichen Gase vorzunehmen, so werde ich demnächst mich dieser Aufgabe unterziehen.

1)

Vgl. D. p. J. S. 143 d. Bd.