Text-Bild-Ansicht Band 292

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Da nun der Lagerschlitten f in einem Bogenschlitz h geführt wird, deren Krümmungsmittelpunkt in die untere Scheitelstelle der Kegelscheibe g fällt, so wird bei einer Linksverlegung des Lagerschlittens f mittels der Spindel i und dem Handrad k der Winkelschenkel geöffnet werden.

Findet diese Linksverlegung der Scheibe g noch weiter statt und wird der Werkstückwinkel unter die festgelagerte Kegelscheibe l gebracht, so wird der aufrechte Winkelschenkel zugebogen, der Winkel geschlossen.

Je nach der Einstellung dieser Kegelscheibe g werden verschiedene Schränkwinkel ermöglicht, deren Grösse vermöge eines Zeigerwerks m sichtbar gemacht werden kann.

Um nun diese Länge des durch die Maschine laufenden Winkels beurtheilen zu können, ist ein von der Antriebwelle mittels Schnecken- oder Schnurtriebwerke bethätigtes Zeigerwerk n vorhanden, an welchem die durchlaufenen Längen abgelesen werden.

Bei Beobachtung beider Zeigerangaben kann nach vorbestimmtem Plan bequem eine stetig zunehmende Schränkung der Winkel vorgenommen werden. Bei den neueren Maschinen ist die Walze a vollkommen glatt cylindrisch und es rücken alle drei Kegelscheiben e, g und l an das Werkstück an.

(Schluss folgt.)

Neuerungen in der Technik der Glasindustrie.

(Fortsetzung des Berichtes Bd. 290 * S. 172.)

Mit Abbildungen.

Verfahren zur Herstellung von Glasplatten mit Ueberzügen von Drahtgeweben. Bei dem in jüngster Zeit bekannt gewordenen Drahtglase, bei welchem ein Drahtgewebe in die Glasmasse eingebettet wird, hat sich der Uebelstand bemerkbar gemacht, dass derartige Platten in Folge der verschiedenen Ausdehnung von Metall und Glas Sprünge bekommen, und schliesslich Glasstücke abspringen. Um dies unmöglich zu machen, legt Karl Koch in Hohenlimburg (Elsey) das Drahtgeflecht ausserhalb der Glasmasse und bewirkt die Verbindung des Metalles mit dem Glase durch einen dritten lichtdurchlässigen Körper, mittels dessen die Drahtgewebe auf der Glasplatte befestigt werden. Derselbe besteht in der Hauptsache aus Leinöl, welches verdickt und nöthigenfalls mit Harzen versetzt wird. In eine derartige Lösung wird das Drahtgewebe getaucht und auf die Glasplatte gepresst, auf welcher es nach dem Trocknen sehr fest anhaftet. Man kann in dieser Weise eine oder beide Seiten der Tafeln mit Drahtgewebeüberzug versehen. Statt Drahtgewebe können auch durchlochte Bleche benutzt werden (D. R. P. Kl. 32 Nr. 65568 vom 11. Mai 1892).

Verfahren zur Herstellung von Glasstangen. Die vorzugsweise zur Lampenglasbläserei und Glasknopfdrückerei verwendeten Glasstangen werden bislang durch Ausziehen heisser Glasmasse hergestellt. Dieses Verfahren hat den Uebelstand, dass sich nur geringe Längen in einem Zuge ausziehen lassen, und dass die Glasausnutzung der Abfallenden wegen eine mangelhafte ist. Ausserdem gestattet dieses Verfahren auch nur das Ausziehen runder Glasstangen, während für manche Zwecke auch flache Formen verlangt werden.

Das von Paul Sievert in Dohlen bei Dresden erfundene Verfahren (D. R. P. Kl. 32 Nr. 70228 vom 1. November 1892) gestattet die Herstellung beliebig langer Glasstangen jeden Querschnittes bei fast vollkommener Ausnutzung des Glases. Dasselbe besteht darin, dass auf einen Walztisch b (Fig. 1), dessen Oberfläche mit parallelen Längsrinnen, welche die Hälfte der den Glasstangen zu gebenden Form bilden, versehen ist, flüssige Glasmasse gegossen und sodann durch eine Walze a, in deren Umfläche die andere Hälfte der den Glasstangen zu gebenden Form eingelassen ist, ausgewalzt wird, wobei die scharfen Ränder der Walze durch eine geeignete Führung auf die gleichfalls scharfen Rinnenränder des Walztisches auftreffen und hierdurch die Glasmasse in ebenso viel einzelne Glasstangen, als Rinnen vorgesehen sind, zerschneiden. Die Glasstangen werden, sobald sie genügend erstarrt sind, vom Walztisch abgehoben und in den Kühlofen geschafft. Um nicht jede Stange für sich in denselben schaffen zu müssen, empfiehlt es sich, die Glasstangen an einzelnen Punkten zusammenhängen zu lassen, was dadurch bewirkt werden kann, dass die Ränder der Rinnen an bestimmten Stellen kleine Vertiefungen erhalten.

Textabbildung Bd. 292, S. 30
Das Auswalzen kann auch zwischen zwei mit Rinnen versehenen Walzen geschehen. Die heisse Glasmasse wird dann zwischen die beiden Walzen gegossen; die fertig geformten Glasstangen treten hierbei unter den Walzen einzeln oder im Zusammenhang heraus und werden auf eine gerade Fläche zum Ausrichten gebracht.

Textabbildung Bd. 292, S. 30
Presse zum Formen von Gewinden in Glasisolatoren u. dgl. von Lawrence Brickett Gray in Boston. Von Wichtigkeit ist an dieser Presse die Einrichtung des das Gewinde bildenden Stempels, welcher nach der Herstellung des ersteren aus dem Porzellan-, Glas- u.s.w. Gegenstand herausgenommen werden kann, ohne das erzeugte Gewinde zu verletzen. Der Stempel besteht aus zwei Backenpaaren DD1 (Fig. 2 bis 6) und EE1, deren unterer Theil mit Gewinde versehen und von solcher Form ist, dass die vier Backen in ihrer Endstellung (Fig. 6) während des Pressvorganges eine Schraubenspindel bilden. Jedes der beiden Backenpaare