Text-Bild-Ansicht Band 286

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Hirsestroh:

C H N O Asche
44,6 5,25 0,95 43,3 5,9 bei 110° getr. im Durchschnitt
41,92 4,80 0,90 40,7 5,67 „ 6 Proc. Wasser
40,14 4,68 0,86 38,99 5,32 „ 10 „ „

Haferstroh:

C H N O Asche
44,38 5,18 0,45 42,9 7,2 bei 110° getrocknet im Mittel
41,72 4,87 0,42 41,2 6,7 „ 6 Proc. Wasser
39,96 4,66 0,41 38,49 6,48 „ 10 „ „

Gerstenstroh:

C H N O Asche
42,75 5,28 0,93 44,53 6,5 bei 110° getr. im Durchschnitt
40,1 4,97 0,88 41,94 6,11 „ 6 Proc. Wasser
38,47 4,77 0,85 40,06 5,85 „ 10 „ „

Buchweizenstroh:

C H N O Asche
42,0 5,15 0,51 45,14 7,2 bei 110° getr. im Durchschnitt
39,45 4,80 0,48 42,51 6,76 „ 6 Proc. Wasser
37,8 4,68 0,46 40,58 6,48 „ 10 „ „

Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass der grösste Gehalt an Kohlenstoff und Wasserstoff und gleichzeitig der geringste Aschengehalt sich beim Flachs finden; Weizen und Roggen sind fast gleich, dagegen haben die übrigen einen bedeutend grösseren Aschengehalt bei geringerer Kohlenstoffmenge. Viel Stickstoff zeigen Hirse und Gerste. Andere Untersuchungen7) haben sehr verschiedene Werthe für den Aschengehalt des Strohes geliefert, zwischen 3 und 7 Proc., innerhalb der Grenzen dieser Zahlen liegen auch die angeführten Resultate.

Die Verschiedenheit lässt sich durch Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit und des Untergrundes erklären; in unserem Fall waren diese Momente fast ganz gleich.

Der Autor begnügt sich damit, den Heizeffect des Strohes nach der Dulong'schen Formel zu berechnen:

, und gibt die folgende Zahlenreihe:

getrocknet
bei 110°
bei 6 Proc.
Wasser
bei 10 Proc.
Wasser
Flachsstroh 3724 3431 3237
Winterweizen 3477 3199 3015
Sommerweizen 3478 3200 3016
Winterroggen 3451 3175 2991
Hirsestroh 3312 3043 2865
Haferstroh 3216 2955 2780
Gerstenstroh 3154 2896 2724
Buchweizen 3090 2836 2666

Am höchsten steht nach der Wärmeentwickelung der Flachs, die folgenden drei Stroharten sind fast gleich, stehen jedoch dem Flachsstroh weit nach. Nimmt man die Heizkraft des getrockneten Holzes gleich 4000 an, so steht das Stroh demselben weit nach, nur das Stroh des Flachses kommt dem Holz einigermassen nahe. Nimmt man die Heizkraft einer Gewichtseinheit von Haferstroh als 100 an, so erhält man folgende Reihenfolge: Buchweizen 96, Gerste 98, Hafer 100, Hirse 103, Roggen 107, Winterweizen 108, Sommerweizen 109, Flachs 116. Meist hat man bei Gebrauch von Stroh nicht mit Gewichtseinheiten, sondern mit dem Volumen zu thun, da der Heizraum, vornehmlich bei Locomobilen, gleichzeitig nur ein gewisses Volumen fasst, daher ist es nützlich, durch Multiplication der angeführten Zahlen mit dem specifischen Gewicht und entsprechende Reduction eine neue Zahlenreihe zu bilden: Hafer 100, Gerste 100, Hirse 109, Buchweizen 125, Winterweizen 129, Sommerweizen 132, Roggen 136, Flachs 153. Letzterer entwickelt beim gleichen Volumen 1,5mal mehr Wärme als Hafer und Gerste.

