Text-Bild-Ansicht Band 286

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andere Reifen ersetzt werden muss, nachdem das Fass aus der Maschine gekommen ist.

Um diese Uebelstände zu vermeiden, werden bei der vorliegenden Maschine gleich die Reifen auf das Fass getrieben, welche auf demselben verbleiben sollen. Die Anzahl der auf das Fass zu treibenden Reifen kann beliebig sein.

Bei derartigen Fässern werden sechs Reifen verwendet, drei auf jeder Seite. Von diesen sechs Reifen werden die inneren vier auf das Fass getrieben, bevor dasselbe die Maschine verlässt, während die Endreifen, welche den Boden des Fasses in seiner Lage halten, aufgetrieben werden, nachdem das Fass vollgepackt ist.

Der feste Rahmen der Maschine besteht aus den beiden Seitenrahmen A, welche mit einander durch die Traversen B verbunden sind. Die Seitenrahmen dienen zur Unterstützung der treibenden Wellen und Mechanismen, während die Traversen zur Führung der Kopfstücke und der Reifentreiber dienen.

Textabbildung Bd. 286, S. 171
Jedes Kopfstück besteht aus zwei Haupttheilen C und D. Der Theil C ist mit seitlichen Führungsarmen versehen, welche mit geeigneten Gleitbacken auf den Traversen B gleiten, so dass die Kopfstücke auf denselben hin und her geschoben werden können. Der Theil D besteht aus einer Anzahl von Segmenten E, im vorliegenden Falle zwölf an der Zahl, welche mit schwalbenschwanzförmigen Schlitten d versehen sind, die in entsprechenden Führungen d1 des Theiles C gleiten.

Jedes der Segmente E ist durch einen radialen Arm e mit einer mittleren Nabe E1 verbunden, welche auf einer Welle E2 durch einen Keil oder auf sonst geeignete Weise befugt ist. Jedes Segment ist mit einer Nuth F versehen, welche so geformt ist, dass die an einander stossenden Nuthen der einzelnen Segmente einen vollständigen Kreis bilden.

In dieser ringförmigen Nuth ist ein Ring f angeordnet, gegen welchen sich die Enden der Dauben legen und welcher theilweise über einander greift, um den Bewegungen der Segmente beim Verengern oder Erweitern folgen zu können. Der Ring wird von einer Anzahl Rollen f1 unterstützt, welche auf den verschiedenen Segmenten E angeordnet sind und in ihrer Stellung in der Nuth durch einen äusseren Ring G gehalten werden, der mit Bolzen g an dem Stücke C befestigt ist. Jedes Segment trägt auf seiner äusseren Seite neben der Nuth F eine Anzahl konischer Rollen f2, die auf Stiften oder Bolzen drehbar sind, welche auf dem Rande des Segmentes angeordnet sind. In dem vorliegenden Falle werden die Rollen durch ein äusseres Ringstück f3 abgedeckt.

Der Konus der Rollen f2 ist so bemessen, dass er der Biegung der Fassdauben entspricht. Diese Rollen sollen eine zu grosse Reibung zwischen den Dauben und den Aussenseiten der Segmente verhindern.

An einem Segmente ist der äussere Flansch theilweise entfernt, um den Eintritt der aus einer geeigneten Zuführungsvorrichtung kommenden Dauben in die Nuth F zu gestatten.

Die Welle E2 ist in der Mitte des festen Theiles C gelagert, ragt etwas über ihn hinaus, und ist an ihrem hinteren Ende mit einer Kurbel H versehen, deren äusseres Ende durch einen Arm mit einem Hebel H1 verbunden ist, welcher an einer oscillirenden Welle H2 befestigt ist. Auf dieser Welle H2 ist in einiger Entfernung von dem Hebel H1 ein Vorsprung i angebracht, auf welchen ein konischer Anschlag I einwirkt, der an dem Kopfstücke L angebracht ist. Wenn dieses Kopfstück, an welchem die Reifentreiber angebracht sind, während der Arbeit der Maschine hin und her geschoben wird, wirkt der an demselben angebrachte Anschlag I auf den Vorsprung i der Welle H2 und ertheilt dieser dadurch eine theilweise Drehbewegung. Hierdurch wird mittels des Hebels H1 das Daubenkopfstück in seinem Umfange vergrössert oder verkleinert, je nach der Richtung, in welcher das Kopfstück L bewegt wird.

Das Kopfstück L für die Reifenträger hat irgend einen geeigneten Querschnitt und ist mit seitlichen Führungsstücken versehen, mit denen es auf den Traversen B geführt wird, in ähnlicher Weise wie das zur Aufnahme der Dauben dienende Kopfstück.

In diesem Kopfstücke L sind eine Anzahl radialer Schlitze angeordnet, durch welche die Reifentreiber M hindurchgehen, die mit Gewinde versehen sind und mittels Muttern an dem Kopfstücke befestigt werden. Mit Hilfe der radialen Schlitze können die Reifentreiber in verschiedenen Entfernungen von einander festgestellt werden, je nach dem Durchmesser des Fasses, welches auf der Maschine hergestellt werden soll.

An ihrem inneren Ende sind die Reifentreiber mit Köpfen n versehen, an denen Federn n1 angebracht sind, welche dazu dienen, die Reifen festzuhalten, bevor sie auf das Fass getrieben werden.

In kurzer Entfernung von diesen Köpfen sind die Reifentreiber M mit verstellbaren Blöcken p versehen, welche zur Aufnahme eines zweiten Reifens dienen.

Das Kurbelrad Q wirkt mittels der Schubstange nicht direct auf das Reifentreiberkopfstück, sondern wirkt auf eine Anzahl Spiralfedern, welche die Kraft auf das Kopfstück übertragen. Eine derartige Construction ist zwar nicht nothwendig, allein sie ist sehr vortheilhaft, als die Dauben nicht übermässig beansprucht werden, was bei den kleinen Differenzen in dem Umfange der Fässer leicht eintreten könnte, wenn keine derartige elastische Verbindung vorhanden wäre. Durch eine solche Verbindung kann jedoch der Druck dem Material der Reifen genau angepasst werden, so dass ein Zerbrechen der Reifen nicht eintreten kann.

Der Antrieb der Maschine erfolgt durch eine sich längs der Maschine erstreckende Welle S, welche mittels Kegelräder an beiden Enden der Maschine recktwinklig zu ihr gelagerte Wellen T antreibt. Diese Wellen übertragen ihre Bewegung mittels Sternräder auf die Wellen V, so dass die Bewegung der Kopfstücke eine gleichzeitige ist.

Die hin und her gehende Bewegung wird direct auf das Reifentreiberkopfstück übertragen, während die kleine Bewegung, welche die die Dauben aufnehmenden Kopfstücke machen müssen, um das vollendete Fass aus der Maschine zu bringen, durch eine Stange U bewirkt wird, die durch das Reifentreiberkopfstück hindurchreicht.