Text-Bild-Ansicht Band 287

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gelöthet. Der Schutz der Biegerohre kann in solchen Fällen auch durch Umgeben mit weichen, biegsamen und undurchlässigen Stoffen erfolgen.

Von verschiedenen Einzelconstructionen führen wir noch nachstehende auf:

Neue Rohrverbindung für Dampfheizungen (Fig. 58). Die gebräuchliche Art von Passtücken zur Verbindung von Dampfrohren ungleichen Durchmessers leidet an dem Uebelstande, dass sich an der betreffenden Stelle ein Wassersack bildet, weshalb in manchen Fällen die Einfügung eines Auslassrohres oder eines Hahnes erforderlich wird. Um derartige Hilfsmittel entbehrlich zu machen, wendet man nach Engineering and Building Record in Amerika unrunde Muffen- oder Flanschenverbindungen an, wie sie die nebenstehenden beiden Abbildungen zeigen. Man erkennt, dass bei dieser Anordnung das Niederschlagswasser ohne weiteres abfliessen kann, sobald die Rohre mit schwacher Neigung verlegt werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
Zweitheiliger Rohrflansch von R. Weyher in Arnstadt. Der Flansch mit Bohrung und beliebiger äusserer Form besteht aus den beiden congruenten Theilen A und B, von denen jeder Theil einen Ausschnitt C (Fig. 59), zwei halbstarke Flanschtheile und einen mittleren abgeschrägten Ansatz D hat, welche in einander greifen, auf einander passen und mit Löchern für Schraubenbolzen versehen sind, zum Zwecke, den Flansch leicht von den zusammenzuschraubenden Rohren wegnehmen und durch einen anderen ersetzen zu können.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
Auf S. 74 des Jahrg. 1891 theilt der Metallarbeiter eine Muffendichtungsweise mit, die daselbst durch nachstehende Fig. 60, die eine Muffe des Hamburger Wasserwerkes für ein Rohr von 900 mm lichter Weite darstellt, erläutert wird. Das Spitzenende reicht nicht bis auf den Boden der Muffe, sondern lässt einen Zwischenraum von 16 mm. Spitzenende und Muffe werden konisch ab bezieh. ausgedreht, jedoch so, dass die Kegelflächen sich nur in der Nähe des Bleiringes berühren. Aus diesem Grunde bedarf die Dichtung nur eines kleinen Bleiringes von 25 mm Breite und 11 mm Dicke. Die Stärke der Ringe ist für alle Rohrdurchmesser gleich, während die Breite für die weitesten Röhren auf 30 mm steigt.

Textabbildung Bd. 287, S. 40

A. Ducret's elektrischer Melder für Seilbahnen.

Mit Abbildung.

An der Eisenbahn an der Küste bei Havre ist ein von dem Director dieser Bahn, A. Ducret, angegebener neuer elektrischer Melder zur Anwendung gekommen, welcher durch die Durchbiegung des Seiles in Thätigkeit versetzt wird, wenn der auf der Seilbahn niedergehende Wagen angehalten wird.

Zwischen den grossen Umkehrrollen und der ersten gewöhnlichen Leitrolle ist auf der Querschiene F der Bahn eine Stahlfeder B von 0,1 m Breite angebracht, deren Flügel U-förmig umgebogen sind. Auf dem oberen Flügel ist ein Lagerstuhl A angebracht, durch welchen das Seil H für gewöhnlich mit grossem Spielraume hindurchgeht. Zwischen den Flügeln der Feder ist mittels eines kleinen Winkelstückes auf der Schiene F der Contact c für eine elektrische Klingel angebracht, dessen Theile durch Ebonitplatten D entsprechend gegen einander isolirt werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
Für gewöhnlich ist zwischen dem Knopfe c der Klingel und der über ihm liegenden Ebonitplatte D ein Zwischenraum von 0,01 m. Wenn aber, während der Fahrt, die selbsthätige Bremse des herabfahrenden Wagens gelöst wird, senkt sich das nicht mehr gespannte Seil sicher auf den Stuhl A und zwingt durch sein Gewicht die Platte D, auf den Knopf c herabzugehen, welcher somit den Stromkreis zwischen den beiden biegsamen Contactfedern e schliesst. Sofort ertönt die Klingel und veranlasst den Maschinenwärter, die Maschine zum Stillstände zu bringen.

Der Druck des Seiles auf den Stuhl A kann die Einrichtung nicht beschädigen, weil ja die Durchbiegung des oberen Flügels der Feder B durch den Anschlag des Bolzens E begrenzt wird, mittels dessen der normale Abstand der Platte D von dem Knopfe c sich leicht reguliren lässt.

Muss man einmal den emporgehenden Wagen aufhalten, so genügt ein Trompetenstoss des Wagenführers, um den Maschinenwärter davon zu benachrichtigen, falls der Wagen nicht weit von einer der Stationen ist; anderenfalls sind die beiden Wagenführer nahe bei einander und können einander leicht Mittheilungen machen, und da wird der Trompetenstoss den Führer des abwärtsfahrenden Wagens veranlassen, die Bremse mit der Hand anzuziehen und durch die Durchbiegung des Seiles das elektrische Signal zu geben. (Revue Industrielle vom 3. September 1892 * S. 355.)

Strommesser mit änderbarer Empfindlichkeit von Siemens und Halske in Wien.

Mit Abbildung.

Bei Stromprüfapparaten, welche für unmittelbare Nadelablenkung eingerichtet werden, um aus dem Verhältniss der Tangenten bezieh. Sinus ein Messergebniss zu erzielen, oder auf einer entsprechend getheilten Scala unmittelbar die Stromwert he abzulesen, ist es ein Mangel, dass die zur Verfügung stehenden Winkelgrade beschränkt sind, und