Text-Bild-Ansicht Band 291

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Mundstück I1 versehen. Mit K ist ein seitlicher Kanal bezeichnet, welcher von dem Cylinder nach der Zündröhre L führt, die durch einen Bunsenbrenner M o. dgl. erhitzt wird. Von der Leitung K zweigt eine durch ein Absperrventil N verschliessbare Leitung nach der Auslassröhre N1, welche über den Schornstein des Zündröhrenbrenners gebogen ist. Ausser dieser Vorrichtung zum Anlassen ist die Maschine selbstverständlich noch mit den gewöhnlichen Gaseinlass-, Lufteinlass- und Auspuffventilen, sowie mit einer passend gesteuerten Zündröhrenabsperrvorrichtung versehen.

Das Ingangsetzen der Maschine geschieht nun wie folgt:

Zunächst wird das Ventil N geöffnet, die Ventile G1 und G4 geschlossen und Gas durch die Röhre H in den Raum A eingelassen, welches durch das schief in den Cylinder mündende Mundstück I1 so in den Cylinder einströmt, dass es die in demselben befindliche Luft verdrängt, welche zum grössten Theil bei N1 austritt. Sobald Gas oder mit wenig Luft gemischtes Gas bei N1 austritt, wird es durch den Brenner entzündet. Ist die hierbei entstehende Flamme gleichmässig und stetig geworden, so wird hierdurch angezeigt, dass der Raum A gänzlich mit Gas gefüllt ist; jetzt wird das Ventil N und der Gaszuleitungshahn der Röhre H geschlossen und durch Oeffnen des Ventils G4 aus dem Behälter F Pressluft in den Raum A eingeleitet, welche mit dem Gas ein verdichtetes, explosives Gemisch bildet, das durch die Zündröhre L oder einen elektrischen Funken o. dgl. entzündet wird. Durch den bei der Explosion entwickelten Gasdruck wird der Kolben nach vorwärts getrieben, so dass die Maschine ihren Gang aufnimmt; hierauf wird das Ventil G4 geschlossen, so dass die Maschine unter dem Einfluss ihrer Steuerung in gleichmassige Umdrehung versetzt wird. Soll der Behälter F mit verdichteter Luft gefüllt werden, so wird die Gaszuführungsröhre abgesperrt und das Ventil G1 durch Herausschrauben des Handrades G3 freigegeben, so dass bei dem Rückgang des Kolbens Luft in den Behälter eingepresst wird, wobei das Rückschlagventil G1 bei dem Vorwärtsgang des Kolbens die Verbindung von Cylinder und Behälter unterbricht. Im Allgemeinen genügen die wenigen Kolbenhübe, welche die Maschine nach dem Absperren des Gases in Folge der Trägheit der Schwungmassen macht, vollständig, um den Behälter F mit verdichteter Luft zu füllen.

Auch die Steuerscheibe von A. Amann in Frankfurt a. M. (* D. R. P. Nr. 70492 vom 15. November 1892) dient zur Erleichterung des Anlassens von Gasmaschinen. In die übliche Steuerscheibe, welche das Auslassventil nur bei jeder zweiten Kurbelumdrehung öffnet, wird am Umfange ein Nocken so angebracht, dass derselbe aus der Umfangsfläche herausgedreht werden kann, so dass dann der Auslass bei jeder Kurbelumdrehung geöffnet wird, also keine Verdichtung stattfindet.

Auspufftöpfe. Der Schalldämpfer von J. Patrick in Frankfurt a. M. (* D. R. P. Nr. 63373 vom 22. October 1891) setzt sich zusammen aus einem Gehäuse und mehreren trichterförmigen Hauben. Das Gehäuse besteht aus zwei auf einander gesetzten konischen Mänteln. Der untere umschliesst an seinem unteren Ende das Auspuffrohr. Letzteres ragt in das Gehäuse hinein, und zwar hat sich bei angestellten Versuchen als vortheilhaft erwiesen, das Rohr bis zur Mitte des oberen Mantels hinaufragen zu lassen. Der Mantel ist oben offen und werden oberhalb der Oeffnung Hauben angeordnet. Hierbei verringert sich der Durchmesser der oberen Oeffnungen in denselben immer mehr. Die oberste Haube ist vollständig geschlossen.

Textabbildung Bd. 291, S. 270
Bei dem in Fig. 31 dargestellten Auspufftopf von J. E. Weyman, A. J. Drake und A. J. Drake in Guildford, England (* D. R. P. Nr. 66958 vom 25. Juni 1892) bezeichnen a und b zwei durch Kanal c mit einander verbundene Expansionskammern, von denen a durch die Röhre (Kanal) f mit dem Cylinder, b dagegen durch die Röhre (Kanal) g mit der Atmosphäre in Verbindung steht. Im Verbindungskanal c ist ein Ventil d eingeschaltet, welches in Uebereinstimmung mit den Maschinenhüben zwangsläufig Verstellung, z.B. durch ein Excenter h der Kurbelwelle i, derart erfährt, dass es die Verbindung zwischen a und b dann absperrt, wenn die Gase aus dem Cylinder in die Kammer a überströmen, und danach die Verbindung wieder herstellt, sobald die Gase in a der Expansion unterlegen sind, so dass also die Gase in expandirtem Zustande in die Kammer b und aus dieser in die Atmosphäre übertreten. Um etwa in der Kammer a sich ereignende Explosionen unschädlich zu machen, ist das Ventil d auf seiner Stange gegen den Druck einer Feder e verschieblich angeordnet, so dass es in Explosionsfällen nachgibt.

Im Falle nur eine Expansionskammer vorgesehen werden soll, wo dieselbe also unmittelbar mit der Atmosphäre in Verbindung tritt, wird selbstverständlich letztere ebenfalls in der beschriebenen Weise geregelt.

Das Ausblase- wie Ansaugegeräusch will H. Beck in Chemnitz (* D. R. P. Nr. 70907 vom 11. Januar 1893) dadurch vermeiden, dass den Gasen eine verlangsamte Geschwindigkeit gegeben wird, indem dieselben immer weiter werdende Oeffnungen durchstreichen.

Mg.

Neuere Dampfkessel.

(Schluss des Berichtes S. 241 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Die E. Völcker'sche Halbgasfeuerung wird neuerdings von der Firma Keilmann und Völcker in Bernburg nach der Abbildung Fig. 105 ausgeführt.

Die Feuerung, die sich in erster Reihe für Braunkohle eignet, ist in zwei Abtheilungen getheilt, wobei der obere Theil mittels des schrägen Registerrostes und des verstellbaren, geschlitzten Wehres die Schwelabtheilung bildet. In dieser Abtheilung wird die Kohle vorgearbeitet, tritt von hier aus auf den unteren Treppenrost, wo die vollständige Verbrennung derselben erfolgt. Aus beiden Abtheilungen treten die Gase in die über dem Treppenroste liegende Verbrennungskammer. Die in der oberen Abtheilung entwickelten Schwälgase mischen sich auf diesem Wege zwischen den beiden geschlitzten Wehren innig mit vorgewärmter Luft, so dass in der erwähnten Verbrennungskammer