Text-Bild-Ansicht Band 291

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mit dem Stiele versehene feste Backe in der Ansicht, zum Theile im Schnitte dar. Fig. 3 ist ein senkrechter Querschnitt durch die Zange. Die Zange besteht aus zwei Backen a und b, von denen die erstere mit einem längeren Stiel versehen ist, während die letztere um den gemeinsamen Scharnirbolzen c drehbar ist, wobei die scheibenförmige Nabe b1 der beweglichen Backe b in eine entsprechende Vertiefung der fixen Backe a eingesteckt und mittels der Deckringe r gehalten wird. Der Bolzen c reicht mittels seines Vierkants c1 in eine entsprechende Durchbrechung der Nabe b1, so dass er an der Drehung der Backe b theilnehmen muss. Eine, in einer Ausnehmung a2 der fixen Backe untergebrachte Feder d, welche einerseits mit der festen Backe, andererseits mit dem Bolzen c fest verbunden ist, sucht die Zange stets in geöffneter Stellung zu halten. Die bewegliche Backe b besitzt einen, die feste Backe a umgreifenden Ansatz b2, dessen schwach gekrümmtes verbreitertes Ende der Zange auf dem Boden als Auflage dient.

Textabbildung Bd. 291, S. 215
Textabbildung Bd. 291, S. 215
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Um einen Nagel mit der Zange auszuziehen, wird dieselbe in aufrechter Stellung zunächst dem Nagelkopfe auf dem Boden aufgesetzt, so zwar, dass bloss das schmälere Ende b3 des gekrümmten Ansatzes b2 den Boden berührt. In Folge der Schwere des Stieles schliesst sich hierauf die Zange selbsthätig, so dass die feste Backe a die in Fig. 1 punktirt gezeichnete Stellung einnimmt und der Nagelkopf erfasst werden kann. Drückt man nun den Stiel nach abwärts, so wälzt sich die Auflagsfläche des gekrümmten Ansatzes b2, vom Ende b3 angefangen, auf dem Boden ab, wodurch das Ende b3 mit grosser Kraft senkrecht vom Boden abgehoben und hierdurch der Nagel in seiner Längsrichtung ausgezogen wird. Damit die Zange in geschlossener Stellung verbleibe, ist in dem Stiel ein unter Feder druck stehender Sperrstift a3 angeordnet, der bei geschlossener Zange in eine entsprechende Ausnehmung b4 der Nabe einschnappt und hierdurch die Wirkung der Feder d aufhebt, welche die Zange zu öffnen bestrebt ist. Durch Zurückziehen des Sperrstiftes w3 mittels des Knopfes a4 kann die bewegliche Backe wieder ausgelöst werden, wodurch sie in ihre Anfangsstellung zurückkehrt.

Kupferdraht von grösserer Länge.

Eine Vervollkommnung des Betriebes in der Herstellung von kupfernen Leitungsdrähten ist vor Kurzem dem Heddernheimer Kupferwerk gelungen. Während man den Leitungsdraht bis noch vor einigen Jahren nur in einem Gewicht von höchstens 100 k ohne Ende liefern konnte, und den man allmählich in Adern von 700 bis 800 k herstellen lernte, ist es jetzt gelungen, diesen sogen. Trolley-Draht mit gleich guten Eigenschaften und insbesondere mit genau der gleichen hohen Leitungsfähigkeit in Längen bis zu 1500 k Gewicht anzufertigen. Es ist leicht ersichtlich, welche Vortheile dieser Kupferdraht gegenüber den bisher gelieferten Adern von verhältnissmässig geringen Gewichten bietet. Hierdurch werden die Arbeitskosten für die Verbindungsstellen gespart, auch ist für den Betrieb eine grössere Sicherheit erreicht, da die immerhin manchen Zufälligkeiten unterworfenen Löthstellen der Zahl nach verringert werden.

Dem bei Anwendung der Elektricität im Allgemeinen in so hervorragender Weise betheiligten Kupfer ist als Leiter der elektrischen Kraft zum Betriebe von Bahnen eine grosse Rolle zugefallen. Zu den in der neuesten Zeit besonders beliebt gewordenen Strassenbahnsystemen gehört sicherlich dasjenige mit oberirdischer elektrischer Leitung, zu welchem ausschliesslich starker Kupferdraht verwendet wird.

Einfluss elektrischer Strassenbahnen auf Galvanometer.

Bezüglich der Wiedergabe der unter obiger Ueberschrift (S. 71 d. Bd) gebrachten, dem Centralblatt der Bauverwaltung entnommenen Mittheilung geht uns von der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft in Berlin die Berichtigung zu, dass bei der von ihr gebauten Stadtbahn in Halle Erdplatten nicht verwendet worden sind, sondern dass die Rückleitung des elektrischen Stromes ausschliesslich durch die Schienen erfolgt, welche zu diesem Zwecke durch angenietete starke Drähte unter einander verbunden sind. Theilweise ist auch der Leitungswiderstand der Gleise durch mit den Schienen verbundene and zwischen dieselben gebettete Kupferkabel noch weiter herabgemindert.

Vergleichende Uebersicht

über die Frequenz der technischen Hochschulen des Deutschen Reiches im Wintersemester 1893/94.

Textabbildung Bd. 291, S. 215