Text-Bild-Ansicht Band 291

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noch mehr Wasser zuzusetzen und nass zu brechen, als einen Trockenprocess durchzuführen. Jedenfalls vermindert sich beim Nasszerkleinern der Verschleiss der maschinellen Theile; andererseits aber werden dazu die Anlagekosten grösser.

In erster Reihe bestimmt die Höhe der Zerkleinerungskosten die Beschaffenheit der Erze und die Korngrösse, auf welche sie gebracht werden sollen; locale Verhältnisse, Brennmaterialpreis und Arbeitslöhne sind sodann die übrigen Factoren, die in Rechnung gezogen werden müssen. Mit ziemlich grosser Sicherheit kann man aber doch sagen, dass gewöhnliche arme Eisenerze in den Oststaaten in der Regel für 50 Cts. die Tonne auf 1 mm Korngrösse gebracht werden können. Steht Wasserkraft zur Verfügung, so lassen sich die Kosten der Zerkleinerung wohl bis auf 25 Cts. herabdrücken.

Bis zum Jahre 1892 sollen 164 Patente auf magnetische Separatoren in den Vereinigten Staaten genommen worden sein, ein Beweis, dass ein praktischer Apparat dieser Art Bedürfniss ist und allgemeines Interesse hat.

Die elektromagnetische Anreicherung von Eisenerzen bildet einen verwickelten Process, weil die Erze stets mehrere schwach magnetische Minerale mit enthalten, welche bei der Zerkleinerung immer eine Anzahl Körner geben, die aus magnetischen und unmagnetischen Substanzen bestehen; die richtige Behandlung und Verwendung dieser Zwischenprodukte zu treffen, ist schwierig.

(Schluss folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Gesimse aus Metallblech.

Bei uns zu Lande stellt man den Stuck zur Verzierung der Hausfassaden meist aus Gyps und, wenn es hoch kommt, aus Cement her. Solcher Stuck ist nicht billig und hat den Nachtheil, dass er sehr gut gegen die Witterung geschützt sein muss, um nicht abzubröckeln und abzufallen. Auch das Ansetzen von Stuck ist eine kostspielige Arbeit, und man weiss nie, ob nicht mit der Zeit Stücke herunterfallen werden.

In Amerika verwendet man, nach der Eisen-Zeitung, vielfach gepresstes Metall als Stuck, sowohl für ganze Hausfassaden als auch für Gesimse aller Art. Ein derartiges Gesims, von der Fabrik von W. H. Mullins in Salem (Ohio) geliefert, ist 50'' hoch und hat 26'' Ausladung. Als Material benutzt man gern Kupfer, weil sich dieses am leichtesten prägen lässt und eine schöne grüne Naturpatina annimmt. Der Preis dieses Gesimses ist etwa 50 M. für das Meter, einfachere, schmälere Gesimse werden schon für 1 $ für 1 Fuss geliefert.

Pressluft zum Kühlen warmlaufender Lager.

Nach der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung empfiehlt sich die Anwendung von comprimirter Luft zum Kühlen warmlaufender Lager bei solchen Anlagen, die Luftcompressoren in ständigem Gebrauche haben, oder wo eine Luftzuführung möglich ist. Es ist zu diesem Zwecke eine Rohrleitung so anzubringen, dass kalte Luft auf die warmlaufenden Lager geblasen werden kann, wodurch die erhitzten Stellen abgekühlt werden. Luft hat vor dem Wasser als Kühlmittel den Vortheil, expandirend zu kühlen, so dass weitere Nachhilfe bei dieser Abkühlungsmethode überflüssig ist.

Stahlformguss.

Zur Herstellung von Stahlformguss wird in Deutschland meistens der Herdofen benutzt, während in Frankreich, Belgien und England mehrfach die kleine Bessemerbirne von ½ bis 1½ t Fassung zu dem Zwecke betrieben wird. Diese hat den Vortheil, dass der Betrieb leicht allen Anforderungen der Stahlformgiesserei hinsichtlich der Menge und Beschaffenheit angepasst werden kann. Die Erzeugung von blasenfreien Güssen konnte indessen bis jetzt nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeführt werden, weil in der Birne mit kleinem Einsatz die Temperatur des Metallbades meistens zu niedrig ist, um ohne Metallverlust in Folge Erstarrens eine grosse Zahl von Formen füllen zu können. In Folge der Beschleunigung des Giessens entstanden vielfach blasige Güsse. Diese Schwierigkeit ist durch das Verfahren der Zuführung von Wärme zum Metallbade der kleinen Bessemerbirne von Ch. Walrand und E. Legenisel in Paris (D. R. P. Nr. 64950. Vertreter R. M. Daelen, Civilingenieur in Düsseldorf) beseitigt worden, so dass Stahl von jedem Härtegrade vergossen werden kann und schöne, dichte Güsse ergibt.

