Text-Bild-Ansicht Band 291

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aber linksdrehend ist (αD = – 14,4). Durch Salpetersäure entsteht keine Schleimsäure. Der Zucker ist also vor anderen Zuckerarten ausgezeichnet durch seine Inactivität, welche nur die Synanthrose zeigt, von welcher er sich aber durch seine sonstigen Eigenschaften unterscheidet. (American. Chem. Journ., Bd. 14 S. 548 bis 550, nach Wochenschrift für Brauerei, Bd. 10 S. 32.)

Untersuchung über die Periode des Auftretens der Trehalose, sowie des Mannits und der Glykose in den Pilzen führte Em. Bourquelot mit verschiedenen Pilzarten aus und fand, dass die Trehalose immer erst im Augenblick der Bildung der Fruchtkörper auftritt, während Mannit und auch Glukose schon in früheren Stadien in grösster Menge vorhanden sind. (Nach Chem. Centralblatt, 1893 Bd. 1 S. 611.)

(Schluss folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Seilfahrung in geneigten Schächten.

In der Calumet- und Hekla-Grube in Michigan fährt das Personal in 5 Förderschächten von 38° Neigung durch besondere Maschinen ein und aus. Es fahren 86 Mann auf einmal in einem Karren, welcher stufenförmig über und hinter einander angebrachte Sitzbänke enthält. (Eng. and Ming. Journ., 1893 Bd. 56 S. 496, durch Oesterreichische Zeitschrift.)

P. Germain's Speicherzellen.

P. Germain in Auxerre, Frankreich, setzt nach seinem englischen Patent Nr. 8987 vom 12. Mai 1892 jede Zelle seiner Speicherbatterie aus 3 Platten von Blei oder Bleilegirung zusammen, welche einander gegenübergestellt und fest mit einander verbunden werden. Die beiden äusseren Platten stimmen überein und jede besteht aus einem äusseren Rahmen und inneren Abtheilungen, deren Form so gewählt ist, dass der wirksame Stoff nicht von innen nach aussen fallen kann. Die Entfernung der beiden Platten von einander wird durch die dritte Platte bestimmt, welche aus einer Vereinigung lothrechter und wagerechter Stäbe besteht; wobei die Räume zwischen denselben den Abtheilungen der äusseren Platten entsprechen. Diese Räume werden meistens nicht mit wirksamem Stoff ausgefüllt, sondern bilden einen Satz von Kammern für die Flüssigkeit. Die Stäbe der inneren Platte sind so angeordnet, dass sie die Füllungen der äusseren Platten abtheilen und verhindern, nach innen zu fallen; sie wirken ferner als Nebenleiter und vermindern so den inneren Widerstand.

In manchen Fällen werden die Räume der inneren Platten mit leichten oder sehr porösen Füllungen versehen, welche man erhält, indem man Bleioxyd und eine Mischung, die „kalkigaluminöser-alkalinischer Cement“ genannt wird, zerbröckelt.

Für besondere Zwecke lässt man die dritte Platte weg und benutzt an ihrer Stelle ein Stück Celluloid, Ebonit oder ähnlichen Stoff.

Die drei Platten können durch Stifte, welche durch ihre Ecken gehen, fest mit einander verbunden oder zusammengelöthet werden und die Batterien werden aus abwechselnd positiven und negativen Platten in gewöhnlicher Weise gebildet.

Timmis' Elektromagnete.

Eine eigenthümliche Anordnung gibt I. A. Timmis (vgl. 1892 283 * 255) seit 1892 den Elektromagneten, um sie besonders für die Verwendung in Eisenbahnsignalen geeignet zu machen. Nach Lumière Electrique, 1893 Bd. 50 * S. 526, versieht er den Anker mit einem Rande, mit welchem er aussen über die Drahtrolle ringsum hinweggreift, und mit einem Zapfen, welcher ein entsprechendes Stück in das Innere der Rolle hineinragt. In ähnlicher Weise formt er den Kern zu einer Röhre, welche entsprechend tief, bis in die Nähe jenes Zapfens in das Rolleninnere hineintritt, und versieht nach Befinden auch die Bodenplatte des Kernes noch mit einem die Rolle umfassenden Rande, welcher sich in gleicher Weise der vom Anker gebildeten Kappe nähert. Wenn dann der Anker voll angezogen ist, so bilden Anker, Kappe, Bodenplatte mit ihrem Rande, Kern und Zapfen des Ankers einen geschlossenen magnetischen Kreis, so dass man sehr kräftige Elektromagnete mit weitem Spiel erhält, welche den angezogenen Anker sehr fest halten.

Noriéga's Mikrophon.