In der Praxis gibt es aber kein vollkommen trockenes Stroh, auf welches sich diese Zahlen beziehen; berücksichtigt man die Neigung, mehr oder weniger Wasser aufzunehmen, so verändern sich diese Zahlen zu Gunsten des Flachses und zum Nachtheil des Hafers, und der Unterschied wird noch bedeutend grösser; Flachs nimmt nur 40 Proc. Wasser auf, Hafer aber über 100; in feuchter, später Jahreszeit ist das sehr zu berücksichtigen.

Der Autor zieht nun folgende Schlüsse:

1) Die chemische Zusammensetzung und die physikalischen Eigenschaften der verschiedenen Sorten Stroh sind nicht gleich.

2) Man kann danach alle Sorten Stroh in drei Gruppen theilen: a) Flachsstroh hat am meisten Kohlenstoff und Wasserstoff, am wenigsten Asche, mit dem grössten scheinbaren specifischen Gewicht und dem kleinsten wirklichen, nimmt in feuchter Luft am wenigsten Wasser auf und hat die höchste Fähigkeit, Wärme zu entwickeln; b) Roggen und Weizen, die unter sich fast gleich sind; c) Gerste und Hafer, zu denen in einigen Beziehungen sich Buchweizen und Hirse gesellen; letztere könnten jedoch auch zwischen der zweiten und dritten Gruppe aufgeführt werden; diese vier letzten Sorten enthalten weniger Kohlen- und Wasserstoff bei grösserem Aschengehalt; das wirkliche specifische Gewicht ist am grössten, das scheinbare für Hafer und Gerste am kleinsten; Hirse und Gerste enthalten viel mehr Stickstoff; Hirse, Hafer und Gerste besitzen die grösste Empfänglichkeit für Wasser; der Heizeffect ist bei dieser Gruppe am kleinsten.

3) Die Zunahme des wirklichen specifischen Gewichtes geht mit dem Aschengehalt parallel.

4) Die Verminderung des scheinbaren specifischen Gewichtes geht in der nämlichen Reihenfolge wie die Zunahme der Empfänglichkeit, Wasser aufzunehmen.

v. H.

[Kleinere Mittheilungen.]

May's Umlaufzähler.

Der May'sche Umlaufzähler hat die Form einer Taschenuhr und zeigt die Umläufe der Wellen mittels zweier über einem Zifferblatte umlaufender Zeiger. Der grosse Zeiger gibt die Einer und Zehner der Umläufe, der kleine Zeiger die Hunderte der Umläufe an.

Um jeden Irrthum bei der Ablesung unmöglich zu machen, ist das Zifferblatt unter einer Lochplatte angeordnet und mit den für die beiden Drehrichtungen gültigen beiden Ziffernsystemen versehen, so zwar, dass immer nur eines der beiden Ziffernsysteme sichtbar ist. Beim Gebrauche des Umlaufzählers stellt sich das Zifferblatt selbsthätig so ein, dass stets das der jeweiligen Drehrichtung entsprechende Ziffernsystem allein sichtbar ist. Diese Einrichtung dürfte wesentlich zur Sicherheit des Arbeitens mit dem Instrument beitragen. Die durch die Zeiger markirten Umlaufzahlen können ohne weiteres abgelesen werden. Nach der Ablesung werden die Zeiger mittels eines beim Oeffnen des Deckels zugänglichen Drehknopfes wieder auf Null zurückgeführt.

Die Lochplatte sowie das Zifferblatt sind matt versilbert, so dass sich die schwarzen Ziffern des Zifferblattes und die Theilstriche auf der Lochscheibe selbst in schlecht beleuchteten Räumen möglichst deutlich ablesbar darstellen. Die Spitze des Umlaufzählers ist zwischen dem Uhrenring angeordnet; das Instrument kann daher wie jede Taschenuhr in der Westentasche getragen werden, ohne dass diese durch die Spitze beschädigt wird.

Durch den Einbau des Zählers in ein Uhrgehäuse wird derselbe vor Beschädigungen geschützt. (Nach Elektrotechnische Zeitschrift.)

7)

Rautenberg, E. Wolff, Wag, Ogston: Aschen-Analysen. E. Wolff, Gutkowsky: Untersuchungen der Flachsstengel (Memoiren des St. Petersburger Technologischen Instituts, 1881).