Text-Bild-Ansicht Band 291

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eigentliche Extracteur A ruht mittels seines dreimal eingekerbten Randes B (vgl. nebenstehende Ansicht von oben) auf drei correspondirenden Ansätzen in dem gläsernen Mantel E. Dieser ist oben an den Kühler F angeschmolzen, unten steht er in einer mit Quecksilber zu füllenden Rinne H, welche den oberen Rand eines kleinen eisernen, emaillirten Gefässes G umgibt. In diesem durch eine kleine Gasflamme heizbaren Gefässe steht das tarirte Kölbchen J, welches zur Aufnahme der Aetherfettlösung bestimmt ist. Die zu extrahirende Substanz wird, in einer Papierpatrone eingeschlossen, in den Extracteur A eingeführt. Ist die Extraction vollendet, so ersetzt man den Extracteur A durch das entsprechend geformte, aber unten geschlossene Gefäss J1. Man erhitzt von Neuem, und der aus J verdampfende Aether sammelt sich nun in dem Gefäss J1. Man nimmt alsdann das Kölbchen J heraus, trocknet und wägt. (Nach Chemisches Centralblatt, 1893 Bd. I S. 228.)

(Fortsetzung folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

C. Braun's Herstellung von Kohlen für elektrische Bogenlampen.

Nach seinem englischen Patente Nr. 11779 vom 23. Juni 1892 stellt C. Braun in Nürnberg Kohlen für elektrische Bogenlampen in folgender Weise her. Ein fester Dochtkern wird gefasst und zugleich mit einer scheidenförmigen Kohle fortbewegt. Der Dochtkern wird getrennt in das innere einer in einer Presse vorhandenen Docke eingeführt, so dass er ein wenig über diese Docke in die Kohlenmasse hineinragt, und die Kohlenmasse, welche sich rund um die Docke unter der Wirkung des Presskolbens ausbreitet, bewegt sich der Auslassöffnung der Presse zu und nimmt zu gleicher Zeit eine der kegelförmigen Spitze der Docke entsprechende Gestalt an, indem sie einen hohlen Körper bildet, dessen Querschnitt beständig abnimmt, bis sie, wenn sie einen unmittelbar der Spitze der Docke gegenüberliegenden Punkt erreicht hat, den Dochtkern umgibt und ihn mit sich in das Mundstück der Presse hineinzieht, worin die Formung der Kohle sich vollendet. Der Kernfaden kann auf eine Trommel gewickelt oder in irgend einer passenden Weise in die Docke eingeführt und Kohle und Docht in Stücke von der gewünschten Länge geschnitten werden. – An Stelle des Dochtkernes kann auch ein hart gemachtes Kohlenstück genommen und durch mehrere verschiedene Docken hindurch geführt werden, so dass es concentrische Hüllen von verschiedener Dichte erhält.

Prentiss' elektrische Uhrenregulirung.

In sehr einfacher Weise regulirt Prentiss am Ende jeder Stunde eine beliebige Anzahl von Uhren von einer Normaluhr aus mittels eines elektrischen Stromes. Nach Lumière Electrique, 1893 Bd. 50 * S. 463, schnappt bei jeder der zu regulirenden Uhren, welche alle etwas zu rasch laufen, ein zweiarmiger Hebel von einem Daumen ab, welcher auf die Minutenradachse aufgesteckt ist. Dabei hebt der nach aussen gerichtete Arm dieses Hebels einen einarmigen Hebel ein wenig empor, welcher mit seinem hakenförmig umgebogenen freien Ende sich bisher sperrend vor den aufrechten Schenkel eines Winkelhebels legte, diesen aber jetzt frei gibt, so dass eine auf diesen Schenkel wirkende Feder denselben ein Stück nach aussen bewegen kann; dadurch aber wird der wagerechte Schenkel des Winkelhebels ein wenig gehoben, und es fängt sich nun in einer kleinen Vertiefung desselben die Pendelstange mit ihrem unteren Ende, die Uhr bleibt also stehen. Wenn aber darauf der Zeiger der Normaluhr auf der vollen Stunde eintrifft, so schliesst er einen elektrischen Strom; letzterer durchläuft in jeder Uhr einen Elektromagnet, so dass dieser seinen am aufrechten Schenkel jenes Winkelhebels angebrachten Anker anzieht und unter Spannung der Abreissfeder diesen Schenkel so weit nach innen bewegt, dass er sich wieder hinter dem Sperrlinken fängt, das Pendel dagegen wieder frei gegeben wird und die Uhr nun wieder eine Stunde weiter geht.

