Text-Bild-Ansicht Band 291

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da es ohne Bromkaliumzusatz schleierlos arbeitet. (Phot. Corresp., 1892.)

Liesegang empfiehlt zur Herstellung einer concentrirten Lösung von Paramidophenol, welches in Wasser schwer löslich ist, wässerige Citronensäure, worin es sich leichter lösen soll, zu verwenden. (Phot. Arch., 1892 S. 273.)

Meydenbauer empfahl Trockenplatten in äusserst verdünntem Entwickler während sehr langer Zeit zu entwickeln (Standentwickelung). Dieses Verfahren soll den Vorzug haben, dass man, ohne sich viel um die Entwickelung kümmern zu müssen (die Platten verbleiben stundenlang in geeigneten Standgefässen, welche mit verdünntem Entwickler gefüllt sind), zartere harmonische Bilder erhält, als bei Verwendung von concentrirtem Entwickler! – Schmid empfiehlt die Standentwickelung für Interieuraufnahmen. (Phot. Corresp., 1892 S. 390.)

Fixiren, Verstärken und Abschwächen von Negativen.

Die Actiengesellschaft für Anilinfabrikation in Berlin bringt unter dem Namen „Fixirsalz“ ein Präparat in den Handel, welches, in der 8fachen Menge Wasser gelöst, ein saures Fixirbad gibt. Dasselbe ist ein Gemenge von trockenem, saurem Natriumsulfit und entwässertem Fixirnatron.

Auch Tonfixirpatronen gelangen durch die genannte Firma in den Handel. Der Inhalt dieser Patronen besteht aus einem Gemenge von entwässertem Fixirnatron, Bleinitrat und Goldsalz. (Eder's Jahrb. f. Photogr. f. 1893, S. 423.)

An Stelle des unterschwefligsauren Natrons, welches beim Fixiren von Chlorsilberbildern manche Uebelstände hat, insbesondere aber den einen, dass, wenn auch nur Spuren davon im Papier zurückbleiben, ein Vergilben des Bildes die Folge ist, wurden von mehreren Seiten Ersatzmittel vorgeschlagen.

Labarre empfiehlt zu diesem Zwecke das unterschwefligsaure Ammoniak zu verwenden. (Phot. Arch., 1892 S. 374.) (Dieses Salz ist zwar sehr leicht in Wasser löslich, bietet aber sonst kaum Vortheile vor dem Fixirnatron und steht im Preise wesentlich höher. Anm. d. Ref.)

R. E. Liesegang empfiehlt das Thiosinamin, einen Abkömmling des Sulfoharnstoffes, als Fixirmittel zu verwenden.

Dasselbe soll sich nach den Angaben Liesegang's in saurer Lösung sehr schwer zersetzen, Chlorsilber leicht zu einer wenig lichtempfindlichen Verbindung lösen und daher im Falle ungenügenden Waschens ein Vergilben der Bilder nicht so leicht als bei Verwendung von Fixirnatron eintreten. (Phot. Arch., 1893.) Das Thiosinamin ist nach den Versuchen, welche E. Valenta damit angestellt hat, kein besonders empfehlenswerthes Fixirmittel. Abgesehen von dem hohen Preise (1 k kostet 100 M.), zeichnet es sich keinesfalls durch ein höheres Lösungsvermögen als Fixirnatron für Chlorsilber (noch weniger für Brom und Jodsilber, wo es dem Fixirnatron entschieden nachsteht) aus. Es wird von Alkalien sofort zerlegt und tritt, wenn Silbersalze zugegen sind, dabei die Bildung von Schwefelsilber auf. Selbst Borax wirkt in der Weise. (Phot. Corresp., 1893.)

Bogisch spricht sich für das Thiocarbamid, welches gegen die Halloidverbindungen sich analog dem Thiosinamin verhalten soll, aus, da bei Benutzung dieses Körpers als Fixirmittel eine schwer lösliche Verbindung des Silberhalloidsalzes mit dem Sulfoharnstoff entsteht, welche die Fixage hindert und aus dem Bilde schwer zu entfernen ist. (Phot. Arch., 1893.)

Zur Verstärkung von Negativen ohne Verwendung des giftigen Quecksilberchlorides empfiehlt Kröhnke, dieselben in eine Lösung von Jod in Jodkalium zu bringen (1 Th. Jod, 2 Th. Jodkalium, 10 Th. Wasser), worin sich das schwarze Silberbild in ein gelbes Jodsilberbild umwandelt. Man wässert nun aus, bis das Wasser sich nicht mehr färbt, und übergiesst mit einer Lösung von

Schlippeschem Salz 1 Th.
Wasser 100
Natronlauge (10procentig) einige Tropfen,

bis das Bild gleichmässig braun geworden ist.

Die Methode ist ausgiebiger als die Quecksilberverstärkung und liefert sehr klare Schatten. (Phot. Arch., 1892 S. 307.)

Das Metol10) hat sich nach den von Hübl angestellten Versuchen als vorzügliches Verstärkungsmittel für nasse Collodion- und Collodiontrockenplatten erwiesen. Metol lieferte mit Silbernitratlösung einen Verstärker, welcher alle anderen Silber Verstärker für das nasse Verfahren übertrifft.

v. Hübl gibt hierfür folgende Vorschrift:

A. Metol 15 g
Citronensäure 10 g
Wasser 1000 cc
B. Silbernitrat 10 g
Wasser 100 cc

Man verwendet ein Gemisch von A und B und zwar:

A 10 Vol.-Th.
B 1

(Phot. Corresp., 1892 Dec.-Nr.)

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Fortschritte in der Bierbrauerei.

(Fortsetzung des Berichtes S. 20 d. Bd.)

III. Gährung. Hefe.

In ihrer Abhandlung Ueber fractionirte Gährung(Transactions of the Institute of Brewing, Vol. V 133; nach Holzner's Uebersetzung in der Zeitschrift für das gesummte Brauwesen, 1892 S. 384) fanden Morris und Wells Analysendifferenzen, je nachdem die Maltose aus dem Unterschied der Kupferreduction vor und nach der Gährung der Würze berechnet wurde oder die Ermittelung des Zuckers auf die Zunahme des Alkoholgehaltes bezieh. die Abnahme der Rotation basirte. Die Verfasser gründeten darauf die Ansicht, dass zunächst Invertzucker vergohren wird und dann Maltose.

In den Endstadien der Gährung erhielten die Verfasser durch Berechnung aus der Menge des entstandenen Alkohols mehr Maltose, als sich aus der Differenz der reducirten Kupferoxyde berechnet; nach ihrer Ansicht ein Beweis dafür, dass die höheren Maltodextrine in niedere vergährbare abgebaut wurden. Letztere werden zwar von Hefe Frohberg, aber nicht von Hefe Saaz vergohren.

Die Vergährung von Maltosen und Maltodextrinen betitelt sich eine vorläufige Mittheilung Reinke's (Wochenschrift für Brauerei, 1892 S. 620), in welcher neben

10)

Siehe unser Referat vom Jahre 1892.