Text-Bild-Ansicht Band 291

Bild:
<< vorherige Seite

benutzt. Wie Fig. 103 und 104 zeigen, ist der Kessel doppelt vorhanden; zwischen beiden ist eine Gebläse Vorrichtung angeordnet, deren Düsen mit directem Kesseldampf betrieben werden. Das Brennmaterial wird alle 4 bis 5 Minuten aufgegeben bis zur Höhe von 100 bis 150 mm. Der Kessel wird nach je 15 Tagen gereinigt, wobei die Kanäle 2 bis 3 hl feine Asche liefern. Der Betrieb der Dampfkessel mit Koksabfällen wird als sehr vortheilhaft geschildert.

(Schluss folgt.)

Textabbildung Bd. 291, S. 247

Neue Gasmaschinen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 225 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Die in Fig. 24 dargestellte Einlassvorrichtung von R. Wagnitz in Charlottenburg (* D. R. P. Nr. 66279 vom 29. März 1892) bezweckt, ein Einlassventil mit einem Mischorgan derart zu verbinden, dass gegen Ende des Ansaugens ein gasreicheres Gemenge zur Sicherung der Zündung in den Cylinder gelangt.

Am Ventilstift des gesteuerten oder selbsthätigen Einlassventils e sitzt ein geschlossener Cylinder b, welcher mit seinem unteren Theil die Luftzuführung l verringert oder ganz abschneidet, sobald das Ventil e sich schliesst. In den zwischen diesem Cylinder b und dem Gehäuse geschaffenen ringförmigen Mischraum r münden Schlitze d für die Zuleitung des Gases. Im Mischraum r begegnen sich Gas und Luft, sobald das Ansaugen beginnt und das Ventil e den Zugang zum Cylinder öffnet, womit auch der Zutritt der Luft durch l von dem Cylinder b freigegeben ist. Das Gas selbst wird durch das Regulirventil g durch die Schlitze d zugelassen und sein Zutritt vom Regulator aus gesteuert.

Textabbildung Bd. 291, S. 247
Soll eine Ladung durch das offene Ventil e in den Cylinder gesaugt werden, so treten Gas und Luft im Raum r zusammen, mischen sich und treten als Explosivgemenge in den Cylinder. Schliesst sich Ventil e, so wird der Luftzutritt durch Cylinder b mehr und mehr verengt und man hat es durch die Steuerung des Gasventils g in der Hand, gegen den Schluss des Ansaugens dem Zutritt des Gases das Uebergewicht zu geben, d.h. die Mischung gasreich zu machen. Denn ist der Cylinder b nicht vorhanden, so drückt die in starker Bewegung befindliche Luftsäule bei Abschluss des Ventils das unter schwachem Druck einströmende Gas in die Zuleitung zurück; der Gasreichthum der Ladung wird gegen das Ende des Ansaugens um so mehr vermindert, als sich die in ihrer Zuströmung nicht behinderte Luftsäule an dem sich schliessenden Ventil l staut.

Das in Fig. 25 abgebildete Einlassdoppelventil der Gasmotorenfabrik Deutz in Köln-Deutz (* D. R. P. Nr. 64263 vom 3. Februar 1891) soll für den ganzen Hub ein gleichmässig gemischtes Gemenge durchlassen.

A ist der Arbeitscylinder, c das Einströmventil für das Explosionsgemenge in den Cylinder. e ist das Gasventil, im Ventilgehäuse b sitzend, zu dem das Gas durch den Hahn a zuströmt. Es trägt auf seiner Ventilspindel eine Platte oder ein Ventil f, durch welche das Luftzuführungsrohr h von dem Kanal g abgeschlossen wird. l ist ein ringförmig um das Einströmventil gelegter Kanal, in welchen das Gas beim Oeffnen des Ventils e eintritt und aus welchem es durch kleine Löcher i in den Raum unter dem Ventil c ausströmt, d ist das Abschlussorgan, mittels dessen der Gaszufluss während einer oder mehrerer Ansaugeperioden durch einen beliebigen Regulator abgesperrt werden kann.

Textabbildung Bd. 291, S. 247
Beim Saughub wird durch die Verdünnung im Arbeitscylinder zuerst Ventil e und durch den Druckunterschied auf die Flächen der Ventile e und f die Platte f am Stift des Gasventils e gehoben, so dass durch den Kanal g und das Ventil c Luft in den Kanal K und in den Arbeitscylinder A eintritt. Gleichzeitig mit der Platte f hebt sich auch Ventil e, es strömt Gas durch das geöffnete Abschlussorgan d in den ringförmigen Kanal l ein und tritt von da durch die kleinen Löcher i unter den Ventilsitz c.