Text-Bild-Ansicht Band 291

Bild:
<< vorherige Seite

vom Riemen über die Oberseite der Separatortrommel und von da über eine Riemenscheibe nieder in einen Wasserkasten geführt, wo sie abgespült zu Boden fallen. Das angereicherte Erz wird dann durch ein Becherwerk aus dem Kasten genommen.

Neuerer Construction ist der von Chase verbesserte Lovett-Finney-Separator (Fig. 12), in Betrieb nahe Ferrona, N. Y., auf den Arnoldgruben.

Textabbildung Bd. 291, S. 116
Er besitzt in hohem Grade die Vorzüge der besten älteren Separatoren und verbindet damit äusserste Einfachheit und grosse Billigkeit. Er besteht aus einem Wasserkasten; in welchem drei walzenförmige Elektromagnete A, B und C rotiren; dieselben haben 10 cm oder weniger Durchmesser und gewöhnlich 90 cm Länge. Sie bestehen aus einem Cylinder aus weichem Eisen, in welchem der ganzen Länge nach zwei Vertiefungen von etwa 1 Quadratzoll Querschnitt nach einer Schraubenlinie ausgeschnitten sind; die Vertiefungen enthalten Windungen aus Kupferdraht oder Kupferband, durch welche der elektrische Strom geleitet wird, und zwar in den beiden Gängen in entgegengesetzter Richtung. Es entstehen hierdurch zwei nach einer Schraubenlinie fortlaufende, einander entgegengesetzte Pole. Ueber die Magnete ist eine Schutzkappe von Messing disponirt. Zwischen A und B ist eine Reihe (15) abwechselnd positiver und negativer Pole wagerecht angeordnet. Um A und B, sowie über eine Treib- und eine Spannrolle läuft ein 950 mm breiter Segeltuchriemen; über die magnetische Walze C und eine andere Treibrolle läuft ein zweiter endloser Segeltuchriemen, welcher den Schliech fortführt, nachdem derselbe von C aufgenommen wurde vom eigentlichen Separatorriemen. Das Erz wird in breitem, gleichmässigem Strom auf den ersten Segeltuchriemen aufgegeben, der gegen A in einer Tiefe von 5 cm unter der Wasserfläche in dem Wasserkasten hinläuft.

Wenn die Erzkörner auf den Riemen niederkommen, ordnen sie sich unter Einwirkung der aufwärts gerichteten Magnetpole so, dass die magnetischen unter ihnen direct auf dem Riemen zu liegen kommen. Auf dem Wege über die Walze A werden letztere fest gegen diese angezogen, die taube Gangart aber wird abgespült.

Tritt alsdann der Riemen unter die Magnete, so kollern die Erzkörner von Pol zu Pol, wie bei den Apparaten von Edison und Ball-Norton, und es trennt sich hiervon schon bei den ersten fünf oder sechs Wendungen das gesammte Zwischenproduct von den rein haltigen Körnern. Letztere werden darauf gründlich gewaschen und endlich dem anderen Riemen zugeführt, welcher den Schliech vom Separator aufzunehmen hat; Zwischenproduct und Abfälle gehen wie beim Lovett-Finney-Separator mittels Becherwerk weiter.

Das Zwischenproduct wird nochmals zerkleinert und geht zum Separator zurück, wo es nochmals in gleicher Weise bebandelt wird, bis es in völlig fertiges Reicherz und Abfall aus einander getheilt ist.

Es werden mit dieser Separatormodification prächtige Resultate erzielt, die ihr bei ihrer einfachen und starken Construction und ihren geringen Betriebskosten eine ausgedehnte Verbreitung in Aussicht stellen lassen. Die Segeltuchriemen allein unterliegen dem Verschleiss bei ihr und müssen erneuert werden, immerhin ist auch dies erst nach Monaten nöthig dank der schützenden Wirkung des Wassers.

Die Leistungsfähigkeit eines magnetischen Separators lässt sich nicht unmittelbar aus dem Eisengehalte der Abfälle beurtheilen, denn dieser wird bedingt durch den Gehalt an nichtmagnetischen eisenhaltigen Theilen des Erzes. Der Verlust in Form von magnetischem Oxyd in den Abfällen wird selten mehr als 3 bis 4 Proc. Fe betragen.

Der Eisengehalt gut aufbereiteter Erze wechselt von 64 bis 71 Proc. Wie weit die Anreicherung mit Vortheil zu treiben ist, ist eine rein ökonomische Frage, und es muss für den einzelnen Fall festgestellt werden, ob ein Paar Procente Fe mehr die erhöhten Selbstkosten einer weiter getriebenen Zerkleinerung, die dazu erforderlich ist, bezahlen. Hämatit ist in der Regel schwach magnetisch, und bei Separirung von Erzen, welche Magnetit und Hämatit zusammen enthalten, geht derselbe meist in das, weil nichtmagnetisch, abgeschiedene Material und in die Zwischenproducte über. Durch Röstung wird auch Hämatit magnetisch, bis jetzt hat man aber noch nicht in grösserem Umfange dazu gegriffen. Die grossen Röstkosten sind gewöhnlich zu schwer belastend, als dass der heutige geringe Preis der Eisenerze sie anzulegen erlaubte.

Die Kosten der Separirung allein der Erze betragen auf die Tonne ausgeschlagen allgemein sicher nicht mehr als 5 Cts. und übersteigen wahrscheinlich niemals 10 Cts.

Dr. Leo.

Ueber die Fortschritte der Photographie und der photomechanischen Druckverfahren.

Von Dr. J. M. Eder und E. Valenta.

(Schluss des Berichtes S. 93 d. Bd.)

Verschiedene Copirverfahren mittels Chromvanadin, Eisenverbindungen, Lichtpausen.

Abbe Lizzard theilt ein Verfahren über den Gummieisenprocess mit, wobei er als Ausgangspunkt seiner Arbeiten die Publicationen Poitevin's (1875) nennt.

Er benutzt drei Lösungen:

Nr. 1. Gummi arabicum 170 g
Wasser 600 cc
Nr. 2. Weinsäure 40 g
Wasser 100 cc
Nr. 3. Schwefelsaures Eisenoxyd 70 g
Wasser 100 cc

Die filtrirten Lösungen werden gemischt (2 in 1 gegossen und darauf 3 zugefügt), der Mischung wird sodann 110 cc Eisenchloridlösung von 45° Bé. zugesetzt. Nach 24 Stunden wird die Mischung auf 14° Bé. verdünnt und damit das Papier präparirt. Man belichtet unter einer