Die Hagener Gusstahlwerke haben das deutsche und luxemburgische Patent erworben und eine Anlage von 2 Birnen mit je 500 bis 700 k Einsatz ausgeführt, welche sich in erfolgreichem Betriebe befindet.

Das Thomaseisen als Nietmaterial.

Prof. L. Tetmayer in Zürich kam nach der Schweizerischen Bauzeitung, Bd. XXII Nr. 3, auf Grund eingehender chemischer Untersuchungen und Festigkeitsproben zu folgenden Ergebnissen: 1) der sachgemäss geführte und überwachte Thomasprocess ist im Stande, in vollkommen ausreichender Gleichmässigkeit selbst Nieteisen von absoluter Zuverlässlichkeit zu liefern. 2) Gegenüber dem Schweisseisen fordert das Nietflusseisen eine erhöhte Achtsamkeit und Sorgfalt der Behandlung. 3) Das Nietflusseisen bietet den Stauchvorgängen im kalten und warmen Zustande einen grösseren Widerstand dar, als das lockere, poröse, schlackenschüssige Schweisseisen.

Schneiden von flachgängigen Schrauben von genauer Länge.

Von praktischer Seite geht uns nachstehende Mittheilung zu:

Ein in der Praxis des Mechanikers sich oft unliebsam bemerkbar machender Uebelstand veranlagst mich, meine dahin gemachten Erfahrungen bekannt zu geben.

Das Schneiden von Muttern mit scharfem Gewinde war schon längst bekannt, als man darauf kam, auch flachgängiges Gewinde mittels Gewindebohrer zu schneiden. Dies ging auch bei beiden Arten, so weit nicht absolute Genauigkeit der Ganghöhe nöthig war, schnell von statten. Anders war es bei langen oder ganz genaue Ganghöhe erforderlichen Muttern. Hier konnte nur auf Kosten der Genauigkeit des Gewindes mittels Gewindebohrer geschnitten werden.

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass bei dem Aufpassen einer solchen Mutter auf die zugehörige Spindel stets nur die ersten Gänge passten, trotzdem der Gewindezahn bei dem Schneiden der Spindel die richtige Breite hatte. Um nun die Mutter gänzlich auf die Spindel zu bringen, musste man das Gewinde der Spindel mittels eines breiteren Gewindezahns nachschneiden. Bei einer auf der Drehbank geschnittenen Mutter war dies nicht nöthig. Woran lag dies? Man weiss, dass der Werkzeugstahl nach dem Anwärmen bezieh. Härten insofern sich verändert, als er mehr oder weniger in seiner Länge schwindet, kürzer wird. Habe ich z.B. einen Gewindebohrer mit 10 Gang auf 1 Zoll engl. geschnitten, so wird derselbe nach dem Härten und Anlassen nicht mehr mit der Leitspindelsteigung übereinstimmen, er ist kürzer geworden. Ich suchte mir dadurch zu helfen, dass ich gleich von vornherein den Gewindebohrer einen Bruch theil des Ganges länger schnitt, d.h. mehr Steigung gab. Der Bohrer that mir aber nicht den Gefallen, bei dem Härten sich genau um das Gewünschte zusammen zu ziehen. Ein Versuch mit verschiedenen Stahlsorten hatte auch nicht den gewünschten Erfolg, bei vielen war ein zweimaliges Härten in Folge des unverhältnissmässigen Schwindens ganz ausgeschlossen.

Als ich gelegentlich einen Schneidbohrer zu liefern hatte, der auf die Länge von etwa 500 mm in der Ganghöhe ganz genau sein musste, wurde ich von befreundeter Seite auf den „Universalstahl“, Schutzmarke eine Brille, von Jonas und Colver in Sheffield, aufmerksam gemacht, ein Versuch damit übertraf alle Erwartungen. Ein Vorversuch an einem Probestück ergab selbst nach viermaligem Härten keine Veränderung in der Längsrichtung. Ich wärmte vorstehenden langen Gewindebohrer in offenem Holzkohlenfeuer an, kühlte denselben in temperirtem Wasser ab und hatte einen in Bezug auf Ganghöhe und Härte tadellosen Gewindebohrer. Es ist rathsam, das Abkühlen dieses Stahls zu obigem Zweck in solch warmem Wasser vorzunehmen, dass ein Nachlassen überflüssig ist. Durch eine kleine Probe kann man bald den richtigen Wärmegrad des Wassers ermitteln.

Eine Niederlage dieses Stahles befindet sich in Berlin C. bei Mansfeld und Co.

Einfluss elektrischer Strassenbahnen auf Galvanometer.

Gegen den Entwurf einer elektrischen Strassenbahn in Königsberg i. Pr. mit oberirdischer Stromzuführung und Rückleitung durch die Schienen hatte der Curator der dortigen Universität Einspruch erhoben, da durch eine solche Bahn die Galvanometer des in der Nähe gelegenen physiologischen Instituts beeinflusst und wichtige Arbeiten desselben unmöglich gemacht werden würden. Diese Behauptung stützt sich auf