Text-Bild-Ansicht Band 284

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Bei einer anderen Anordnung kann ein Hilfsapparat angebracht werden, welcher die Auslassöffnung des Cylinders so lange offen hält, bis der Kolben seinen Compressionshub vollendet hat.

Die Maschine wird in Gang gesetzt, und nach dem Austreiben der Verbrennungsproducte der ersten Explosion strömt eine frische Ladung ein, welche zunächst beim Rückwege des Kolbens bezieh. bei der Compressionsperiode durch die Auslassöffnung und durch die Düse der Antriebvorrichtung ausgetrieben wird. Sobald der Kolben ruht, d.h. im Moment des Hubwechsels der Kurbel im Todtpunkt, hört die Ausströmung des explosiven Gemenges durch die Düse auf oder dieselbe vermindert sich, die aus der Düse brennende Flamme schlägt in den Cylinder zurück und das in demselben befindliche Gemenge explodirt.

Auf diese Weise erhält man eine Reihe von Explosionen. Sobald die Maschine die genügende Geschwindigkeit zur Ueberwindung des Compressionswiderstandes erlangt hat, werden der Hilfsdaumen und die Antriebvorrichtung abgestellt und die Maschine arbeitet in gewöhnlicher Weise.

Wie aus der Zeichnung (Fig. 56) ersichtlich wird, ist der hintere Theil des Cylinders oder der Compressionsraum mit einer aus dem cylindrischen Raume 2 und einem Absperrhahne 3 bestehenden Anordnung versehen, welche mit dem Cylinder derart in Verbindung steht, dass bei geöffnetem Hahne 3 die in dem Cylinder befindlichen Gase oder Dämpfe in den Raum 2 und von hier durch eine mit letzterem in Verbindung stehende konische Düse 5 nach aussen ins Freie treten können.

Im cylindrischen Raume 2 ist ein Ventil 4 angebracht, welches für gewöhnlich durch sein eigenes Gewicht offen bleibt und nur durch Druck im Cylinder den Ventilsitz automatisch schliesst.

Die Düse 5 ist nach oben zu konisch erweitert und öffnet sich gegen eine äussere Flamme 6, welche durch die Stellschraube so gerichtet werden kann, dass sie das aus der Düse 5 herausströmende Gas entzünden muss, sobald das Gemenge explosiv geworden ist. Die Flamme 6 wird durch ein mit der Gasleitung verbundenes Rohr 8 gespeist und durch Hahn 9 regulirt und zum Auslöschen gebracht.

Die Compressionskammer 1 ist ebenfalls mit einer geeigneten Düse 10 versehen, durch welche Gas bei Oeffnung des Zuflusshahnes 11 in den Cylinder gelassen werden kann. Das Gas kann, wie in Fig. 56, durch den gewöhnlichen, in den Gasleitungsröhren vorhandenen Druck in den Cylinder hineingetrieben oder durch eine Handpumpe zugeführt werden.

Um eine mit dieser Antriebvorrichtung versehene Maschine in Gang zu setzen, wird dieselbe so gestellt, dass ihre Kurbel etwas hinter der Mittellage des Arbeitshubes steht; die äussere Flamme 6 wird angezündet und das Gas oder der entflammbare Dampf durch die Düse 10 in den Arbeitscylinder geleitet. Der Druck in der Gaszuleitung zwingt das Gas, in den Cylinder zu strömen, verdrängt einen Theil der darin befindlichen Luft, welcher durch die Düse 5 entweicht, und führt neues Gas durch die Düse 10 zu, welches sich mit der im Cylinder zurückgebliebenen Luft zu einem explosiven Gemenge mischt und zum Theil ebenfalls durch die Düse 5 nach aussen tritt, wo es von der Flamme 6 mit dem bekannten Geräusch entzündet wird. Man erkennt somit sofort, sobald das Gemenge im Cylinder explosiv geworden. Wird nunmehr der Gaszufluss durch Absperrung des Hahnes 11 unterbrochen, so tritt die aus der Düse 5 brennende Flamme in den Cylinder und bewirkt hier die Explosion der Ladung; in demselben Moment geht durch den Druck das Ventil 4 nach oben und schliesst sofort den Ventilsitz der Antriebvorrichtung im Raum 2. Soll die Maschine nach ihrer Ingangsetzung in gewöhnlicher Weise fortarbeiten, so wird der Hahn 3 zugedreht und hierdurch die Antriebvorrichtung ausser Thätigkeit gesetzt.

Sind zur Beschleunigung eine Anzahl Explosionen unter geringem Drucke erforderlich, so wird ein Daumen (Nocken) 13 an der Steuerungswelle derart angebracht, dass er das Auslassventil 14 während der ganzen Compressionsperiode der Maschine offen hält.

Dieser Daumen wird vor der ersten Explosion eingeschaltet, und wenn sich die Maschine unter seinem Einflüsse bewegt, so ist die geänderte Wirkung der nachfolgenden Explosionen folgende:

Die von der ersten Explosion herrührenden Verbrennungsproducte werden während der Ausströmungsperiode entfernt, dann schliesst sich das Auslassventil und bei der Ansaugeperiode kommt eine neue Ladung Gas und Luft in den Cylinder; eine grosse Menge des Volumens der explosiven Mischung wird bei der folgenden Compressionsperiode durch das vom Daumen 13 offen gehaltene Ventil 14 entleert, so dass der Druck nahezu demjenigen der äusseren Atmosphäre gleicht, jedoch immer noch genügend Ueberdruck vorhanden ist, um die Mischung zu zwingen, durch die Antriebvorrichtung zu strömen und aus der Düse 5 zu brennen, nachdem sie von der äusseren Flamme 6 entzündet wurde.

Wenn der Kolben seine Endstellung erreicht hat bezieh. die Compressionsperiode beendet ist, so schliesst sich das Auslassventil 14, der Druck fällt rasch und die Flamme schlägt in den Compressionsraum am Ende des Cylinders. Es entsteht auf diese Weise eine weitere Explosion und der Kolben erhält einen neuen Impuls zur Vorwärtsbewegung. Solange der Daumen 13 eingeschaltet bezieh. in Thätigkeit und der Absperrhahn 3 der Antrieb Vorrichtung offen bleiben, fährt auch die Maschine in der Bewegung fort und erhält bei jeder zweiten Umdrehung mit geringem Drucke einen neuen Antriebimpuls.

Wenn die Beschleunigung der Kurbel gross genug geworden ist, um den Compressionswiderstand überwinden zu können, so wird der Hahn 3 geschlossen, der Antriebdaumen 13 ausgerückt und die Maschine arbeitet dann mit ihrer gewöhnlichen Entzündungsvorrichtung unter Druck weiter.

(Fortsetzung folgt.)

Ueber das Waschen, Bleichen, Färben u.s.w. von Gespinnstfasern, Garnen u. dgl.

Von H. Glafey, Ingenieur, Berlin.

(Fortsetzung des Berichtes S. 269 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Um die Flotte, bevor dieselbe wieder in den eigentlichen Arbeitsraum zurückgelangt, wieder auf die richtige Temperatur zu bringen, hat C. Haubold in Chemnitz einen Kessel zum Kochen, Waschen u.s.w. von Textilstoffen