J. Riedel's elektrischer Abschmelz-Stromunterbrecher.

Bei dem in La Lumière, 1893 Bd. 50 * S. 576, beschriebenen Abschmelzunterbrecher für elektrische Ströme sind alle metallischen Theile durch Isolatoren geschützt: ausserdem kann man nach Abheben des Deckels das Abschmelzblei ersetzen, ohne dass man die Klemmen oder irgend ein anderes, mit dem Stromkreise in Verbindung stehendes Stück zu berühren braucht.

Der Unterbrecher besteht nämlich aus zwei trennbaren Gussglasstücken, welche durch eine Schraube mit einander verbunden werden. Die beiden Stromleiter werden in zwei seitliche Oeffnungen des unteren Stückes eingesteckt und in diesen durch je eine Schraube innerhalb der metallenen Schraubenmutter festgepresst. In dem oberen, den Deckel bildenden Stück ist ein Kanal vorhanden, in welchen das Abschmelzblei so eingelegt wird, dass seine spiralförmig gewundenen, vorstehenden Enden beim Aufschrauben des Deckels zwischen dem Glase und dem oberen Ende der jene Presschrauben enthaltenden und als Muttern derselben dienenden Metallpfropfen scharf festgepresst werden.

Die Verwendung des Glases macht das Ganze billiger, weil die metallenen Theile gleich in die zu diesem Zwecke auszusparenden Höhlungen eingegossen werden können.

Bücher-Anzeigen.

Kolle, Der Entwurf der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft für eine elektrische Untergrundbahn in Berlin. Commissionsverlag von G. Siemens. Berlin 1892.

Diese kleine Schrift, mit 8 Textfiguren und 2 Tafeln, ist ein Sonderabdruck aus Glaser's Annalen für Gewerbe und Bauwesen und gibt einen Vortrag wieder, welchen der Director Kolle der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft am 8. December 1891 in der Versammlung des Vereins für Eisenbahnkunde gehalten hat. Sie bietet, namentlich durch die ihr beigegebenen Abbildungen, eine werthvolle Erweiterung der Mittheilungen, welche in D. p. J. 1892 285 111 über diesen Entwurf einer – ein Seitenstück zu der City and South London Railway bildenden (vgl. 1891 280 * 292) – Untergrundbahn gegeben worden sind.

Vorträge über Baumechanik, gehalten an der k. k. deutschen technischen Hochschule in Prag von K. Ott. III. (Schluss) Theil, enthaltend die neue Brücken Verordnung, die Prüfung der Baumaterialien, die graphische Bestimmung der Inanspruchnahme der einfachen und Fachwerkbalken, die Statik der Dachträger, der Bogen- und Hängebrücken. Prag, bei H. Dominicus. 400 S. 10,40 M.

Nach langer Unterbrechung erscheint die vorliegende Schlusslieferung zu des Verfassers Baumechanik, deren erster Theil die Statik des Erdbaues, der Stützmauern und Gewölbe, deren zweiter Theil die verschiedenen Festigkeitsbeanspruchungen, die continuirlichen Gelenkträger, die zusammengesetzte Normal und Biegungsfestigkeit, sowie die specielle Berechnung der homogenen und Fachwerksträger behandelt. Hieran schliesst sich der vorliegende dritte Theil, dessen Inhalt im obigen Titel näher angegeben ist. Die früheren Theile sind in drei bezieh. zwei Auflagen erschienen. Der Schlusstheil kann als selbständiges Werk zur Berechnung statischer Constructionen, der Fachwerke, Dachstühle, Bogenträger und Kuppeldächer angesehen werden.

Sämmtliche Patentgesetze des In- und Auslandes in ihren wichtigsten Bestimmungen. Für den praktischen Gebrauch übersichtlich zusammengestellt. Nebst den vollständigen neuen deutschen Patent- und Gebrauchsmuster-Gesetzen, dem internationalen Vertrage zum Schütze des gewerblichen Eigenthums, dem Vertrage der südamerikanischen Staaten, dem Klassenverzeichniss des deutschen Patentamtes, sowie einem Verzeichniss der Behörden, Vereine u.s.w., welche die deutschen Patentschriften auslegen. Von R. Schmehlik. Dresden. G. Kühtmann. 231 S. 2 M. (Vgl. 1893 290 264.) Preisbuch der Schreibwarenfabrik F. Soennecken in Bonn. Das umfangreiche, mit vielen Abbildungen versehene Preisbuch, in zierlichem Format herausgegeben; wird von der Firma jedermann kostenfrei zur Verfügung gestellt.