Bei dem von ihm verwendeten Telephon-Apparatsatze benutzt Noriéga nach Lumière Electrique, 1894 Bd. 51 * S. 130, jetzt ein Mikrophon, in welchem er die durch das Sprechen gegen die Mikrophonplatte hervorzubringenden Stromstärkenänderungen durch die Einwirkung dieser schwingenden, aus Kohle hergestellten Platte auf eine unter derselben angebrachte Schicht von Kohlenfasern erzeugt, welche auf einer Schicht von Kohlenpulver oder Kohlenschroten ruht. Früher (vgl. Lumière Electrique, 1892 Bd. 46 * S. 183) legte Noriéga die Fasern auf einen Kohlenblock oder er benutzte ein Mikrophon, welches ganz dem von Mix und Genest (vgl. 1887 265 * 268) glich.

Bücher-Anzeigen.

Die Elektricität, ihre Erzeugung, praktische Verwendung und Messung, für Jedermann verständlich, kurz zusammengestellt von Bernhard Wiesengrund. Frankfurt a. M. Verlag von H. Bechhold. 54 S. 1 M.

Das vorstehende Werkchen ist zur ersten Einführung in die Elektrotechnik vorzüglich geeignet und kann wegen seiner klaren Fassung empfohlen werden.

Ueberblick über die Elektrotechnik. Sechs populäre Experimentalvorträge, gehalten im Physikalischen Verein zu Frankfurt a. M. von Dr. J. Epstein. Zweite Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von J. Alt. 89 S. Geb. 2,80 M.

Das Werk stellt etwas höhere Anforderungen an die Fassungskraft des Lesers; auch verräth sich an einzelnen Stellen die Entstehungsweise durch kleine Gedankensprünge, die beim Vortrage durch Erklärungen an den vorgezeigten Apparaten verdeckt sein mögen.

Die Petroleum- und Schmierölfabrikation von F. A. Rossmässler, techn. Chemiker; mit 26 in den Text gedruckten Abbildungen. Leipzig 1893. Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber. Preis 3 M.

Bis vor nicht langer Zeit war man behufs Studium der Mineralölindustrie und ihrer Producte ausschliesslich auf in den verschiedensten Zeitschriften niedergelegte Abhandlungen angewiesen. Dieser Mangel ist neuerdings durch das Erscheinen mehrerer diesen Gegenstand behandelnder Werke auf das Gründlichste beseitigt worden. Das mit Fleiss und Geschick, zum Theil auf Grund eigener Erfahrungen bearbeitete Buch von Rossmässler behandelt sowohl die russische wie die amerikanische Petroleumindustrie und gibt in übersichtlicher Weise Aufschluss über die Unterschiede in der fabrikatorischen Verarbeitung beider Erdölsorten. Von besonderem Interesse sind die in Fig. 10 und 18 gegebenen schematischen Zeichnungen und Beschreibung einer combinirten Destillationsanlage für Kerosin und Schmieröle und einer Raffinerie. Den Schluss des Werkchens bildet eine lesenswerthe Schilderung der Erdölquellen Bakus, der schwarzen Stadt und der grossartigen Fabrik der Gesellschaft Gebrüder Nobel. Das Rossmässler'sche Buch wird von den Fachleuten gern gelesen werden.

K.

Die Schmiermittel. Methoden zu ihrer Untersuchung und Werthbestimmung von Josef Grossmann, Oberingenieur der österreichischen Nordwestbahn, mit 25 Abbildungen im Text. Wiesbaden 1894. C. W. Kreidel's Verlag.

Das Werk ist vom Verfasser als Fortsetzung seines im Jahre 1885 erschienenen Buches „Die Schmiermittel und Lagermetalle für Locomotiven, Eisenbahnwagen, Schiffsmaschinen u.s.w.“ gedacht. Es wird eingehend die Reibung geschmierter Flächen besprochen und ausführlich der Petroff'schen Methode zur Bestimmung der inneren Reibung, sowie ihres Werthes für die praktische Schmieröluntersuchung gedacht, was um so anerkennenswerther ist, als dieser Arbeit Petroff's leider zumeist nicht diejenige Beachtung geschenkt wird, welche sie in Wirklichkeit verdient. Hierauf entwickelt der Verfasser die allgemeinen Gesichtspunkte, welche bei der Auswahl von Schmiermitteln speciell für Eisenbahnfahrzeuge zu berücksichtigen sind, und gibt dann eine Zusammenstellung der bekannten Methoden zur Prüfung der Schmiermittel. Bei der Besprechung der Auswahl der Schmieröle für verschiedene Gebrauchszwecke berücksichtigt der Verfasser speciell das Heisslaufen der Eisenbahnwagen und das Warmlaufen der Maschinenlager. Dieses Buch dürfte besonders für den Ingenieur, welcher sich über Untersuchung und Beurtheilung von Schmiermaterialien informiren will, von Werth sein.

K.