Text-Bild-Ansicht Band 291

Bild:
<< vorherige Seite

Der Strom wird deshalb genau in dem Augenblicke unterbrochen, in welchem der Hammer b an die Glocke A schlägt, und bleibt so lange unterbrochen, bis der Hammer ganz ausgeschwungen hat, d.h. bis er so weit, als es sein Anschlag eben zulässt, von der Glocke A entfernt ist. Es wird somit der Elektromagnet a mit dem Hammer b bei seiner Rückschwingung in keiner Weise magnetisch beeinflusst, und ebenso wenig vermag der Hammer eine Schwächung und Abdämpfung der Tonwirkung dadurch zu veranlassen, dass er sich nicht weit genug von der Glocke entfernt.

Textabbildung Bd. 291, S. 67
In der Abbildung besitzt der mit dem Schaltrade i verbundene Contactring j, gegen welchen sich der einem Kurzschlusse zugehörige Stromschliesser s anlegt, nur eine einzige isolirende Unterbrechung; hier liegt während der Ruhelage des Elektromagnetes a der Stromschliesser s in der Unterbrechungskerbe, und es bedarf daher, wenn das mit Stromschliessung und Stromunterbrechung arbeitende Läutewerk in Gang gesetzt werden soll, zunächst einer Stromgebung in der an die Klemmen u und v angeschlossenen Glockenleitung L; wenn aber durch diese Stromsendung der erste Schlag hervorgebracht worden ist, so wird beim Abfallen des Elektromagnetes a von den Polen des Elektromagnetes e, zugleich mittels der Stange h und der Klinke k das Schaltrad i und der Contactring j um ein Stück gedreht, so dass der Stromschliesser s nun in metallische Berührung mit dem Contactringe j tritt und unter Mitwirkung des Unterbrechers l einen Kurzschluss der Batterie durch die Elektromagnete a und e herstellt, weshalb denn von jetzt ab – obgleich die erste Stromsendung bereits aufgehört hat – das Läutewerk in ununterbrochener Thätigkeit erhalten wird und fortschlägt, bis in Folge der wiederholten Einwirkung der Klinke k das Schaltrad i mit dem Ringe j eine volle Umdrehung gemacht hat und der Stromschliesser s hierbei wieder in die Kerbe des Ringes eingetreten ist. Der Strom bleibt dann in a und e unterbrochen, das Schlagen hört auf und das Schaltrad steht still, das Läutewerk steht aber für eine neue Bethätigung von aussen bereit. Bei dieser Anordnung wird die Zahl der in einer Gruppe abgegebenen Glockenschläge von der Gesammtzahl der auf dem Schaltrade i vorhandenen und von der Zahl der jedesmal von der Klinke k überschrittenen Zähne abhängig sein.

Man kann jedoch auch den Contactring j mit mehreren Unterbrechungsstellen versehen, so dass der Ring nicht bei jeder Schlaggruppe eine ganze Umdrehung zu machen hat; dabei müsste man die Entfernung dieser Stellen nach der in jedem einzelnen Falle wünschenswerthen Dauer des Schlagens bemessen.

Bei der Einschaltung nach Fig. 2 ist nur eine Betriebsbatterie B erforderlich und diese wird bei dem Läutewerk selbst aufgestellt. Für gewöhnlich ist da die Betriebs- oder Glockenleitung L in dem die erste Stromsendung – selbsthätig oder nicht – vermittelnden Contacte C von der Erdplatte E getrennt. Beim Niederdrücken des Contacthebels C auf den unteren Contact wird dann der Stromweg von E über C nach L geschlossen und setzt sich über u durch e hindurch – und mit Hilfe der Drähte p und q zugleich durch a hindurch – nach der zwischen u und v liegenden mittleren Klemmschraube fort, welche mit dem einen Pole der Batterie B verbunden ist. Der zweite Batteriepol liegt an der Klemme v und steht bei ruhendem Elektromagnete a durch den jetzt auf seinem auf der Klemme v angebrachten Contactstifte aufliegenden Hebel l mit der Achse des Schaltrades i in Verbindung und durch dieses mit der Erde E.

Ist nun durch die erste Stromsendung das Läutewerk in Thätigkeit versetzt worden und der Stromschliesser s mit dem Contactringe j in Berührung getreten, so ist für den ersten Batteriepol von u aus über s, j, die Achse des Schaltrades i und den Hebel l eine neue Verbindung nach v und dem zweiten Batteriepole hergestellt und der mit e parallel geschaltete Elektromagnet a arbeitet jetzt mit Hilfe des Hebels l als Selbstunterbrecher in diesem neuen Stromkreise, bis s sich wieder in eine isolirende Kerbe des Ringes i einsenkt.

Man könnte indessen der bei dem Läutewerke aufgestellten Batterie auch bloss den durch die Theile s, j und l herzustellenden Kurzschluss zuweisen und die Betriebsbatterie bei dem in angemessener Entfernung von dem Läutewerke befindlichen Contacte C unterbringen. Wenn aber – wie bei Ueberwegläutewerken und bei Bahnsteigweckern – die selbsthätigen bezieh. nicht selbsthätigen Contacte sich in grosser Nähe des Schlagwerkes befinden, die Betriebsleitung L also verhältnissmässig kurz ist, so kann man bei Aufstellung der Betriebsbatterie beim Contacte die Verwendung einer zweiten Batterie am Läutewerke dadurch umgehen, dass man von der das Schlagen einleitenden Linienbatterie noch einen Draht – bei Benutzung der Erdleitung also im Ganzen zwei – von der Linienbatterie nach dem Läutewerke führt.

Elektromagnetische Aufbereitung und Anreicherung magnetischer Eisenerze in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.1)

Mit Abbildungen.

Erzverbrauch und Roheisenerzeugung sind nur in vier Districten der Vereinigten Staaten Nordamerikas von Bedeutung: in den Oststaaten, im Ohiothal, in der Umgegend der grossen Landseen und im Süden, In diesen vier Districten wurden im J. 1892 nicht weniger als rund 90 Proc. der gesammten Roheisenerzeugung in den Vereinigten Staaten mit 8255335 Grosstonnen erblasen und dort befanden

1)

Transact. of Americ. Inst. Ming. Eng., 1892. The Iron and Coal Trades Review, Oct. 1892, Jernkons. annal., 1893. II. III.